Vorlage an den Landrat


KMU, Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftspolitik
Die Wirtschaft des Kantons Basel-Landschaft ist stark von kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) geprägt. Diese Struktur ist an sich für die ganze Schweiz t ypisch. Es überrascht deshalb kaum, dass KMU in der schweizerischen Wirtschaftspolitik Beachtung finden, auch wenn Grossunternehmen vielfach bekannter sind und deshalb als Diskussionsthema attraktiver sein mögen.

Die letzte eidgenössische Betriebszählung (abgeschlossen auf den 28. September 2001), die neuste statistische Erhebung im Bereich der Wirtschaftsunternehmen, zeigt für den Kanton Basel-Landschaft folgende Strukturen auf:

Es gibt keine einheitliche Definition von KMU. In der Schweiz gehören Unternehmen mit weniger als 200 Arbeitskräften (Vollstellenäquivalent) dazu. Die Statistik zeigt, dass es im Baselbiet vergleichsweise wenige Grossunternehmen gibt (mit mehr als 200 Mitarbeitenden auf Vollzeitbasis), diese aber trotzdem einen beträchtlichen Anteil (einen Sechstel) der Arbeitsplätze anbieten. Darüber hinaus sind Grossunternehmen in vielfältiger Weise Abnehmer von Produkten und Dienstleistungen, die von KMU angeboten werden.

Besonderheiten der KMU
Abgesehen von der Grösse der Mitarbeiterzahl ist zu fragen, wie sich die KMU von grösseren und Grossunternehmen sonst noch unterscheiden. Dabei ist immer zu berücksichtigen, dass nie alle Firmen lückenlos in ein allgemein gültiges Kategorisierungsschema eingepasst werden können. Eine breiter gefasste Differenzierung kann somit lediglich nach spezifischen Merkmalen erfolgen.

Eine Wirtschaftspolitik für die KMU?
Eine leicht zu beantwortende Frage ist, ob sich aus den beschriebenen Strukturen Anforderungen an die Wirtschaftspolitik des Kantons ergeben, die beispielsweise besonders auf die KMU auszurichten wäre. Dazu müssten Faktoren festgestellt werden, die besonders KMU behindern, aber Grossunternehmen nicht oder weniger betreffen.
Wie an anderen Stellen dieses Berichts festgehalten, beschränkt sich die Wirtschaftspolitik der Kantonsbehörden weitgehend auf die aktive Gestaltung der Rahmenbedingungen, die für die gesamte Wirtschaft gelten. Auf einzelne, unsystematische Eingriffe in das Gefüge der Wirtschaft wird mit ganz wenigen Ausnahmen (sie sind bei der Wirtschaftsförderung zu finden) verzichtet. Dies in der plausiblen Überzeugung, dass Märkte bessere Resultate liefern als behördliche Eingriffe, soweit und sofern die Märkte sich innerhalb akzeptabler Grenzen (eben den Rahmenbedingungen) befinden. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Behörden eine bestehende Wirtschaftsstruktur zugunsten einer Gruppe, also zum Beispiel der KMU, zu ändern hätten. Strukturerhaltung ist schon lange nicht mehr Gegenstand der Wirtschaftspolitik, auch in der Landwirtschaft nicht mehr.
Damit ist klar, dass eine gute Wirtschaftspolitik sowohl für Gross- wie auch für KM-Unternehmen gut ist. Trotzdem hat sich die Eidgenossenschaft mit einer KMU-orientierten Politik zu Worte gemeldet, (17) die in einer Broschüre Anliegen und Massnahmen zugunsten der KMU konkretisiert. Zusammengefasst geht es dabei um folgende Bereiche:

Querschnittsaufgaben
Auch im Kanton Basel-Landschaft wird KMU-Politik als Querschnittsaufgabe betrachtet, die auf einer nicht diskriminierenden Basis zu verfolgen ist. Die folgenden Ansätze kommen nicht nur, aber auch den KMU zugute:


Fussnote:
17 Die KMU-Politik des EVD - Ein besseres Geschäftsumfeld für die kleinen und mittleren Unternehmen, Bern 2003.
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