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2005-303 (1)


1. Ausgangslage

Gestützt auf die Vorlage und den Antrag des Regierungsrates «Internet an den Schulen» hat der Landrat am 20. Mai 1999 einen Verpflichtungskredit von 6 Millionen Franken bewilligt. Der Landratsbeschluss (LRB 1947/99) lautete wie folgt:


Der Regierungsrat legt die Abrechnung des Verpflichtungskredites dem Landrat in Form einer speziellen Vorlage vor. Die in Ziffer 1 verlangte flächendeckende Einführung an Primarschulen konnte wegen erheblichen finanziellen Auswirkungen bei den Gemeinden nicht durchgeführt werden. Deshalb ist der Regierungsrat der Auffassung, der Landrat solle den gleichzeitig mit der Beschlussfassung zum Verpflichtungskredit erteilten Auftrag zur Ausarbeitung einer Vorlage für die Einführung von Computern an der Primarschule erneut beraten können.




2. Zielsetzung der Vorlage


Der Regierungsrat verfolgte das Ziel, allen Schülerinnen und Schülern ab Sekundarstufe I Zugang zum Internet und zu Multimediaarbeitsplätzen zu verschaffen. Mit dem Verpflichtungskredit sollte eine erste Phase der Einführung des Internets ab Sekundarstufe I einschliesslich eines Pilotprojektes Kindergarten/Primarschule im Betrag von 0,5 Mio. Fr. abgedeckt werden. Eine weitere Zielsetzung war die koordinierte Abstimmung der Informatikkonzepte für die einzelnen Stufen des Bildungswesens.




3. Kommissionsberatung


3.1. Organisation der Beratung


Die Vorlage wurde von der Bildungs-, Kultur- und Sportkommission (BKSK) an der Sitzung vom 19. Januar 2006 beraten. An der Sitzung waren Regierungsrat Urs Wüthrich, Martin Leuenberger, Generalsekretär, und Alberto Schneebeli, Leiter Stabsstelle Bildung BKSD, für die Erläuterung des Sachverhaltes sowie zur Beantwortung von Fragen anwesend.




3.2. Beratung im Einzelnen


Der Bildungsdirektor erläuterte, die Umsetzung in der Sekundarstufe I und II sei erfreulich verlaufen. Hingegen konnte der Auftrag auf der Primarstufe nicht umgesetzt werden. Der dadurch entstandene Sparbeitrag, welcher aufgrund von nicht ausgeschöpften Budgetmitteln zustande kam, mache keine Freude und sei kein Beitrag zur guten Schule im Kanton. Allerdings sei es Realität, wenn man jetzt zur Kenntnis nehme, wie die Zuständigkeiten im kantonalen Bildungswesen geordnet sind. Bei ablehnender Haltung der Einwohnergemeinden ist es nach neuem Bildungsgesetz - im Gegensatz zum alten Schulgesetz - schwierig, ein Unterrichtshilfsmittel einseitig vom Kanton her als obligatorisch zu erklären. Die Problematik besteht darin, dass die Gemeinden relativ viel finanzieren müssen.


Die Kommission nahm von der erfolgten Umsetzung der Vorlage in der Sekundarstufe I und II mit Anerkennung zustimmend Kenntnis. Die Beratung drehte sich um das Problem der flächendeckenden Einführung in der Primarschule. Es wurde die Frage gestellt, welches der pädagogische Hintergrund der Einführung von Computern an der Primarschule sei. Man konnte dazu erfahren, das Ziel sei die Handhabung als Lern- und Arbeitsmittel, wo es Sinn mache. So gibt es zum Mathematiklehrbuch Übungsprogramme, welche recht gut auf schwächere und begabtere Schüler abgestimmt sind. Die SchülerInnen sollen sukzessive (learning by doing) in den Umgang mit Lehr- und Arbeitsmittel hineinwachsen. Von Lehrpersonen in der Kommission wurde darauf hingewiesen, der Begriff «flächendeckende Einführung von Computern» sei insofern irreführend, als sich damit kein neues Unterrichtsfach verbinde. Letztlich handle es sich vielmehr um eine Ausstattung der Primarschulen mit einem gezielt einsetzbaren Arbeitsmittel. Eine Minderheit in der Kommission findet, der Einsatz von Computern solle erst in der Sekundarstufe I erfolgen.


Zu einer kontroversen Diskussion führte die ablehnende Stellungnahme des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG) vom 6. April 2005 zum Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) an der Primarschule zuhanden der BKSD. Es wurde berichtet, der VBLG habe ohne offizielle Vernehmlassung mit den Gemeinden diese Haltung eingenommen. Keine Gemeinde habe die Gelegenheit gehabt, sich anders zu äussern.


Es wurde darauf verwiesen, dass einzelne Gemeinden die Anschaffung von Computern für die Primarstufe bereits veranlasst haben. Das führe dazu, dass sich reiche Gemeinden dies leisten können, andere aber nicht. Diese sich anbahnende Entwicklung wird von der Kommission bedauert. Sie ist mehrheitlich der Meinung, die entsprechende Ausstattung aller Primarschulen sollte gleichwertig gewährleistet werden. Zumindest sollten jetzt als Sofortmassnahme alle Gemeinden die von der BKSD erarbeitete Handreichung über den Einsatz von ICT an der Primarschule erhalten. Im Weiteren möchte die Kommission dem Einsatz von ICT trotz Negativbescheid des VBLG einen neuen und nachhaltigen Impuls geben und dem Landrat entsprechend Antrag stellen. Betrachte man nämlich den ursprünglichen Auftrag des Landrates, so dürfe der jetzt von der Regierung vorgelegte Beschluss nicht so lauten.


Es wurde beschlossen, dass in Ziffer 2 der Vorlage der Auftrag des Landrates vom 20. Mai 1999 zur flächendeckenden Einführung von Computern an der Primarschule nicht abgeschrieben und in einer neuen Ziffer 3 der Regierungsrat beauftragt wird, eine Vorlage über den Einsatz von ICT an den Primarschulen auszuarbeiten.


Beschlüsse:


Ziffer 1
://: einstimmige Zustimmung mit 12 : 0 Stimmen.


Ziffer 2
Die neue Ziffer 2 lautet :


Der Auftrag des Landrates vom 20. Mai 1999 zur flächendeckenden Einführung von Computern an der Primarschule wird nicht abgeschrieben.


://: Die BKSK stimmt der abgeänderten Ziffer mit 11 : 1 Stimmen zu.


Ziffer 3
Der Regierungsrat wird beauftragt, eine Vorlage an den Landrat über den Einsatz von Informationstechnologie in der Primarschule als Unterrichtshilfe auszuarbeiten.


://: Die BKSK stimmt der neuen Ziffer 3 mit 11 : 0 Stimmen bei einer Enthaltung zu.




4. Antrag


://: Die BKSK beantragt dem Landrat mit 11 : 0 Stimmen bei einer Enthaltung, dem abgeänderten Landratsbeschluss zur Vorlage 2005/303 zuzustimmen.


Füllinsdorf, 3. Februar 200


Im Namen der Bildungs-, Kultur und Sportkommission
Der Präsident: Karl Willimann


Beilage:
abgeänderter Entwurf eines Landratsbeschlusses



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