2004-77 (1)


Am 18. März 2004 hat die FDP-Fraktion eine Interpellation betreffend Life Sciences Week an den Gymnasien mit folgendem Wortlaut eingereicht:

Am 22. Januar 2004 hat der Landrat einer Anschubfinanzierung zur Schaffung eines ETH-Institutes für Systembiologie in der Region Nordwestschweiz zugestimmt. Mit diesem Vorgehen wollte man das Bekenntnis zum Bereich "Life Sciences" unterstreichen. Auch mit dem Sonderkapitel "Life Sciences - Region im Aufbruch" im Wirtschaftsbericht 2003 hat der Regierungsrat BL die Bedeutung dieses Bereichs deutlich hervorgehoben.


Das Gymnasium Liestal führte in Zusammenarbeit mit Bio Valley Basel AG vom 17. - 20. September 2003 zum ersten Mal ein grösseres Life Sciences Projekt durch. Während 4 Tagen konnten sich rd. 240 Schülerinnen und Schüler (Maturanden, die ein Jahr vor der Matur stehen) mit den neuen Techniken, ihrer Anwendung und dabei auftretenden technischen und ethischen Fragen auseinandersetzen.


Dieses Projekt verfolgt eine intensive Auseinandersetzung mit den Life Sciences im Allgemeinen und den regionalen Institutionen im Besonderen mit dem Ziel, ältere Gymnasiasten auf Berufsbilder und Berufsmöglichkeiten in der Region hinzuweisen und so den Nachwuchs für die Life Sciences zu fördern. Die Woche darf als grosser Erfolg gewertet werden.


Obwohl alle davon überzeugt sind, dass solche Projekte sinnvoll und notwendig sind, hatten die Organisatoren grösste Mühe, die nötigen Gelder zusammenzubringen. Wir bitten deshalb den Regierungsrat um die Beantwortung folgender Fragen:

Wir danken dem Regierungsrat für schriftliche Beantwortung unserer obigen Fragen.




Antwort des Regierungsrates


Frage 1
Ist der Regierungsrat der Meinung, dass solche Projekte für unsere Region notwendig sind und deshalb gefördert werden müssen?


Antwort
Das Gymnasium Liestal hat in Zusammenarbeit mit der BioValley Basel AG im vergangenen Jahr zwei Anlässe durchgeführt. Vor den Herbstferien hatten alle Schüler/innen der 3. Klassen sowie einige 4. Klassen mit dem Schwerpunktfach Biologie/Chemie die Möglichkeit, sich während vier Tagen intensiv mit der Thematik 'Life Sciences' auseinander zu setzen. Dies geschah durch Referate, Exkursionen sowie eigene Experimente. Diese Veranstaltung ist in allen Klassen von den entsprechenden Lehrpersonen vorbereitet und anschliessend ausgewertet worden. Nach den Herbstferien konnte eine Klasse des Gymnasiums im Rahmen der BioValley Week während eines ganzen Tages an der Mustermesse ihre Ergebnisse präsentieren. Vom Erfolg dieser Veranstaltung konnte sich der Regierungsrat persönlich überzeugen.
Beide Veranstaltungen konnten nur durchgeführt werden dank dem unentgeltlichen Engagement der Lehrpersonen sowie der Vertreter der BioValley AG.
Der Regierungsrat ist der Meinung, dass solche Vorhaben gerade in unserer Region notwendig sind und deshalb auch gefördert werden sollen. Wir sind der Meinung, dass dies eine lohnende Investition in eine zukunftsträchtige Wirtschaftsbranche darstellt.




Frage 2
Wie muss vorgegangen werden, damit Schülerinnen und Schüler aller Gymnasien, die ein Jahr vor der Matur stehen, an einem solchen Projekt teilnehmen können?


Antwort
Im Anschluss an die zweite Veranstaltung wurde auf Initiative des Gymnasiums Liestal ein Netzwerk von weiterführenden Schulen der beiden Basler Kantone sowie Baden-Württemberg gegründet und seitdem besteht ein Informationsaustausch zwischen den Schulen. Es ist geplant, regelmässig ähnliche Veranstaltungen auch an anderen Schulen zu organisieren. Die Bereitschaft der Wirtschaft und der Wissenschaft ist unverkennbar vorhanden, haben doch alle Referenten und Firmen der letztjährigen Tagung ihre Bereitschaft verkündet, sich wiederum zur Verfügung zu stellen. Trotz grossem Engagement und unentgeltlich geleisteter Arbeit entstehen bei einem solchen Projekt Kosten. Der Finanzierungsbedarf bezieht sich dabei auf die Infrastruktur, Werbekosten sowie einige wenige Honorare. Der Regierungsrat legt Wert darauf, dass die Veranstaltungen, bzw. die Veranstaltungsreihen rechtzeitig geplant und ordentlich budgetiert werden müssen.




Frage 3
Nachdem Landrat und Regierungsrat dem Bereich Life Sciences eine derart grosse Bedeutung beimessen - in welchem Rahmen sieht der Regierungsrat eine mögliche finanzielle Beteiligung an einem derartigen Projekt?


Antwort
Der Regierungsrat sieht die Beteiligung an solchen Projekten über die Budgets der weiterführenden Schulen. Im Rahmen des Schulprogramms kann eine Schule frei bestimmen, auf welchen Gebieten sie spezielle Aktivitäten entwickeln möchte (sei es Literatur, Theater, Kunst, Umweltschutz oder seien es eben die Life Sciences). Sie hat die Möglichkeit, Veranstaltungen in dem von ihr gewählten "Spezialgebiet" zu planen und durchzuführen. Die Schwerpunktsetzung durch die Schule ist unter Umständen nicht ohne Einfluss auf andere Aktivitäten (Bildungsreisen, Lager- und Themenwochen). Dass eine Schule Alles machen kann, ist ausgeschlossen. Damit ist auch schon angetönt, dass der Regierungsrat zwar jede Initiative seitens der Schulen begrüsst, aber aufgrund der prekären Finanzverhältnisse sich nicht in der Lage sieht, die Schulbudgets für diese Thematik bedeutend zu erhöhen.


Liestal, 18. Mai 2004


Im Namen des Regierungsrates
Der Präsident: Straumann
Der Landschreiber: Mundschin



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