2005-115


In den letzten Tagen wurde über eine mögliche neue Nutzung des ehemaligen Bombardier-Areals informiert. Unter Führung von Maus Freres sollen ein Einkaufs- und Erlebnis-Zentrum mit Carrefour, Jumbo, Fly und Athleticum sowie Boutiquen und Restaurants entstehen.

Vorab ist es erfreulich, dass sich für das ab Mitte dieses Jahres um ca. 500 Arbeitnehmende abgespeckte Areal wieder neue Perspektiven eröffnet. Grosse Bedenken jedoch entstehen was das damit verbundene zusätzliche Verkehrsaufkommen betrifft. Im Rahmen der Planung „Pratteln Mitte" wird ja beabsichtigt - wegen dem überlasteten Kantonsstrassennetz - ein Nutzungsverbot für Verkaufs- und Logistikbetriebe auch für das Lischac-(Bombardier)Areal einzuführen. Das Projekt „Pratteln West", welches nicht nur die Gemeinde Pratteln tangiert, sondern verkehrstechnisch ebenso stark auch die Gemeinde Muttenz, rechnet mit einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen von 9'200 Fahrzeugen pro Tag oder mit 1'150 je Stunde zu Spitzenzeiten. Es ist damit zu rechnen, dass der grösste Teil der Besucher aus der Stadt, resp. dem Bezirk Arlesheim anreisen werden, und zwar mit ihrem Privatauto. Bedenkt man, dass die St.Jakobs-/Prattelerstrasse bereits täglich um die 20'000 Fahrzeuge zählt ist klar, dass mit der zu erwartenden extremen Mehrbelastung eine für die Region untragbare Situation entstehen wird. Die gut ausgebaute Rheinstrasse kann leider nur sehr bedingt als Alternative angesehen werden. Bereits heute wäre die Gemeinde Muttenz sehr froh, wenn sich ein Teil des Verkehrs weg von der St.Jakobs-Strasse auf die Rheinstrasse verlagern liesse (wie mit einer Nordumfahrung vor Muttenz mit einer Verkehrsverteilung via Kreisel über die Rheinstrasse in Richtung J 18 Laufen).


Als Bewohnerin eines nahegelegenen Quartiers bin ich der Ansicht, dass die Verkehrsfrage absolut prioritär angegangen werden muss. Bei allem Verständnis für die Schaffung von 500 neuen Arbeitsplätzen muss die gesamte Belastung der Gemeinden Pratteln und Muttenz vorerst sorgfältig geprüft werden. Dazu gehört nicht nur der Einbezug von „Pratteln Mitte mit dem Quartier Grüssen, sondern auch die Auswirkungen der Neugestaltung des „Henkel-Areals", welches ebenfalls einen sehr starken Zuwachs an Individualverkehr bringen wird, wie auch Salina Raurica etc. Es sei auf den Nutzungsplan der Gemeinde Muttenz verwiesen welcher - in Bezug auf die Schaffung von Einkaufszentren, Fachmärkten und Freizeitparks - u.a. folgendes festhält. „Dieser - zum Teil enorme - Zusatzverkehr hemmt erfahrungsgemäss die Entwicklung der umliegenden Unternehmen, indem unter anderem Kunden, Lieferanten und Mitarbeitenden der Zugang erschwert wird."


Der Regierungsrat wird ersucht dem Wohl und der Lebensqualität der Anwohnerschaft die grösstmögliche Beachtung zu schenken, indem er insbesondere



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