2004-59 (1)


1. Ausgangslage

Beim Contracting, einer Art Leasing, wird nicht die Sache an sich finanziert, sondern die Nutzung. Contracting darf als Win-Win-Situation bezeichnet werden. Einerseits gewinnt der Contractor (Anbieter), andererseits aber auch der Kunde. Es wird heute im Energiebereich von zwei Formen von Contracting gesprochen:


Anlagen-Contracting : Dabei plant erstellt und betreibt der Contractor (Anbieter) eine Energieversorgungsanlage. Der Kanton als Kunde bezieht als Beispiel Raumwärme und bezahlt einen vertraglich festgelegten Preis. Der Kanton bezieht heute rund 30% des Wärmebedarfs auf diese Weise.


Beim Einspar-Contracting investiert der Contractor in eine sparsamere Technologie und erhält vom Kunden jährlich die Kosten für die eingesparte Energie solange zurückerstattet, bis seine Investitions- und Dienstleistungskosten abgegolten sind.


Das bis heute einzige Projekt zum Einspar-Contracting wird an der Berufsschule in Muttenz betrieben. Für Belüftungsanlagen und eine Beleuchtungsanlage wurde ein Vertrag abgeschlossen.


Der Vorteil des Einspar-Contractings ist, dass in Zeiten der Finanzknappheit umweltwirksame Investitionen extern vergeben werden können und so ein Umweltnutzen entsteht. Ausserdem hat der Contractor ein sehr grosses Interesse daran, das Einsparziel zu erreichen, weil er andernfalls kein oder weniger Geld erhält, da die Bezahlung von der Zielerreichung abhängt. Das Einspar-Contracting bietet bei langfristigen Verträgen wesentlich grössere Schwierigkeiten, da im Laufe der Zeit die Nutzung - und damit verbunden auch der Energiebedarf im vertraglich verpflichteten Gebäude - völlig ändern kann. Beim Anlage-Contracting ist dies einfacher, da unabhängig von der Nutzung in der Regel immer Wärme für die Beheizung benötigt wird.




2. Kommissionsberatung


An der Sitzung vom 19. April 2004 hat die Umweltschutz- und Energiekommission die Vorlage 2004/059 beraten. Die komplexe Materie wurde uns von Regierungsrätin Elsbeth Schneider-Kenel und Felix Jehle, Fachstelle Energie Amt für Umweltschutz und Energie, erläutert.


Die Kommission liess sich über verschiedene Contractings in unserem Kanton unterrichten. Dabei stellten wir fest, dass das Anlagen-Contracting gut etabliert ist und in vielen kantonalen Gebäuden Anwendung findet. Das Einspar-Contracting ist weit schwieriger umzusetzen. Heute gibt es lediglich für die Belüftung und die Beleuchtung im Treppenhaus an der Berufsschule in Muttenz Einspar-Contracting Verträge.


Die Umweltschutz und Energiekommission begrüsst die Bemühungen des Kantons für das Anlagen- und Einspar-Contracting. Die realisierten Projekte sind ein guter Anfang. Die Kommission wünscht, dass der eingeschlagene Weg in Sachen Anlagen- und Energie-Contracting fortgesetzt und weiterentwickelt wird.




3. Antrag


Die Umweltschutz- und Energiekommission beantragt dem Landrat mit 10:0 Stimmen bei einer Enthaltung die Abschreibung des Postulates 1999/058 von Heidi Portmann.


Pratteln 4. Mai 2004


Im Namen der Umweltschutz- und Energiekommission
Der Präsident: Philipp Schoch



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