2005-65

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hochgiftige Stoffe unser Trinkwasser aus der Muttenzer Hard kontaminieren können. Die Resultate der ersten Untersuchungsetappe zu den Chemiemülldeponien, welche die Gemeinde Muttenz vor kurzem bekannt gab, sind beängstigend. Sie haben ergeben, dass Giftstoffe aus der Feldrebengrube in das Grundwasser austreten und z.B. die Grenzwerte der Altlastenverordnung für das Krebs fördernde Perchlorethylen überschritten werden. Wohin das chemisch belastete Grundwasser fliesst konnte bislang nicht eindeutig eruiert werden. Noch immer muss davon ausgegangen werden, dass Giftstoffe bei ausserordentlichen Ereignissen wie anhaltendem Hochwasser und gleichzeitigem Versickerungsstopp von Rheinwasser durch die Hardwasser AG in unserem Trinkwasser auftauchen können. Dieser unklare und beunruhigende Zustand ist inakzeptabel und muss umgehend behoben werden.

In der Muttenzer Feldrebengrube wurden gemäss Angaben von Novartis, Ciba und Syngenta in den 1950er Jahren ca. 13'000 Tonnen giftiger Chemiemüll am Rande des Trinkwassergebiets Hard abgelagert. Rund 100'000 Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus der Hard. Eine gesundheitliche Gefährdung dieser Menschen kann nach dem heutigen Wissensstand nicht ausgeschlossen werden. Müsste ausserdem diese Trinkwasserquelle eines Tages infolge toxischer Verseuchung geschlossen werden, so wäre die Trinkwasserversorgung einer ganzen Region gefährdet.

Auch die technische Anlage der in Muttenz geplanten zweiten Untersuchungsetappe verspricht - wie die bisherigen Untersuchungen - keinen entscheidenden Erkenntnisgewinn bezüglich der zentralen Frage, die lautet: Kann auch bei Extremsituationen wie oben skizziert, ein Zufluss von mit Chemikalien belastetem Grundwasser in die Trinkwasserbrunnen der Hard hundertprozentig ausgeschlossen werden? Deshalb sollten zusätzliche Untersuchungen durch qualifizierte und unabhängige Experten eine unzweifelhafte Klärung der Grundwasserströme in Muttenz bringen, um das Risiko für eine gesundheitliche Gefährdung durch verseuchtes Trinkwasser ausschliessen zu können.

Die Regierung wird beauftragt zu prüfen und zu berichten, wie sie zusammen mit der Regierung des Kantons Basel-Stadt umfassende Untersuchungen bei einem unabhängigen Expertenteam in Auftrag geben kann. Einem solchen Expertenteam ist die Projektleitung, die Projektorganisation und die Durchführung der Untersuchungen zu übertragen. Die Behandlungsfrist wird auf 6 Monate reduziert.

Ein entsprechender Vorstoss wird ebenfalls im Grossrat eingereicht.



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