Vorlage an den Landrat


5. Das Projekt

5.1. Raumprogramm

Das Raumprogramm zeigt den Flächenmehrbedarf auf. Es sind zwei Bereiche zu unterscheiden. Den Teil Mediothek/Foyer/Pausendach und den Teil des Naturwissenschaftlichen Traktes. Mit den Bauarbeiten im Bereich der Mediothek und des Foyers wird die Anpassung der Brandschutzvorkehrungen zwingend nötig. Der dabei benötigte Raum ist, gekoppelt mit der behindertengängigen Erschliessung der gesamten Schule, nur mit einem Anbau an den Naturwissenschaftlichen Trakt zu bewerkstelligen. Mit diesem Anbau wird es möglich, Provisorien und Einmietungen aufzuheben, den bestehenden Trakt neu und befriedigend zu organisieren und die vor allem in Stosszeiten sehr engen Verhältnisse im Sekretariat zu verbessern.




5.2. Mediothek / Foyer


Die Mediothek und die internen Abläufe wurden unter Zuzug von Spezialisten für Mediotheksplanung und in enger Zusammenarbeit mit dem Nutzer geprüft und überarbeitet.


Die Nutzung anderer Bibliotheken und die Fernausleihe kann ergänzend jederzeit getätigt werden. Es hat sich aber gezeigt, dass mit den aktuellen Unterrichtsformen, den notwendigen schnellen Zugriffszeiten und der abseitigen Lage des Gymnasiums auf eine eigene Mediothek und Bibliothek nicht verzichtet werden kann. Der Flächenbedarf wurde gemäss den Richtlinien für Schulbibliotheken, herausgegeben von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken SAB, ermittelt und in Absprache mit dem Nutzer auf den im Raumprogramm definierten Wert reduziert.


Die Mediothek ist als eingeschossiger Bau im östlichen Anschluss an das Foyer geplant. Der Neubau gliedert sich in zwei Bereiche. Den Bereich Ausleihe und Verwaltung im direkten Anschluss an das Foyer und den Bereich Mediothek und Internet, mit einer Dreiteiligkeit in der Breite und Lichthöfen in der Tiefe strukturiert. Organisation und Benutzbarkeit der Anlage überzeugen. Die Höfe vermitteln die für ein Studium notwendige Ruhe. Zusammen mit den Oblichtern garantieren sie eine ausgewogene natürliche Belichtung. Die Medien sind gut organisiert und einsehbar. Die Anlage gewährt den Bibliothekarinnen Sichtkontakt in alle Bereiche. Der Neubau wertet bestehende Innenräume auf und vermag vielfältige Bezüge zu schaffen.


Durch die Verlagerung der Mediothek kann das enge Foyer befreit und neu organisiert werden. Der Zugang zum Haus wird neu definiert, die Eingangshalle erhält eine Ausdehnung, die der zentralen Lage und Funktion entspricht und gewährt Auffindbarkeit und Zugang der verschiedenen Lernbereiche. Der Essbereich wird vom Durchgangsverkehr abgerückt und mit einer abgeschlossenen Küche versehen. Die Verpflegung basiert auf einem Cateringsystem. Das Essen wird angeliefert und kann warm gehalten oder aufgewärmt werden. Für kleine Gruppen kann vor Ort gekocht werden. Es handelt sich aber ausdrücklich nicht um eine Mensa. Dies würde den räumlichen als auch den finanziellen Rahmen deutlich sprengen. Die geplante Küche erlaubt, die Qualität der Verpflegung zu steigern und ermöglicht den SchülerInnen, vermehrt warme Mahlzeiten zu sich zu nehmen (Die Mahlzeiten werden dabei gemäss Finanzhaushaltsgesetz §5 verursachergerecht zu Vollkosten verrechnet). Die Haustechnik ist so dimensioniert, dass die Eingangszone von Geruchsemissionen der Küche freigehalten wird. Das Foyer wird mit Sitzgelegenheiten für die Verpflegung ausgestattet.


Die Arbeitstische für den Aufgabenbereich befinden sich neu am Innenhof zur Mediothek. Eine Theke für die Dienste des Hauswartes, ein Kopierraum und ein Stellbereich für Informationswände ergänzen das Foyer.


Als Erweiterung des Foyers und für den Aufenthalt wird ein freistehendes Dach vor dem Haupteingang vorgeschlagen. Ein rückwärtige Dach gewährt zudem einen Unterstand für Arbeiten des Werkunterrichtes. Mit den vorgeschlagenen einfachen Überdeckungen können neu für Pausen, Arbeiten und Mittagessen vor Regen und Sonne geschützte Zonen angeboten werden.




5.3. Umbau und Erweiterung


Der Umbau und die Erweiterung des Traktes B sind aus folgenden Gründen notwendig:
- Brandschutz
- Behindertengerechte Erschliessung
- Räumliche und betriebliche Verbesserungen und Raumersatz


Der Ausbaustandard des Erweiterungsbaus wurde entsprechend dem bestehenden Schulhaus einfach aber zweckmässig gehalten. Die Raum- und Fassadentypologie wurde vom Altbau übernommen. Die Eingriffe im Umbaubereich wurden auf das absolut Notwendige reduziert.


Brandschutz
Das Gymnasium entspricht nicht den bindenden Vorgaben der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung. In Zusammenarbeit mit der Gebäudeversicherung wurde ein bewilligungsfähiges Fluchtwegkonzept erstellt. Die Eingriffe in die bestehende Substanz wurden minimiert. Trotzdem müssen Fluchtwege von Einbauten befreit werden, Brandabschnitte erstellt und neue vertikale Fluchtwege eingeführt werden.
Die Umsetzung erfordert einen grossen Aufwand, ist doch das Gebäude nicht für die nötigen Eingriffe vorbereitet. Die Neuorganisation bedeutet einen zusätzlichen Raumbedarf. Eine Etappierung der Umsetzung der Brandschutzmassnahmen ist, auf fünf Jahre beschränkt, möglich.


Behindertengerechte Erschliessung
Der Zugang in den Trakt 2 ist heute für körperlich Behinderte nur erschwert oder unter Hilfe Dritter möglich.
In der Ausarbeitung des Bauprojektes wurden Lift und Treppenlift als mögliche Lösungsvarianten miteinander verglichen. In der Gesamtbeurteilung von Gebrauchstauglichkeit, Sicherheit und Kosten hat man sich für den Lift entschieden. Mit dem Lift können neben Personen- auch Warentransporte getätigt werden. Dies ist für den Hauswart, das Reinigungspersonal und auch für den Lehrkörper von Vorteil, liegen doch Sammlungen nicht immer auf denselben Niveaus wie die Unterrichtsräume. Zudem besteht bei einem Treppenlift neben langen Warte- und Fahrtzeiten auch ein Sicherheitsproblem für Benutzer und Dritte im bestehenden, recht schmalen Treppenhaus.
Der im Übergangsbereich der halbgeschossig versetzten Trakte neu geplante Lift verdrängt bestehende Nutzungen und macht Anpassungen an die vertikale Leitungsführung notwendig.


Räumliche und betriebliche Verbesserungen und Raumersatz
Mit dem Platzangebot des Erweiterungsbaus können verschiedene Zonen entlastet werden. Musikzimmer müssen nicht mehr als Kleinklassenräume genutzt werden. Beschädigungen der Instrumente werden so verhindert.
Die Sammlungen können aus den Gängen entfernt und den Naturwissenschaften zugeordnet werden.
Schulleitung und Sekretariat erhalten den notwendigen Raum, um den stark gestiegenen Aufwand leisten zu können. Dort arbeiten heute acht statt ursprünglich vier MitarbeiterInnen. Die in Spitzenzeiten hochfrequentierte Theke des Sekretariats kann erweitert und damit der Zu- und Durchgang entlastet werden.
Die Einmietung des Projektraums in der nahe gelegenen Ziegelei und das betrieblich ungenügende Provisorium neben der Aula können aufgehoben werden.
Betriebliche Abläufe können verbessert werden. Auf eine vollständige Neuorganisation wurde jedoch verzichtet. Diese wurde in der Phase Bauprojekt untersucht und die dazugehörenden Kosten wurden ermittelt. Die betriebliche Optimierung hätte sämtliche Räume des Traktes 2 betroffen, viele Raumrochaden notwendig gemacht und Mehrkosten von rund CHF 1.0 Mio. ergeben.
Der im Anbau zusätzlich entstehende Unterrichtsraum von zwei Klassenzimmern ermöglicht, den gedrängten Stundenplan (Zwölf-Lektionen-Raster statt zehn) zu entlasten.




5.4. Sanierung der Gebäudehülle


Für die Sanierung der Gebäudehülle wurden Dächer und Fassaden untersucht.


Die Dächer erhalten einen neuen Aufbau und werden extensiv begrünt. Die Isolationsstärke wird erhöht und das heute latent vorhandene Risiko von Schadensfällen wird eliminiert. Mit der Dachfläche werden auch die Anschlussdetails an die Fassade neu gelöst. Die Sanierung kann während laufendem Schulbetrieb erfolgen.


Für die Fassade wurden Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Sanierungseingriffen detailliert untersucht. Baupysikalische und energetische Aspekte wurden den Bau- und Betriebskosten gegenübergestellt. Die Studie hat ergeben, dass der bestehende Fassadenaufbau beibehalten werden soll. Der Brüstungsbereich wird nicht nachisoliert. Hingegen werden neue Fenster auf die bestehende Rahmenkonstruktion aufgebracht. Brüstungskanäle und Storen müssen nicht ersetzt werden. Sie werden örtlich angepasst und instand gestellt. Die Luftdichtigkeit und Bedienbarkeit der Fenster wird verbessert. In der Gesamtbilanz wird eine deutliche Verbesserung erreicht, die kantonalen Vorgaben, welche im Merkblatt Vorbildfunktion öffentlicher Bauten des Amtes für Umwelt und Energie definiert sind, werden erfüllt. Dies sowohl bei den Neubauteilen als auch bei den Sanierungen. Die vorgeschlagenen Massnahmen erlauben eine effiziente Umsetzung der Fassadensanierung in kurzen Bauetappen. Der Unterricht wird nicht unnötig tangiert. Einzelne Schulzimmer werden jedoch dem Unterricht jeweils nicht zur Verfügung stehen.




5.5. Haustechnik


Neu- und Umbauteile
Die Haustechnik für die Neu- und Umbauteile beschränkt sich auf das unbedingt Notwendige.
So werden funktionelle Lüftungen nur für die naturwissenschaftlichen Unterrichtsräume (Chemie, Physik und Biologie) eingesetzt. Für Räume mit höherer Personenbelegung, wie die Mediothek und der Aufenthaltsbereich in der Eingangszone, wird zur Erreichung des Minergie-Standards eine Hygienelüftung mit minimalem Luftwechsel vorgesehen. Wo immer möglich, wie z.B. im Foyer der Aula, wird auf eine natürliche Fensterlüftung abgestellt. Beim Essensbereich wird, zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen, ein höherer Luftwechsel zugelassen. Die Küche erhält eine eigene Abluftanlage, die nur während den Küchen-Arbeitszeiten in Betrieb stehen wird.
Die Mediothek und das Foyer werden mittels Heizkörper und Zuluft-Vorwärmung beheizt. Die Vorgaben gemäss der Verordnung über die rationelle Energienutzung, sowie die weiteren, strengeren Vorgaben für kantonale Bauten, werden eingehalten.
Die Sanitärinstallationen umfassen den Anschluss der neu zu installierenden Apparate an das vorhandene Leitungsnetz. Neu wird ein separates Löschwassernetz zu Brandschutz eingebaut.
Auch die Elektroinstallationen erfolgen unter Berücksichtigung der Vorgaben von Kanton und Hochbauamt über energiesparende Verbraucher (z.B. Spar-Leuchten) und ökologische Materialien (z.B. PVC).


Sanierung
Die Sanierung der Haustechnik stützt sich auf die umfassende Zustandsbeurteilung mit Sanierungskonzept aus dem Jahre 2002. Dabei beschränken sich die jetzt zur Umsetzung vorgesehenen Massnahmen auf die dringendsten, im Bericht als kurz- und mittelfristig bezeichnet.
Die Lüftungsanlage wird, ausser einigen Anpassungen bei den Chemieräumen, komplett belassen. Aus hygienischen Gründen, werden jedoch die bestehenden Luftkanäle gereinigt.
Die Heizzentrale wurde im Jahre 2003 total erneuert. Von der Wärmeverteilung werden daher nur die beiden Unterzentralen ersetzt. Heizverteilleitungen und Heizkörper werden belassen.
Bei den Sanitärinstallationen werden die zentralen Anlageteile, wie die Kalt- und Warmwasserverteilung, sowie die schadhaften Hauptleitungen im Untergeschoss ersetzt.
Die Elektroinstallationen sind generell in einem akzeptablen Zustand. So werden nur die Steigleitungen und Unterverteilungen im Trakt 2 ersetzt, die vom Umbau betroffen sind. Bei den übrigen Anlageteilen, erfolgen lediglich Anpassungen. Das EDV-Netz wurde bereits früher, im Zusammenhang mit dem Projekt "Internet an den Schulen" saniert.
Die Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR) für dieses Objekt, umfasst neben der neuen Heizungs-Einzelraum-Regulierung nur noch ein zentrales Alarmierungssystem für die Haustechnik-Anlagen. Auf ein Gebäude-Leitsystem wurde bewusst verzichtet.
Eine Brandmeldeanlage in Vollüberwachung wird für alle Gebäudeteile installiert. Die Installationsarbeiten für diese Anlage, sowie für die Einzelraumregulierung, werden in den bestehenden Räumen auf Putz, ohne Schlitzarbeiten ausgeführt.




5.6. Energie / Ökologie / Nachhaltigkeit


Mit effizienten Eingriffen werden energetische Schwachstellen der Gebäudehülle behoben. Dächer, Giebelwände und unterkellerte Erdgeschossboden werden besser isoliert und die Fassaden mit neuen Fenstern bestückt.
Mittels Einzelraumregulierung und Nachtabsenkung der Raumheizung können die Raumtemperaturen der Unterrichtsräume der Belegung gemäss Stundenplan angepasst werden. Daraus können Heizenergieeinsparungen von bis zu 10% erreicht werden.
Der Minergiestandard wird im Neubauteil Mediothek und im Erweiterungsbau bezüglich Wärmeschutz erfüllt. Die Mediothek erhält zudem eine optimierte Beleuchtung.
Alle drei neuen Lüftungsanlagen (Anbau Trakt 2, Mediothek und Küche / Essplatz / Foyer) werden mit einer effizienten Wärme-Rückgewinnungs-Anlage (WRG) ausgestattet. Diese erlaubt bis 80% der in der Abluft enthaltenen Wärmeenergie wieder der Frischluft zu den Räumen zuzuführen.
In der Gesamtbilanz wird dadurch eine deutliche Verbesserung erreicht. Die kantonalen Vorgaben werden erfüllt. Dies sowohl bei den Neubauteilen als auch bei den Sanierungen.
Alle verwendeten Materialien entsprechen den ökologischen Vorgaben des Hochbauamts.




5.7. Schadstoffsanierung


Die Firma Carbotech hat einen Untersuchungsbericht über Asbest- und PCB-haltige Baumaterialien erstellt. Die Ergebnisse zeigen, dass in der Klasse der schwach gebundenen asbesthaltigen Materialien, Dichtungen und Rohrleitungen sowie vereinzelte kleine Picalplattenstücke gefunden wurden. Als fest gebundene asbesthaltige Materialien wurden die Fensterkitte in der ganzen Anlage (ca. 5 Kilometer excl. Turnhalle), die Fassadenelemente der Aula sowie die Dachelemente der Velounterstände (700 m2 Platten aus Asbestzement) identifiziert bzw. eingestuft. Bei den Dauerelastischen Fugendichtungsmassen wurde in den meisten Proben Chlorparaffine und in geringerem Ausmasse auch PCB nachgewiesen. Nur wenige Proben waren PCB- und Chlorparaffinfrei. Insgesamt handelt es sich dabei um rund 3.4 Kilometer im Aussen- und etwa 200 Meter im Innenbereich.


Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen, den zugehörigen Richtlinien und Wegleitungen für Asbest und PCB werden als Konsequenz die folgenden Schlussfolgerungen abgeleitet:

Bei sämtlichen Sanierungsmassnahmen handelt es sich um gebundene Ausgaben.




5.8. Brandschutz


Das Gymnasium wurde ohne horizontale und vertikale Brandabschottungen gebaut. Als Fluchtwege stehen heute ein offenes Haupttreppenhaus und zwei aussenliegende Fluchttreppenhäuser zur Verfügung.


In Absprache mit der Feuerpolizei werden bestehende Fluchtwege und -treppen beibehalten und um zwei neue Fluchttreppenhäuser erweitert. Das Haupttreppenhaus und die Korridore werden entsprechend den Brandschutzauflagen mit brandfallgesteuerten Türen unterteilt. Die Fluchtwegsignalisierung und -beleuchtung wird angepasst.


Alle Gebäude des Gymnasiums mit Ausnahme der Turnhallen werden mit einer Brandmeldeanlage (Vollüberwachung) ausgestattet. Bei sämtlichen Fluchttreppenausgängen und Notausgängen werden neu Nasslöschposten installiert. Die Zahl der Handfeuerlöscher wird aufgestockt.


Die Steigzonen der Haustechnik werden nach den Brandschutzrichtlinien abgeschottet. Bei allen Anlageteilen der Haustechnik werden die geltenden Brandschutznormen umgesetzt.


Dank Optimierung des Fluchtwegkonzepts und Verzicht auf ein innenliegendes Treppenhaus in Trakt 3 ist es möglich, die Erweiterung des Trakts 2 innerhalb von vier Achsen zu realisieren.


Die Massnahmen des Brandschutzes sind umgehend umzusetzen. Lediglich für Trakt 2 gewährt die Gebäudeversicherung, bei einer Etappierung, einen Aufschub um maximal fünf Jahre.




5.9. Provisorien


Bauarbeiten verursachen Lärm und beeinträchtigen den Schulbetrieb. Die baulichen Eingriffe und Sanierungsmassnahmen betreffen den ganzen Gebäudekomplex, mit Ausnahme der Turnhallen. Im Terminplan werden die Bauabläufe und die daraus entstehenden Auslagerungen genau festgehalten. Die Arbeiten und Auslagerungen sind auf den Ferien- und Prüfungsplan abgestimmt. Es werden drei Arten von Provisorien vorgeschlagen. Die Erstellung von 6 provisorischen Schulzimmern auf dem Areal der Schule, Umlagerungen in Aula und kleine Turnhalle und die Auslagerung der ganzen Schule ins Kollegiengebäude der Universität Basel.


Die provisorischen Schulzimmer auf dem Areal werden während den ersten 6 Monaten für den geschossweisen Umbau von Trakt 2 benötigt. Der Schulbetrieb wird so weit als möglich aufrecht erhalten. Die Detailplanung der Ausführungsphase wird über den genauen Stundenplan Auskunft geben. Die Aula und die kleine Turnhalle werden für die Zwischenlagerung der Bibliothek und für den Aufenthalt und die Verpflegung der Schüler benötigt.


Während der Semesterferien der Universität Basel besteht die Möglichkeit, mit der ganzen Schule ins Kollegiengebäude umzuziehen. Die Auslagerung ist, mit Ausnahme der bescheidenen Umzugs- und Reinigungskosten, kostenlos. Sie erlaubt, gekoppelt mit Sommer- und Herbstferien des Gymnasiums, während 15 Wochen uneingeschränkte bauliche Aktivitäten. Die Reservation des Kollegiengebäudes für den Sommer 2007 musste bereits vorgenommen werden, um eine anderweitige Belegung zu verhindern. Die Reservation konnte nicht auf die Folgejahre ausgedehnt werden. Sollte eine Realisierung des Vorhabens im Jahr 2007 nicht möglich sein, muss eine neue Lösung gefunden werden. Die Kosten für zusätzliche Provisorien auf dem Schulgebäude oder Fremdeinmietungen sind in den Gesamtkosten nicht enthalten.


Provisorische Behelfsmassnahmen für den laufenden Schulbetrieb (Bauwände und dgl.) garantieren die Sicherheit der Nutzer.


Es ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass sich die Schulleitung bereit erklärt hat, während Umbauarbeiten Lärmbelastungen in Kauf zu nehmen und den Schulunterricht der ausserordentlichen Situation anzupassen. Dies geschieht mit angepasster Unterrichtsform (Aufzeichnung und Wiedergabe von Experimenten auf Video), Verschiebung von Projektwochen in stark lärmbelastete Bauphasen und entsprechende Vorbereitung und Information der Lehrkräfte und Schüler. Damit können teure Provisorien in Umfang und Ausrüstung minimiert werden. Auf eine Totalauslagerung kann verzichtet werden.




5.10. Etappierung


Im Planungsprozess wurden mögliche bauliche und zeitliche Etappierungen diskutiert. Eine Etappierung würde ermöglichen, Kosten innerhalb des Finanzplans aufzuteilen.


Die massgeblichen Bauteile des Projekts, die Mediothek mit Foyer und die Erweiterung von Trakt 2 sind funktional und konstruktiv unabhängig voneinander realisierbar.


Es bestehen folgende Zusammenhänge:


Zwingend erforderlich ist eine Koordinierung des Bauvorhabens im Kontext des Schulbetriebs. Stark Lärm verursachende Arbeiten müssen ausserhalb der Schulzeiten durchgeführt werden, während den Prüfungszeiten sind nur nicht störende Bauarbeiten möglich. Durch die Ferienzeiten sind Zeitfenster vorgegeben, welche mit tatsächlichen Bauphasen nicht zu vereinbaren sind. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, Bauabläufe zeitlich, räumlich und in Abhängigkeit untereinander zu etappieren.


Eine Etappierung wirkt sich in jedem Fall negativ auf die Gesamtkosten aus. Der Ausschreibungs- und Vergabeaufwand wird erhöht. Positionen wie die Sanierung der Fenster und damit einhergehend die Asbestsanierung müssen aufgeteilt und mehrfach ausgeschrieben werden. Die ganze Bauplatzinstallation und die Sicherung der Nutzer muss mehrfach vorgenommen werden. Investitionen für Sanierungen der Haustechnik müssen zum Teil innert kürzester Zeit wieder abgeschrieben werden, da sie für Um- und Neubauteile unzureichend oder falsch platziert sind.


In Anbetracht von Bedarf, Störungen des Schulbetriebs während der Bauzeit, notwendigen Anpassungen des Unterrichts auf die spezielle Situation, Gefährdungszeit der Nutzer und den Kosten ist die Realisierung aller Vorhaben in einer Etappe zu empfehlen.




5.11. Zukünftige Erweiterungsmöglichkeit


Eine zukünftige Erweiterung von Trakt 2 ist um weitere vier Achsen möglich. Damit könnten acht neue Schulzimmer bereitgestellt werden.
Eine Erweiterung der Mediothek ist nicht vorgesehen. Es bestehen innerhalb des Projekts die notwendigen Verdichtungsmöglichkeiten.




5.12. Standards


Das bestehende Gebäude ist in einem bescheidenen Standard ausgeführt. Dieser Standard gilt sinngemäss auch für die Erweiterung von Trakt 2 und für alle Umbauarbeiten.


In Bereichen, die nicht wesentlich tangiert werden, werden bestehende Bodenbeläge und Decken nicht ersetzt sondern lediglich instand gestellt. Im Erweiterungsbau Trakt 2 wird der vorgegebene Standard sogar reduziert, auf Verdunkelungsstoren wird verzichtet.


Der Ausbau von Foyer und Mediothek sind solide, dauerhaft und zweckmässig. Foyer und Mediothek werden durch grosszügige natürliche Lichtführung und räumliche Beziehungen eine ihrer Bedeutung entsprechende Ausstrahlung erhalten.


Die haustechnischen Anlagen sind auf das Notwendige ausgelegt. Einzig das Kanalsystem der Küchenlüftung ist so konzipiert, dass ein späterer Ausbau für braten und fritieren möglich ist. Dank dem Entgegenkommen des Nutzers, der die Bedürfnisse an etlichen Stellen reduziert hat, können die Aufwendungen für die Haustechnik im Rahmen gehalten werden.


Die Standards sind im Raumbuch des Bauprojekts detailliert festgehalten.


Erdbeben: Zur Erlangung der Vorgaben betreffend Erdbebensicherheit (Zone 3a, Bauwerksklasse II) werden bei den Neubauten die Normen SIA SN 260-267 eingehalten. Hingegen werden bei den bestehenden Bauten keine zusätzlichen Massnahmen vorgesehen. Die Erdbebensicherheit kann bei diesen Teilen gemäss den neusten Normen nicht nachgewiesen werden.




5.13. Projektrisiken


Das Bauen im Winter birgt witterungsbedingt Risiken. Bei einer langanhaltenden Kälteperiode besteht die Gefahr, dass der Baufortschritt nicht planmässig voranschreitet. Dies muss im Terminplan, den Ausschreibungen und den Werkverträgen berücksichtigt werden. Ebenso müssen die Leistungsfähigkeit und die dafür notwendigen Ressourcen der Planer und Unternehmer garantiert werden können.


Als Risiko werden die Kosten für eine externe Einmietung der gesamten Schule während der lärmintensiven Bauarbeiten eingestuft. Die Reservation für das Kollegiengebäude der Universität Basel musste schon frühzeitig bestätigt werden, andernfalls wäre das Gebäude an andere Interessenten vergeben worden. Da eine Reservation für die Folgejahre nicht möglich war, hätte eine Verzögerung der Vorlage im Landrat zur Folge, dass Provisorien für die gesamte Schule erstellt werden müssten oder eine Einmietung gefunden werden müsste. Es ist dabei festzuhalten, dass aktuell keine Verfügbarkeiten in der Grössenordnung des Kollegiengebäudes bekannt sind. Die Kosten für zusätzliche Provisorien auf dem Schulgebäude oder Fremdeinmietungen sind in den Gesamtkosten nicht enthalten.


Die Kosten des Bauprojekts wurden für den Architekten von einem externen Kostenplaner erfasst. In Zusammenarbeit mit den Bereichen Projektierung und Realisierung des Hochbauamtes wurden die Elementpreise überprüft, mit Referenzpreisen verglichen und bei Bedarf angepasst. Dabei wurde der speziellen Situation von Terminen, Bauplatz und Schulbetrieb Rechnung getragen. Für Unvorhergesehenes werden im Kostenvoranschlag für Neubauteile 5%, für Umbauteile 10% eingestellt. Die Kostengenauigkeit des Kostenvoranschlags beträgt +/- 10%. In Anbetracht der mehrfachen Prüfung der Elementpreise auf Vollständigkeit und Marktsituation wurde auf eine externe Risikoanalyse verzichtet.


Nach Abschluss der Baukreditvorlage hat sich die Büroform der Architekten Trinkler Engler Ferrara geändert. Für die Weiterbearbeitung des Projekts und die Ausführung stehen alle Wissensträger weiterhin zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit den Architekten war bis anhin äusserst gut. Das Hochbauamt überprüft jedoch, wie bei andern Grossprojekten auch, für die weitere Beauftragung und Realisierung die Kapazität und Leistungsfähigkeit der Planer.




5.14. Pläne
Alle Pläne [PDF]
- Situation
- Untergeschoss
- Erdgeschoss
- 1. bis 3. Obergeschoss
- Dachaufsicht
- Schnitte / Fassaden



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