Vorlage an den Landrat


B. Die Elektro- und Hybridfahrzeuge

1. Antriebstechnik


Elektrofahrzeuge werden ausschliesslich von einem Elektromotor angetrieben, dessen Betrieb keine Schadstoffemissionen erzeugt. Stammt der benötigte Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Solarenergie, Windenergie und Kleinwasserkraftwerke), fallen auch dort viel weniger Schadstoffemissionen an, im Gegensatz zum "Strommix aus der Steckdose". Der Vollständigkeit halber ist anzumerken, dass die Herstellung der als Stromspeicher verwendeten Batterien oder Akkumulatoren relativ energieintensiv ist.


Hybridfahrzeuge sind sogenannte "Zwitterfahrzeuge". Üblicherweise versteht man unter Hybridfahrzeugen solche, die einen Elektromotor und zusätzlich noch einen kleinen Benzin- oder Diesel-Verbrennungsmotor an Bord haben. Daneben können aber auch Fahrzeuge, die sich sowohl mit Erdgas/Biogas als auch mit Benzin oder Diesel betreiben lassen, als Hybridfahrzeuge bezeichnet werden. Im Stand und solange die Batterien über eine ausreichende Ladung verfügen, bleibt der Verbrennungsmotor beim Elektro-Hybridfahrzeug ausgeschaltet. Beim Anfahren erfolgt der Antrieb normalerweise nur über den Elektromotor, bei höheren Geschwindigkeiten schaltet der Verbrennungsmotor zu, wenn der Wirkungsgrad dadurch erhöht werden kann. Ein elektronisches System steuert den Elektro- und den Benzinmotor stets so, dass ein höchstmöglicher Wirkungsgrad erzielt wird. Beim Beschleunigen oder bei Bergauffahrt beliefert die Batterie den Elektromotor mit zusätzlicher Energie, damit dieser den Benzinmotor beim Antrieb unterstützen kann und eine hohe Gesamtleistung zur Verfügung steht. Bei Talfahrt oder beim Bremsen wird die auftretende kinetische Energie zum Aufladen der Batterie genutzt.




2. Vergleichsweise geringe Umweltbelastung


Für eine möglichst geringe Luftschadstoffbelastung durch den Motorfahrzeugverkehr sind energieeffiziente Antriebssysteme unabdingbar. Die effizienteste Energienutzung bietet der Elektroantrieb, auf dem die Mehrheit der alternativen Antriebskonzepte aufbaut. Den besten Gesamtwirkungsgrad erreichen Elektrofahrzeuge, die den Strom aus einem modernen Wasserkraftwerk beziehen. Dieses hat einen Wirkungsgrad von über 80%, so dass ein mit solchem Strom betriebenes Elektrofahrzeug einen Gesamtwirkungsgrad von etwa 66% erreicht. Hybridfahrzeuge erreichen einen Gesamtwirkungsgrad von etwa 30%. Im Vergleich dazu erreichen herkömmliche Benzinfahrzeuge zur Zeit bloss einen Wirkungsgrad von 14%, sparsame Dieselfahrzeuge einen solchen von 19%.


Im Nahbereich von stark befahrenen Strassen belasten konventionelle Motorfahrzeuge die Anwohner/innen und Passant/innen mit gesundheitsschädigenden Abgasen wie krebserzeugendem Benzol, Russpartikeln und Stickoxiden. Sie verursachen vor allem auch den Sommersmog, die Versauerung von Ökosystemen sowie einen übermässigen Stickstoffeintrag in Böden und Gewässer. Diesbezüglich verfügen reine Elektrofahrzeuge mit ihrem umweltschonenden Antriebskonzept über nahezu unschlagbare Vorteile. Ausserdem verursachen sie im Vergleich zu den konventionellen Motorfahrzeuge auch viel weniger Lärm.


Auch Hybridfahrzeuge stossen wegen ihres Elektro- oder Ergas-/Biogasmotors im Vergleich zu Motorfahrzeugen mit ausschliesslichem Diesel- oder Benzin-Verbrennungsmotor deutlich geringere Emissionen aus. Damit tragen sie ebenfalls zu einer Verminderung der Umweltbelastung bei. Das gilt insbesondere im Stadtverkehr, wo sie allein mit Elektrizität bewegt werden. In diesen besonders schadstoffbelasteten Gebieten erzielen sie den gleichen positiven Umwelteffekt wie die reinen Elektrofahrzeuge.


Ideales Einsatzgebiet für Elektrofahrzeuge ist zur Zeit - auch als Ergänzung zum öffentlichen Verkehr - unbestrittenermassen der Stadt- und Nahverkehrsbereich (regelmässig gefahrene Kurzstrecken wie z.B. Pendeln, Einkaufen, Zubringer zum öffentlichen Verkehrsmittel etc.). Hier kommen die Vorteile des Elektroantriebs voll zum Tragen und die Nachteile fallen kaum ins Gewicht. Die aktuell auf dem Markt angebotenen neuen Elektrofahrzeuge erfüllen sämtliche Anforderungen für diesen Einsatzbereich.




3. Ungenügende finanzielle Anreize


Im Rahmen des Grossversuchs mit Leicht-Elektromobilen in Mendrisio und Partnergemeinden wie Muttenz (1996 - 2001) haben die Bau- und Umweltschutzdirektion und das Bundesamt für Energie während der sechsjährigen Versuchsphase an insgesamt 63 Elektrofahrzeuge in der Gemeinde Muttenz Förderbeiträge ausgerichtet.


Zur Zeit (Stand April 2003) sind im Baselbiet lediglich 81 Elektrofahrzeuge, 19 Elektro-Hybridfahrzeuge und 8 Erdgas-Hybridfahrzeuge immatrikuliert. Dass diese vergleichsweise umweltschonenden Fahrzeuge in unserem Kanton nicht weiter verbreitet sind, ist wohl primär darauf zurückzuführen, dass sie trotz den Preissenkungen für Elektrofahrzeuge in den letzten Jahren nach wie vor deutlich teurer in der Anschaffung sind als ähnlich ausgestattete Motorfahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren. Gründe für die hohen Anschaffungskosten sind die trotz Serienproduktion noch immer geringen Stückzahlen, der recht hohe Anteil an manueller Facharbeit und zum Teil auch die Leichtbauweise. Zudem enthalten die Elektro- und Hybridfahrzeuge neueste und entsprechend aufwändige Technologie sowie teure Einzelkomponenten, wozu insbesondere die Batterien zu zählen sind. Die Betriebskosten sind für Elektro- und Hybridfahrzeuge in der Regel spürbar tiefer als für ein konventionelles Benzin- oder Dieselfahrzeug, weil die Stromkosten rund zwei- bis viermal tiefer liegen als für fossilen Kraftstoff. Bei der nach dem Fahrzeuggewicht bemessenen Verkehrssteuer erweist sich aber das insbesondere durch die Batterien verursachte hohe Gesamtgewicht der Elektro- und Hybridfahrzeuge als erheblicher Nachteil. Gesamthaft betrachtet ergeben sich für Elektro- und Hybridfahrzeuge unter Berücksichtigung der Amortisation der Batterien meist etwa vergleichbare Betriebskosten wie für Motorfahrzeuge mit konventionellem Verbrennungsmotor.


Mit finanziellen Fördermassnahmen zu Gunsten von Elektro- und Hybridfahrzeugen lassen sich vermehrt Anreize zum Erwerb solcher Fahrzeuge schaffen. Auf diese Weise könnte der prozentuale Anteil an Elektro- und Hybridfahrzeugen im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen gesteigert werden.



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