2003-124

Im Spätherbst 2004 wird das Kernstück der ersten Etappe der Bahn 2000 in Betrieb genommen. Dank der Neubaustrecke zwischen Rothrist und Mattstetten steigt die Streckenkapazität, und die Geschwindigkeit der Züge kann auf 200 km/Stunde erhöht werden. Diese Verbesserungen der Infrastruktur verkürzen die Fahrzeit zwischen Olten und Bern um 13 Minuten und zwischen Olten und Solothurn um 6 Minuten. Als Folge davon muss der 1982 eingeführte und seither in kleinen Schritten ständig ausgebaute und optimierte Taktfahrplan grundlegend geändert werden.


Verschlechterungen im Fernverkehr ab Herbst 2004


Der Fahrplanentwurf 2004 bringt zwischen den grossen Zentren mehr und teilweise auch schnellere Verbindungen. Wir sind aber empört, dass für das Baselbiet gegenüber heute eine massive Verschlechterung im Fernverkehr vorgesehen ist. Wie ist es zum Beispiel möglich, dass die Reisezeit zwischen Liestal und Solothurn trotz des Fahrzeitgewinns auf der Neubaustrecke, von heute 48 Min. auf 63 Min. ansteigt? Das liegt daran, dass die Umsteigezeiten in Olten ab Dezember 2004 viel länger werden als heute. Zudem sind ab dem Fahrplanwechsel 2004 keine direkten Züge aus dem Baselbiet nach Bern und nach Luzern vorgesehen. Olten wird also zu einem wichtigen Umsteigebahnhof!


Gemäss dem Fahrplanentwurf verlassen die Reisezüge Olten zwischen den Minuten 29 und 40. Leider trifft der Interregio aus dem Baselbiet schon zur Minute 14 in Olten ein, was nach allen Destinationen, ausser Aarau-Zürich, völlig unattraktive Wartezeiten von 15 bis 26 Minuten ergibt. Noch schlimmer trifft es die Orte, die nur durch die halbstündlich verkehrende Regio-S-Bahn bedient werden. Diese trifft zur Minute 10 und 40 ein, also genau dann, wenn der letzte Zug der Anschlussgruppe abfährt. Deshalb erwarten wir von den SBB, dass die Anschlüsse während des ganzen Tages verbessert werden. Auch einzelne Einsatzzüge morgens und abends genügen nicht.


Dass dem Fernverkehr mehr Beachtung geschenkt werden muss, dieses Ziel verlangen auch die politischen Behörden, soll doch mit der Bahn 2000 in diesem Segment ein überproportionales Wachstum erreicht werden. Wir sind überzeugt, dass wir mit unserem Vorschlag dieses Ziel unterstützen. Wir wissen, dass für das Baselbiet die Stadt Basel das häufigste Fahrziel ist. Trotzdem müssen auch für diese Gegend die von der SBB angekündigten besseren Anschlussmöglichkeiten in den Knotenbahnhöfen und eine Verkürzung der Reisezeit unbedingt angeboten werden. Sonst werden die Kunden mit Wahlfreiheit die langen Wartezeiten in Olten nicht akzeptieren, und wir befürchten, dass der vorliegende Fahrplanentwurf zu einem Verlust an Marktanteilen führen wird. Es wäre unverständlich, wenn trotz der grösseren Fahrleistungen und der hohen Investitionen für das Baselbiet eine Verschlechterung resultiert.


Wir bitten deshalb den Regierungsrat zu prüfen und zu berichten,
wie die Fahrplanspinne in Olten im Fahrplan 2004 optimiert werden kann , damit das Ergolztal, bzw. Liestal, nicht massive Anschlussverschlechterungen hinnehmen muss.
wie alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden können, um das im Fahrplanentwurf 2004 vorgesehene Angebot zu optimieren.


Eine Möglichkeit könnte sein, den Interregio, der nur noch von Basel nach Olten oder Zofingen verkehren wird, in der heutigen Ankunftszeit (Minute 24) zu belassen. So würde er in Olten eintreffen, bevor die Anschlusszüge in alle Richtungen wegfahren. Ohne Mehraufwand für die Bahn würde sich die Situation in Olten signifikant verbessern. Sollte die Perronkapazität in Olten nicht ausreichen, müsste eventuell die Fahrplanlage des "Läufelfingerlis" um ca. 30 Min. verschoben werden. In Sissach ergäbe sich dann ein Anschluss an die Regio-S-Bahn und in Olten an die Nebenanschlussgruppe. Einerseits wäre dies eine einfache und deutlich bessere Lösung für das dicht besiedelte Ergolztal, andererseits treten für das Homburgertal keine Nachteile auf.



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