2004-95 (1)


1. Einleitung

1.1 Gesetzliche Grundlagen


1.1.1 Gemäss § 12 des Gesetzes über die Basellandschaftliche Kantonalbank (Kantonalbankgesetz) wird die Oberaufsicht über die Bank von Regierungsrat und Landrat ausgeübt. Letzterem steht auf Antrag des Regierungsrates die Genehmigung des vom Bankrat jährlich erstatteten Geschäftsberichtes und der Jahresrechnung zu.


1.1.2 Im Rahmen der Oberaufsicht beauftragt der Regierungsrat gestützt auf § 18 des Kantonalbankgesetzes eine von der eidgenössischen Bankenkommission anerkannte Revisionsstelle mit der fachlichen Prüfung der Jahresrechnung. Der Bericht der Revisionsstelle zuhanden Regierung und Landrat umfasst folgende Punkte:


a. die Ergebnisse der Prüfung der Jahresrechnung und des Geschäftsberichts
b. die Eigenmittelsituation der Bank
c. die Haftungsrisiken des Kantons aus der Staatsgarantie (§ 2 Kantonalbankgesetz).


1.1.3 Zur Überwachung der Geschäftsführung setzt der Bankrat zudem, gestützt auf § 18 des Kantonalbankgesetzes und gemäss Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen, das Inspektorat als Interne Revisionsstelle ein.


1.1.4 Sowohl Regierungsrat als auch Landrat berufen sich bei der Ausübung ihrer Oberaufsicht in fachlicher Hinsicht auf die Ergebnisse der Prüfungen durch die dafür zuständigen internen und externen Fachorgane, welche ihre Prüfungsarbeiten untereinander koordinieren.


1.1.5 In seiner Vorlage 2004/095 betreffend Jahresbericht und Rechnung für das Jahr 2003 der Basellandschaftlichen Kantonalbank nimmt der Regierungsrat "mit Genugtuung davon Kenntnis, dass der Kanton Basel-Landschaft am Gewinn mit 27 Mio. Franken (Vorjahr 25 Mio. Franken) partizipiert" und stellt den Antrag, Geschäftsbericht und Jahresrechnung der Basellandschaftlichen Kantonalbank zu genehmigen.



1.2 Aufgabenstellung


Die Aufgabe des Landrates besteht im Rahmen des oben skizzierten Aufsichtsdispositives in erster Linie darin, sich über die Prüfungsergebnisse der Fachorgane zu informieren und diese kritisch zu würdigen. Daneben bleibt Raum für eine vertiefte Auseinandersetzung mit der aktuellen Geschäftspolitik und -strategie der Bank.



1.3. Kommissionsberatung


An der Sitzung vom 21.04.2004 waren neben den Mitgliedern der Finanzkommission folgende Personen anwesend:


Nach eingehender Information über das abgelaufene Geschäftsjahr der Basellandschaftlichen Kantonalbank durch die zuständigen Personen hat die Kommission einstimmig beschlossen, auf die Vorlage 2004/095 einzutreten.


Die wichtigsten in der Kommissionsberatung erörterten Themen werden im Folgenden kurz dargestellt. Weitere Einzelheiten und zusätzliche Erläuterungen lassen sich dem offiziellen Geschäftsbericht 2004 entnehmen.



2. Jahresrechnung 2003

2.1 Ein Gewinn im wirtschaftlichen Umfeld


Zum Jahresende 2003 hin haben sich Vorboten einer Konjunkturerholung bemerkbar gemacht. Solche Anzeichen sind aber mittlerweile eher mit Vorsicht zur Kenntnis zu nehmen. Trotzdem war das Jahr 2003 für die BLKB erfolgreich, ja sogar das beste in ihrer Geschichte. Mit Erträgen und einem Gewinn deutlich über jenem des Vorjahres konnte das Rekordjahr 2000 übertroffen werden. Der Bruttogewinn stieg um 14 % auf 170 Mio. Franken. Zu diesem erfreulichen Resultat hat in erster Linie das Zinsengeschäft beigetragen.


Für die Vermögensverwaltungstochter Atag Asset Management (AAM) ist das wirtschaftliche Umfeld allerdings nach wie vor schwierig. Im Vergleich mit den Mitbewerbern hat sich die AAM am Markt jedoch behauptet.



2.2 Erfolgsrechnung und Bilanz


Seit der Übernahme der AAM ist die bisherige Rechnung der BLKB als Stammhausrechnung zu führen. Daneben existiert die Konzernrechnung. Letztere gibt über die wirtschaftliche Leistung der aus BLKB und AAM bestehenden Gruppe Auskunft, während erstere - unter Einbezug der Dividende aus der AAM - weiterhin für die Ermittlung des Jahresgewinns und der Ausschüttung der Gewinnanteile an den Kanton sowie an die InhaberInnen von Kantonalbankzertifikaten massgeblich ist.



2.3 Merkmale 2003


2.4 Bericht des Konzernprüfers und der bankengesetzlichen Revisionsstelle


Den Mitgliedern der Finanzkommission lag der Bericht der bankengesetzlichen Revisionsstelle an den Regierungsrat zuhanden des Landrates über die Prüfung der Jahres- und Konzernrechnung 2003 der Basellandschaftlichen Kantonalbank vor.


Buchführung und Jahresrechnung sowie der Antrag über die Verwendung des Bilanzgewinns entsprechen schweizerischem Gesetz und den reglementarischen Vorschriften.


Zur Risikolage schreibt die Revisionsstelle in der Zusammenfassung, dass sich die Risikosituation des Stammhauses und des Konzerns in einem geordneten und normalen Rahmen bewegt. Aufgrund der Ergebnisse ihrer Prüfungen reichen die per 31. Dezember 2003 gebildeten Wertberichtigungen und Rückstellungen aus, um alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und Verpflichtungen abzudecken.


Die bankengesetzliche Revisionsstelle empfiehlt in ihrem Bericht die Genehmigung der Jahresrechnung 2003.



3. Erörterung von Fragen aus der Finanzkommission

3.1 AAM


Die Finanzkommission liess sich über folgende Schwerpunkte und Jahreszielsetzungen der AAM informieren:


Im Zusammenhang mit der Schliessung von drei Niederlassungen konnten nicht alle betroffenen Personen in anderen Funktionen innerhalb der AAM eingesetzt werden. Die AAM hat aber u.a. Unterstützung beim "Outplacement" angeboten. Rund 90% der Kunden der geschlossenen Standorte konnten persönlich resp. telefonisch über die Veränderungen orientiert werden.



3.2 Lohnerhöhungen / Bonuszahlungen


In der BLKB existiert seit Jahren keine generelle Lohnerhöhung mehr. Die Lohnanpassungen werden individuell vorgenommen. In der Lohnrunde 2003/2004 wurde 1% (Vorjahr 1,75%) der Lohnsumme für individuelle Lohnerhöhungen zur Verfügung gestellt.


Die Höhe der Bonussumme ist abhängig vom Bruttogewinn. Alle Mitarbeitenden, welche zum Zeitpunkt der Bonuszahlungen in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen, sind bonusberechtigt. Der Anstieg des Personalaufwandes ist auf einen Wechsel in der Abgrenzung des Bonus zurückzuführen. In der Vergangenheit wurde der Bonus jeweils zu Lasten des Aufwandes verbucht in dem die Auszahlung erfolgte. Im Berichtsjahr ist die BLKB dazu übergegangen den Bonus auf dem gewinn des Rechnungsjahres abzugrenzen und eine Differenz zum ausgezahlten Betrag zu passivieren oder aktivieren. Ohne diesen Wechsel in der Praxis hätte der Personalaufwand geringfügig unter dem Vorjahreswert gelegen.



3.3 Frauenförderung


Die BLKB setzt auf Frauenförderung, es gibt eine Gruppe für Gleichstellung, im oberen und obersten Kader sind die Frauen allerdings noch stark untervertreten. Seit dem Jahr 2000 stieg der Anteil Frauen beim Kader von 15% auf knapp 23%. Diese Tendenz hat sich in der Direktion noch nicht durchgesetzt. Im Jahr 2003 wurden zwei spezifische Frauenkurse ("Zwischen Aggressionen und Emotionen") und eine allen Mitarbeitenden zugängliche Veranstaltung zum Thema "Familie und Beruf - (un)vereinbar?" durchgeführt. Von den 14 Mitarbeiterinnen, welche im Jahre 2003 ein Kind bekamen, haben 11 nach der Geburt weitergearbeitet.



3.4 Nachhaltigkeit


Im zweiten Nachhaltigkeitsbericht der BLKB (erschienen im April 2004) werden verschiedene Aktivitäten und Massnahmen erläutert, wie z.B.



4. Antrag

Die Finanzkommission beantragt dem Landrat einstimmig mit 12:0 Stimmen, den Geschäftsbericht und die Jahresrechnung 2003 der Basellandschaftlichen Kantonalbank zu genehmigen.


Sie verbindet mit diesem Antrag den Dank an Personal, Geschäftsleitung und Bankrat für den im vergangenen Jahr geleisteten Einsatz.



Namens der Finanzkommission
Der Präsident: Marc Joset


Binningen, den 27. April 2004



Back to Top