Navigieren auf baselland.ch

Benutzerspezifische Werkzeuge

Inhalts Navigation

2005-310 (1)


1. Übersicht
Das ehemalige Vogteischloss Birseck als Mittelpunkt der Denkmallandschaft Ermitage ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Die vom Landrat bewilligte erste Sanierungsetappe, in deren Rahmen die Nord- und Südmauer instand gesetzt wurden, konnte im Oktober 2005 erfolgreich abgeschlossen werden. In der zweiten und letzten Etappe soll die einsturzgefährdete Westmauer, an welche die Schlosskappelle, der Rittersaal und der Turm anschliessen, wiederhergestellt werden.
Ziel der Sanierung ist es, durch rasches Handeln grössere Schäden und höhere Kosten zu vermeiden und das Schloss als Kulturgut zu erhalten. Nach Vollendung der Sanierungsarbeiten soll das Schloss der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.
Die Kosten für die Schlussetappe belaufen sich auf insgesamt 1,3 Millionen Franken, wobei sich der Kanton mit einem Verpflichtungskredit in der Höhe von 780'000 Franken beteiligen soll, was 60% der Projektkosten entspricht.

2. Vorlage
Ein Grossteil der Gesamtanlage stammt aus dem 13. Jahrhundert, für deren Bau damals Steinmaterial vor Ort abgebaut wurde. Die Verwendung dieses Materials anstelle von witterungsbeständigem Kalkstein ist eine der Ursachen für den fortschreitenden Zerfall. Ferner wurde das Gebäude in seiner über 700-jährigen Geschichte mehrmals um- und wiederaufgebaut, wofür noch schlechteres, auch brandgeschädigtes Material verwendet wurde. Überdies setzt starker Bewuchs dem Mauerwerk zu.
Das Schloss wurde 1812 letztmals umfassend saniert; 1905 erfolgte eine Teilsanierung. 1999 wurde eine Bausubstanzanalyse vorgenommen, die einen dringenden Sanierungsbedarf aufzeigte. Bereits im Februar 2000 stürzte die Nordmauer ein, welche in der Folge saniert wurde; gleichzeitig wurde eine Schadensanalyse durchgeführt. Aufgrund dieser Analyse wurde die Sanierung der Schlossanlage in Etappen vorgeschlagen.
Die bereits erwähnte Sanierung der Nord- und Südmauer zwischen März 2004 und Oktober 2005 konnte mit einem erfreulicherweise positiven Saldo von über 527'000 Franken (bezogen auf die Gesamtkosten von 1'845 Millionen Franken) vollendet werden. Sanierungen historischer Grossanlagen bergen das Risiko, dass im Verlauf der Arbeiten unerwartete Schäden zutage treten, weshalb jeweils eine Reserve von 10-15% einkalkuliert wird; diese Reserve ist bei der 1. Etappe nicht benötigt worden. Ferner wurde auf einen Fassadenverputz verzichtet, der im Budget ebenfalls veranschlagt gewesen war.
Im Rahmen der nun anstehenden Sanierung sollen die Westmauer mit Schlosskapelle, Rittersaal und Turm sowie die Zugangsmauer und die Zugangsbrücke instand gesetzt werden. Dabei soll das gleiche Konzept angewandt werden wie bisher, nämlich der Abbruch und der Wiederaufbau stark gefährdeter Mauerpartien, die mit Chromstahlankern gesichert werden. Wichtig ist ein homogener Abschluss der Mauerkrone mit einem mehrfachen Schichtaufbau, um zu verhindern, dass Meteorwasser in den Mauerkern eindringt; ferner muss ein Abwassersystem (analog Nord- und Südmauer) gebaut werden.

3. Kommissionsberatung
Die Umweltschutz- und Energiekommission hat an ihrer Sitzung vom 9. Januar 2006 die Vorlage eingehend beraten. Die Kommission wurde dabei von Regierungspräsidentin Elsbeth Schneider-Kenel, Hans-Georg Bächtold, Leiter Amt für Raumplanung, und Brigitte Frei-Heitz, kantonale Denkmalpflegerin, unterstützt.
Die Beratung zeigte, dass die Notwendigkeit, die Sanierung der Gesamtanlage zu vollenden, grundsätzlich nicht in Frage gestellt wird. Anlass zu Diskussionen gab allerdings die vorgesehene Kostenverteilung.
Gemäss Vorlage sollen sich der Bund zu 21% - was dem maximalen Subventionsbeitrag entspricht -, die Eigentümerin (Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck) zu 19% und der Kanton zu 60% beteiligen.
Die Voraussetzung für den Subventionsbeitrag des Bundes von 21% ist, dass der Kanton einen Mindestanteil von 44% an die Projektkosten leistet. In der Kommission wurde die Frage diskutiert, ob 16% nicht anderweitig - etwa von der Gemeinde Arlesheim oder von Stiftungen - aufgebracht werden könnten.
Die Gemeinde Arlesheim leistet bereits einen grossen jährlichen Beitrag an den Unterhalt der Gesamtanlage, welche die Ermitage und Schloss Birseck umfasst. Sie beschäftigt einen Gärtner (100%), welcher sich zusammen mit dem gemeindeeigenen Werkhof um die Pflege und den Unterhalt des Landschaftsgartens Ermitage mit allen Kleinarchitekturen und Gebäuden kümmert. Ferner hat die Gemeinde das Gärtnerhaus und das Hofgut, welche zur Gesamtanlage gehören, hervorragend umgebaut und renoviert, was zu einer Wertsteigerung der Gesamtanlage beigetragen hat.
Die Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck verfügt nicht über genügend finanzielle Mittel, die eine höhere Beteiligung zuliessen. Die Stiftung bemüht sich im Übrigen systematisch und regelmässig um finanzielle Unterstützung durch andere Stiftungen.
Aus den dargelegten Gründen kam die Kommission zum Schluss, dass die Kostenverteilung angemessen sei. Der Umweltschutz- und Energiekommission ist es allerdings ein Anliegen, dass der Kanton angesichts des grossen finanziellen Beitrags, den er an die Sanierungsarbeiten leistet, das Schloss für eigene Anlässe in einem bestimmten Rahmen kostenlos nutzen kann. Die Kommission beauftragt deshalb den Regierungsrat, eine entsprechende Vereinbarung mit der Stiftung als Eigentümerin des Schlosses anzustreben (siehe abgeänderter Entwurf eines Landratsbeschlusses, neue Ziffer 5).

4. Antrag
Die Umweltschutz- und Energiekommission empfiehlt dem Landrat einstimmig, dem abgeänderten Landratsbeschluss zuzustimmen.


Pratteln, 2. Februar 2006


Für die Umweltschutz- und Energiekommission
Der Präsident: Philipp Schoch

Beilage
Von der Umweltschutz- und Energiekommission abgeänderter Entwurf eines Landratsbeschlusses betreffend Erteilung eines Verpflichtungskredites für die zeitlich dringende Denkmalsubvention für die Sanierung von Schloss Birseck in Arlesheim (Schlussetappe)
Back to Top

Weitere Informationen.

Fusszeile