2003-233

Basel-Stadt und Baselland haben wiederholt ihren Willen zur Erhaltung der Medizinischen Fakultät bekräftigt. Um die Akkreditierung der Universitätskliniken sicherzustellen und ihre hohe Behandlungsqualität zu erhalten, brauchen diese in allen Spezialgebieten bestimmte Fallzahlen. Im kleinen Einzugsgebiet der Nordwestschweiz sind diese kritischen Zahlen nur durch Konzentration der Zentrumsmedizin an einem Ort erreichbar. Auch der zunehmende Kostendruck zwingt uns Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Die optimale Auslastung des spezialisierten Personals und der teuren Infrastruktur wird nur durch Konzentration möglich.

Die neuste Entwicklung im Spitalsektor läuft dem erklärten Ziel einer kostenbewussten Zentrumsmedizin eindeutig zuwider. In Konkurrenz zur Urologischen Universitätsklinik in Liestal plant das Bethesdaspital ein urologisches Zentrum mit eigenem Nierensteinzertrümmerer. Und das Claraspital plant in Konkurrenz zur Medizinischen Universitätsklinik ein Herzkatheter-Zentrum. Bereits hat auch das Bruderholzspital sein Interesse an einem eigenen Herzkatheter-Service angemeldet.


Der Bedarf für diese neuen Spitalabteilungen ist nicht gegeben. Ihre Realisierung führt deshalb zu ungenügender Auslastung und zur Mengenausweitung und damit zur Verteuerung der regionalen Zentrumsmedizin. Ihre Realisierung führt aber auch zur Schwächung der betroffenen Universitätskliniken in unserem sehr kleinen Einzugsgebiet.


Offenbar sollen vor Abschluss der regionalen Spitalplanung noch vollendete Tatsachen geschaffen werden. Wenn dieser Entwicklung nicht bald Einhalt geboten wird, ist zu befürchten, dass die erwähnten Beispiele Schule machen und es zu einer weiteren Aufsplitterung der Zentrumsmedizin kommt.


Wir bitten den Regierungsrat folgende Fragen zu beantworten:


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