Vorlage an den Landrat


4. Definitive Einführung Sportklasse auf der Sekundarstufe I

Konzept
Auf Grund der bisherigen Erfahrungen und der Ergebnisse der Evaluation kann das bestehende Konzept der Sportklasse als Mehrjahrgangsklasse mit wöchentlich 25 Unterrichtslektionen im Grundsatz weitergeführt werden. Die Organisationsstruktur mit der Kommission Leistungssportförderung hat sich bestens bewährt und muss beibehalten werden.
Im Sinne einer Optimierung der Sportklasse sind folgende Änderungen bzw. Anpassungen vorzunehmen.


a) Erhöhung auf 300 Stellenprozente
Die Probleme der Verdichtung auf 25 Lektionen/Woche wurden tendenziell unterschätzt. Für eine Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität sind eine höhere Dotierung des phil II-Bereichs und eine Erhöhung des Anteils des geleiteten Unterrichts erforderlich. Ein Verbleib auf den bisherigen 225% und dafür eine grosse Zahl an entschädigungsberechtigten Überstunden ist unbefriedigend.


b) Erhöhung der maximalen Schülerinnen- und Schülerzahl von 16 auf 20
Bisher hatten sich immer deutlich mehr Schülerinnen und Schüler für die Aufnahme in die Sportklasse beworben, als aufgenommen werden konnten.

Einzelne Kandidatinnen und Kandidaten konnten als Alternative in eine Sportklasse des Kantons Basel-Stadt aufgenommen werden. Mit den übrigen im Kanton Basel-Landschaft wurden, sofern sie alle Kriterien erfüllt hatten, in Absprache mit den Schulleitungen Individuallösungen im Schulhaus getroffen. Einzig den ausserkantonalen Kandidatinnen und Kandidaten konnte der Kanton Basel-Landschaft jeweils keine Alternativlösung anbieten.


Auf Grund der angespannten Finanzlage ist die Einrichtung einer zweiten Sportklasse nicht möglich. Der grossen Nachfrage kann man aber dann besser begegnen, wenn die Maximalzahl an Schülerinnen und Schülern in der Sportklasse von 16 auf 20 erhöht wird, zumal künftig 75 zusätzliche Stellenprozente zur Verfügung stehen sollen.


c) Optimierung der Klassenstufen
Je weniger Klassenstufen unterrichtet werden müssen, desto besser kann aus Sicht der Lehrpersonen der Unterricht strukturiert werden. Der innerhalb der Kommission Leistungssportförderung für die Rekrutierung der Schülerinnen und Schüler zuständige Bereich Koordination/Betreuung wird bei der Aufnahme neuer Schülerinnen und Schüler diese Tatsache mitberücksichtigen.


d) Trainingsplan muss auf Stundenplan ausgerichtet sein
In der Sportklasse werden künftig keine Ausnahmen betreffend Trainingsplan mehr geduldet. Der Stundenplan der Sportklasse wird von Zeit zu Zeit mit den Trainerinnen und Trainern koordiniert. Sie ist jeweils bei den Aufnahmegesprächen bekannt, so dass die Trainings in den zugewiesenen Stundengefässen Platz haben müssen. Jede Ausnahme ergab bisher zusätzliche Probleme und erschwerte die Unterrichtspraxis.
Von Verbänden oder Vereinen, die für ihre Kandidatinnen und Kandidaten den vorgegebenen Stundenplan nicht garantieren können (professionelle Trainingsstrukturen, tagsüber geführte Trainings), werden keine Sportlerinnen und Sportler in der Sportklasse aufgenommen.
Die Trainerinnen und Trainer werden zudem aufgefordert, die Trainingssituation in den Ferien frühzeitig zu regeln, damit Stütz- und Nachführunterricht in den Ferien stattfinden kann.


e) Adaption der Stundentafel an die Bedürfnisse der Sportklasse
Die Koordination mit der neuen Stundentafel und dem Lehrplan für die Sekundarstufe I ist zwingend, aber auch die Adaption der Stundentafel an die speziellen Bedürfnisse der Sportklasse. Ausserdem ergibt eine Ausdehnung des Stundenplanes durch Einbezug von Randstunden mehr Zeitgefässe für die Betreuung.


f) Grenzen bzgl. maximaler Trainingszeiten
In einzelnen Sportaten, z.B. Rhythmische Gymnasik, wird der Trainingsaufwand bei Aufnahme ins Nationalkader derart gross, dass selbst der Besuch der Sportklasse nicht mehr möglich ist. Die maximale obere Grenze an Trainingszeit bewegt sich um 25 Stunden pro Woche. Wird diese Grenze überschritten, muss über eine Alternativlösung an einer Privatschule diskutiert werden.


g) Möglichkeit einer Schulzeitverlängerung auf 5 Jahre
Bei häufigen Abwesenheiten infolge Trainingslager und Wettkämpfen während der Unterrichtszeit verpassen Schülerinnen und Schüler derart viel Unterrichtsstoff, dass sie diesen auch bei pflichtbewusstem Nachführunterricht nicht nacharbeiten können. In begründeten Fällen soll künftig die Möglichkeit gegeben sein, dass die Kommission Leistungssportförderung auf Antrag der Lehrpersonen eine Schulzeitverlängerung um ein Jahr beantragen kann. Sinnvollerweise müsste ein solcher Entscheid bis spätestens Ende der 3. Klasse gefällt werden, da sonst das 5. Jahr zum reinen Repetitionsjahr wird.


h) Niveauwechsel innerhalb der Sportklasse
Da in der Mehrjahrgangsklasse pro Jahrgang alle drei Schulniveaus unterrichtet werden können, ist die Möglichkeit gegeben, innerhalb der Sportklasse einen Niveauwechsel vorzunehmen. Anträge behandelt die Kommission Leistungssportförderung auf Antrag der Lehrpersonen jeweils frühzeitig vor Beginn eines Semesters.




5. Finanzen


Eine Erhöhung auf 300 Stellenprozente ergibt neu einen jährlichen Aufwand für die Sportklasse in der Höhe von rund 420'000 Franken. Auf der Basis von 225 Stellenprozenten hat die Sportklasse bisher Kosten im Umfang von 310'000 Franken ohne Überzeitauszahlung ausgelöst. Mit Überzeitauszahlung waren es rund 330'000 Franken.




6. Weiteres Vorgehen


Aufgrund des Evaluationsberichtes und der Stellungnahme der Kommission Leistungssportförderung wird die Erziehungs- und Kulturdirektion die erforderlichen Mittel ins Budget 2004 einstellen. Der Verpflichtungskredit Sportklassenversuch wird per 31. Juli 2004 abgerechnet und vom Regierungsrat im Verlauf des 4. Quartals 2004 als Landratsvorlage dem Landrat zur Genehmigung unterbreitet.




7. Antrag


Der Regierungsrat beantragt dem Landrat, vom vorliegenden Bericht Kenntnis zu nehmen.


Liestal, 10. Juni 2003


Im Namen des Regierungsrates
Die Präsidentin: Schneider-Kenel
Der Landschreiber: Mundschin



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