2003-283 (1)


Ausgangslage

Die ehemalige Galerie Schweizerhalle wurde unlängst mit grossem technischen und finanziellem Aufwand saniert und zu einem Tunnel umgewandelt.


Dabei wurde auch der Problematik der Durchnässung der Tunneldecke Rechnung getragen, da nach erfolgter Ablösung von Tunnelplatten und auch die Problematik von sich bildenden Eiszapfen die Verkehrssicherheit nicht mehr als gewährleistet betrachtet werden konnte.


Nun muss festgestellt werden, dass sich bei der Tunnelausfahrt (Fahrtrichtung Bern, Luzern) bereits wieder grosse Tropfen von der Decke lösen. Mit Beginn der kalten Jahreszeit könnten sich bei extrem niedrigen Temperaturen Eiszapfen bilden. Es ist nicht auszudenken, mit welchen Folgen zu rechnen wäre, wenn ein solcher Eiszapfen auf ein Auto fällt und der Lenker durch den Schreck einen brüsken Richtungswechsel vornimmt und einen Verkehrsunfall verursacht. Nebst dem möglichen Personen-Sachschaden ist auch die entstehende Verkehrsbehinderung nicht unerheblich.


Das gleiche Problem besteht bereits seit längerer Zeit im Schänzlitunnel kurz vor der Tunnelausfahrt (Fahrtrichtung Delémont). Letztes Jahr waren dort grössere Eiszapfenbildungen zu beobachten, welche jeweils mechanisch entfernt werden mussten.




Fragenbeantwortung:


1. Ist dieses Problem den zuständigen Stellen bereits bekannt und welche Sofortmassnahmen sind zur Problemlösung bereits eingeleitet worden?


Das Problem ist bekannt. Eine undichte Stelle in der Tunnelbeschichtung führt dazu, dass Regenwasser in die Fugen der Tunneldecke eindringt und dann auf die Fahrbahn herabtropft. Bei tiefen Temperaturen bilden sich Eiszapfen.


Wo sich die undichte Stelle befindet ist nicht bekannt. Ähnlich einem Flachdach im Wohnungs-bau müsste dazu die Abdichtung freigelegt werden. Da sich aber über dem Tunnel Schweizer-halle die Gleisanlagen des Rangierbahnhofes Muttenz befinden ist dieses Vorgehen zu auf-wändig und mit absolut unverhältnismässigen Kosten verbunden. Aus diesem Grund wurde auch während den Umbauarbeiten der Galerie zum Tunnel keine Deckensanierung ausgeführt.


Zur Verhinderung von Eiszapfenbildungen ist deshalb vorgesehen, die betroffene Fuge soweit möglich abzudichten, mit einer beheizten flachen Rinne künftig austretendes Wasser abzufangen und dieses seitlich in die Entwässerungsrinne abzuleiten. Mit dieser einfachen Massnahme können Kosten im grösseren Umfang vermieden werden.


Für die Abdichtungsarbeiten ist trockenes Wetter mit einer Temperatur von mindestens 5°C erforderlich. Es ist vorgesehen, die Arbeiten innerhalb von Nachtsperrungen im Frühjahr 2004 auszuführen.




2. Besteht die Möglichkeit, dass im Tunnel Schweizerhalle diese notwendigen Sanierungsarbeiten noch unter der Garantie- und Rügefrist erfolgen können und somit der Kanton keine finanziellen Folgen bei der Behebung dieses Problems entstehen?


Die bestehende Tunnelabdichtung war wie erwähnt nicht Bestandteil der letzten Ausbauetappe Tunnel Schweizerhalle. Es können deshalb auch keine Garantieansprüche geltend gemacht werden. Die vorgesehenen Massnahmen sind Bestandteil von normalen Unterhaltsarbeiten an bestehenden Tunnelanlagen.




3. Der Schänzlitunnel soll erst im Jahr 2008 einer Totalsanierung unterzogen werden. Welche Sofortmassnahmen sind hier zur erwähnten Problemlösung bereits eingeleitet worden.


Es ist aktuell geplant, den Tunnel Schänzli in den Jahren 2007 und 2008 instandzusetzen. Gleichzeitig erfolgt auch eine Anpassung an die heutigen Vorschriften bezüglich der Tunnel-sicherheit. Zwischenzeitlich wird mit einfachen Mitteln, ähnlich der anderen Tunnels, das ein-dringende Wasser abgeleitet. Die Entfernung von Eisbildungen ist im Übrigen eine Dauer-aufgabe des normalen betrieblichen Winterdienstes.


Liestal, 20. Januar 2004


Im Namen des Regierungsrates
der Präsident: Straumann
der Landschreiber: Mundschin



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