2003-113

Die Diskussionen zur aktuellen Ausbildungssituation und im Zusammenhang mit der Abstimmung über die Lehrstellen-Initiative (LIPA) machen deutlich: die Vorstellungen von geeigneten Rezepten und Lösungsmöglichen sind zwar kontrovers. Es herrscht Einigkeit darüber, dass die Lage auf dem Lehrstellenmarkt sehr ernst ist und sich zu einem vordringlichen Problem entwickelt.


In diesem Umfeld kommt der sorgfältigen Eignungsabklärung und der zuverlässigen und aktuellen Berufsinformation besonders große Bedeutung zu. Der schwierige Weg der Jugendlichen zu einem Ausbildungsplatz, der ihren Eignungen und Interessen entspricht, darf nicht unnötig verlängert und kompliziert werden. Tatsache ist aber, dass die Lehrstellensuchenden unserer Region sich auf vier verschiedenen Lehrstellen-Homepages zurecht finden müssen. Allzu oft werde Lehrstellen, die schon seit Wochen oder gar Monaten besetzt sind, immer noch als "offen" auf den Homepages belassen. Dies führt auch zu unerfreulichen Kontakten mit den Verantwortlichen in den Betrieben und dazu, dass diese ihre freien Lehrstellen nicht mehr den Berufberatungsstellen melden. Hier wäre für beide Seiten eine aktuelle, das heisst, eine aktiv bewirtschaftete und regionale Lehrstellen-Homepage gefragt. Seitens der Betriebe wird zu Recht der Aufwand mit Bewerbungen um Ausbildungsplätze beklagt, nachdem die Stellen längst besetzt sind.


Ein beträchtlicher Teil der Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus dem Kanton Basel-Landschaft absolviert eine Berufsausbildung in Basel-Stadt. Es liegt deshalb auf der Hand, dass Berufsinformation und konsequenterweise auch Berufsberatung sinnvollerweise als regionale Aufgaben erfüllt werden. Die aktuelle Situation (Kündigung der Räumlichkeiten des BIZ in Binningen) erleichtert zweifellos die Suche und Schaffung partnerschaftlicher Lösungen. Aus der Sicht unseres Kantons erscheinen als Standorte Liestal sowie das zentral gelegene Dienstleistungszentrum Bahnhof SBB Basel zweckmässig.


Die Einsichten und Begründungen, mit denen die seinerzeitige Zusammenlegung der Berufsberatungsstellen im Kanton Basel-Landschaft motiviert wurde und die damit verbundenen Zielsetzungen (verbesserte Qualität, nutzen von Synergien) gelten sicher auch für die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinweg.


Ich bitte deshalb den Regierungsrat zu prüfen und zu berichten, wie die Berufsberatung, die Berufsinformationszentren (BIZ) sowie eine regionale, aktiv bewirtschaftete Lehrstellen-Homepage mit den Nachbarkantonen realisiert werden könnte.



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