2003-159 (1)


1. Organisation der Kommissionsberatung
Die Kommission hat das Geschäft an der Sitzung vom 11. September 2003 in Binningen beraten und verabschiedet. Im Rahmen der Sitzung erfolgte ein Augenschein vor Ort. Der Kommission standen in Vertretung von Regierungsrätin Elsbeth Schneider Herr Pascal Payllier, Generalsekretär der Bau- und Umweltschutzdirektion, die Herren Christian Kropf, Leiter Geschäftsbereich Verkehr und Alfred Zahler, Projektleiter des Tiefbauamts sowie Herr Heinz Berger, Leiter des Amts für Liegenschaftsverkehr zur Seite. Gleichzeitig nahm die Kommission die Stellungnahme der Gemeinde Binningen, vertreten durch die Gemeinderäte Rudolf Felber und Charles Simon entgegen.

2. Vorstellung der Vorlage
Die Vertreter des Tiefbauamts erläuterten das Projekt, das sich als Fortsetzung der 1999 - 2000 ausgebauten Hauptstrasse in drei Teilprojekte gliedert:
- Verlegung der Wendeschlaufe der Tramlinie 2
- Umgestaltung des Strassenknotens Kronenplatz zu einem Kreisel
- Neugestaltung der Einmündung Schlossgasse in die Oberwilerstrasse
Das Projekt steht in engem Zusammenhang mit dem bereits durch die Gemeinde Binningen und dem Regierungsrat genehmigten Quartierplan "Kronenmatten Süd", indem dieses nur im Rahmen des Quartierplans realisiert und umgekehrt der Quartierplan nur gemeinsam mit dem Projekt verwirklicht werden kann.
Die Endschlaufe und die Geleise der BVB-Linie 2 im noch nicht sanierten Abschnitt der Hauptstrasse sind dringend sanierungsbedürftig; die Anlagen weisen seit langem beanstandete Mängel auf: Tramzüge, welche in der heutigen Endschlaufe stehen, blockieren die Benkenstrasse und je nach Länge der Komposition auch die Paradiesstrasse. Um die Aufenthaltszeit in der als Tramhaltestelle konzipierte Endschlaufe zu reduzieren, wurde in den 80er Jahren in der Hauptstrasse für die aussteigenden Fahrgäste eine als Provisorium gedachte, zu schmale Traminsel erstellt, an welcher die Tramzüge ihre zum Ausgleich von Verspätungen notwendige Endaufenthaltszeit verbringen können.
Die neue Schlaufe umrundet das Restaurant Krone. Sie bietet durch ihren Schlaufenradius von 18 m zwei hintereinander aufgestellten Tramzügen mit Fahrzeugen der neusten Generation Platz. Ergänzt wird sie durch einen überdachten Warteunterstand und Veloabstellplätzen nahe der Haltestelle.
Die Verlegung der Tramschlaufe ermöglicht die Umgestaltung des Kronenplatzes zu einem Kreisel. Alle Zu- und Wegfahrten sind einstreifig angelegt; Verkehrsteiler dienen als Schutzinseln für die markierten Fussgängerübergänge. Mit Ausnahme von Eingriffen ins Areal der Gemeindebibliothek kann der Kreisel innerhalb des bestehenden Strassenareals gebaut werden. Der markante Baum in deren Vorbereich kann leider nicht erhalten bleiben, doch sollen im Rahmen des Projekts mehrere neue Bäume gepflanzt werden.
Die Einmündung der Schlossgasse in die Oberwilerstrasse wird, abgestimmt auf den Quartierplan, um rund 10 Meter nach Süden verschoben. Die neue rechtwinklige Einmündung erlaubt eine Reduktion der Verkehrsfläche.
Die Gesamtbauzeit wird eher an der oberen Grenze der in der Vorlage genannten 12 - 18 Monate liegen. Die Realisierung erfolgt in Zusammenhang mit Bauteilen des Quartierplans (Verlegung Schlossgasse / Terrain-Abstützung und Auffüllung für die Schlaufe / Schlaufenbau / Umstellung Trambetrieb / Kreiselbau) in mehreren Etappen. Eine eigentliche Expressbaustelle ist nicht vorgesehen, allerdings werden im Rahmen des Ausführungsprojekts beschleunigte Bauweisen, insbesondere für den Kreiselbau - abgestimmt auf die unumgänglichen Behinderungen des Verkehrs - in Betracht gezogen.
Der Vertreter des Amts für Liegenschaftsverkehr informierte über den Zusammenhang zum Quartierplan und darüber, dass ein Grossteil der Fläche dem Kanton gehört.
Die geplante Überbauung kann erst mit der Realisierung des Schlaufenprojekts erfolgen. Sie wird Investitionen in mehrfacher Höhe des Baukredits auslösen. Die Realisierung im Rahmen des Quartierplans macht es möglich, durch Nutzungsumlagerungen die ursprünglich für die Tramschlaufe auf 4.7 Mio. Franken veranschlagten Landerwerbskosten auf unter eine Million zu reduzieren.

3. Detailberatung

3.1 Anhörung des Gemeinderates
Die Vertreter des Gemeinderates strichen die Bedeutung des eng mit der Gemeinde zusammen erarbeiteten Projekts hervor. Sie betonten die Wichtigkeit und Dringlichkeit des Vorhabens, zur Beseitigung der unhaltbaren Zustände für Strasse und Tram einerseits und zugunsten eines neuen mit dem Quartierplan entstehenden Zentrums für Binningen andererseits. Der Gemeinderat steht hinter dem Projekt und sichert die Zusammenarbeit und Unterstützung der Gemeinde beim Bau zu. Bezüglich des zu fällenden Baums vor der Gemeindebibliothek wurde im Hinblick auf die Sicherheit der vorteilhafteren Kreiselgeometrie zugestimmt.

3.2 Grundsätzliches
Nach dem Augenschein vor Ort erkannte die Kommission den Nutzen und die Priorität der Vorlage. Mit diesem Bauvorhaben können auch wesentliche Investitionen Dritter ausgelöst werden.
Sowohl die Verhältnisse für den öffentlichen Verkehr, für den motorisierten Individualverkehr als auch für den Langsamverkehr können verbessert werden.

3.3 Anschluss Paradiesstrasse
Die "IG Lärmschutz Neubadrain / Paradiesstrasse" ist kurzfristig mit einem Schreiben an die Kommission gelangt, mit dem Begehren, die Paradiesstrasse möglichst unattraktiv an den Kreisel anzuschliessen, um quartierfremdem Verkehr abzuhalten. Vom Tiefbauamt wurde dargelegt, dass die Angelegenheit auf Intervention der IG bereits geprüft und die Fahrbahnbreiten so weit wie möglich reduziert wurden. Die Erschliessung des recht grossen Einzugsgebiets durch die zugelassenen Verkehrsmittel muss allerdings weiterhin sicher gestellt werden.
Die Kommission liess sich von der erfolgten Überprüfung und Berücksichtigung der Begehren überzeugen und verzichtete auf eine Anhörung der Petenten an einer weiteren Sitzung, beschloss jedoch, der IG einen Auszug der sie betreffenden Passagen aus dem Kommissionsprotokoll zuzustellen.

3.4 Weiterführung der BVB-Linie 2
Beim Augenschein wurde die Frage aufgeworfen, ob auch Überlegungen bezüglich einer möglichen Weiterführung der Linie 2 ins Leimental angestellt wurden. Vom Tiefbauamt wurden die in den 70er und 80er Jahren studierten Varianten der Einführung der BLT-Linie aus dem Leimental in die Stadt (u.a. Tunnelvariante von der Gorenmattstrasse in die Hauptstrasse, bei Neubauten in Binningen bisher berücksichtigt) geschildert. Es kann festgehalten werden, dass das Schlaufenprojekt eine Weiterführung nicht verunmöglicht, diese aber nicht Gegenstand dieser Vorlage ist.

4. Antrag
Die Bau- und Planungskommission beantragt dem Landrat einstimmig, dem beiliegenden Landratsbeschluss zuzustimmen.
In Ziffer 2 des Beschlusses soll die Preisbasis entsprechend dem Erhebungszeitpunkt des Zürcher Baukostenindexes auf April 2003 korrigiert werden.

Liestal, den 17. Oktober 2003

Im Namen der Bau- und Planungskommission
Der Präsident:
Peter Holinger


Beilage
- Abgeänderter Entwurf des Landratsbeschlusses
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