2004-131 (1)


Am 27. Mai 2004 reichte Landrat Willy Grollimund die Interpellation 2004/131 zur Problematik des Giftigen Jakobskreuzkrautes ein. Der Interpellant führt im Wesentlichen an:
Er fragt den Regierungsrat,

Der Regierungsrat hat diese Fragen eingehend geprüft und verschiedenen Fachpersonen innerhalb und ausserhalb der Verwaltung sowie in anderen Kantonen kontaktiert. Er kommt darauf gestützt zu folgendem Ergebnis:


1. Biologie und Verbreitung des Jakobskreuzkrautes


2. Virulenz und Verwechslungsgefahr
3. Toxizität
4. Fazit



5. Beantwortung der Fragen


1.) Ist sich der Regierungsrat dieser Problematik bewusst und sieht er entsprechenden Handlungsbedarf?


Der Regierungsrat ist sich der Problematik des Jakobskreuzkrautes sehr wohl bewusst. Die Landwirtschaft ist seit einigen Jahren durch Fachpresse und Beratung sensibilisiert. Zur Aufklärung und Information wurden bereits 2002 Kurse am Ebenrain angeboten und Merkblätter an alle Ackerbaustellenleiter der Gemeinden verteilt.


Der Regierungsrat stellt jedoch fest, dass

2.) Wie gedenkt der Regierungsrat und die zuständige Amtsstelle aktiv zu werden und Massnahmen zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung des hochgiftigen Krautes zu unterbinden und reduzieren?


Im Sinne der Vorsorge wird empfohlen, vor allem Autobahnböschungen und kommunale Ruderalflächen, soweit sie nachweislich von grösseren Herden des Jakobskreuzkrautes bestanden sind, vor dem Verblühen der Pflanze zu mähen und so die Versamung zu verhindern.


Weitere Bekämpfungsmassnahmen für das Jakobskreuzkraut drängen sich zur Zeit nicht auf. Jedoch ist die Entwicklung in den nächsten Jahren zu beobachten. Dies ist wie folgt gewährleistet:


3.) Werden allenfalls Gemeinden, Bahnbetreiber und Private zur Mithilfe zur Bekämpfung angehalten. Sowie die Bevölkerung über die Gefährlichkeit des Jakobskreuzkrautes informiert und aufgeklärt?


Wie erwähnt, wird die Gefährlichkeit des Jakobskreuzkrautes weit überschätzt - nicht zuletzt durch nicht durchwegs objektive Berichterstattungen in den Medien. Der Regierungsrat warnt deshalb vor einer Panik! Er sieht sich nicht veranlasst, Gemeinden, Bahnbetreiber und Private zu gross angelegten Bekämpfungsmassnahmen aufzufordern.


Jedoch wird der Regierungsrat die im Rahmen der aktuellen Interpellation gewonnenen Erkenntnisse in geeigneter Form an Landwirtschafts- und Pressekreise übermitteln.


Zusammenfassend hält der Regierungsrat fest, dass auch das Jakobskreuzkraut Teil unserer Um- und Mitwelt ist und seine spezifische Funktion im ökologischen Gefüge hat. Die Vergiftungsgefahr wird weit überschätzt und in den Medien stark übertrieben.


Bei der Frage, ob eine potenziell vergiftungsgefährliche Pflanze bekämpft werden soll, ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Vergiftung zu beachten. Dies sowohl absolut, als insbesondere auch im Vergleich zu anderen Vergiftungsquellen oder Todesursachen.


Vorliegend lässt sich eine allgemeine Gefährdung durch das Jakobskreuzkraut nicht erkennen. Massnahmen, insbesondere gross angelegte Bekämpfungskampagnen, drängen sich nicht auf. Sie wären im Gegenteil 'mit Kanonen auf Spatzen geschossen'.


Liestal, 17. August 2004


Im Namen des Regierungsrates
der Präsident: Ballmer
der Landschreiber: Mundschin



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