2003-105

Die Schweiz, und auch das Baselbiet, ist stolz auf seine demokratischen Errungenschaften und diese werden gerne in Ansprachen aller Art hervorgehoben. Vergessen wird dabei manchmal, dass Demokratie nicht vom Himmel gefallen ist, sondern in kleinen Schritten erkämpft werden musste.


Zum Beispiel auch im Jahre 1653, als sich in verschiedenen Landesteilen die Bauern zusammen rotteten, um gegen ungerechte Steuern zu protestieren, die ihnen von der Obrigkeit in den Städten auferlegt wurde.


Die Proteste entwickelten sich zu veritablen Kriegszügen, und die Städte Bern, Luzern und Basel mussten Tagsatzungstruppen aufbieten, um den Aufständischen Herr zu werden.


Mit den gefangenen Revoluzzern wurde nicht gerade zimperlich umgesprungen. Am 4. Juli 1653 sind in Basel sechs führende Köpfe der aufständischen Baselbieter Bauern mit dem Tod bestraft worden.
Es waren: Heinrich Stutz, Hans Gysin und Conrad Schuler von Liestal. Galli Jenny, Langenbruck, Ueli Gysin, Läufelfingen, Jacob Mohler, Diegten und Ueli Schad aus Oberdorf.


Die abschreckende Wirkung auf die Landbevölkerung war beabsichtigt, aber die Obrigkeit in der Stadt hatte zum Glück begriffen, dass sie das Volk in wichtigen Fragen nicht einfach übergehen konnte und richtete sich später danach.


Dieser wichtige Meilenstein in der Geschichte unserer Demokratie jährt sich heuer zum 350. Mal.


Mit Erstaunen mussten wir aber der Presse entnehmen, dass gerade dieses Ereignis im Kanton Baselland nicht offiziell gefeiert werden soll, während Bern und Luzern bereits Gedenkfeiern abgehalten haben.


Wir fordern den Regierungsrat auf, auf seinen Entscheid zurückzukommen und eine dem Ereignis angemessene und würdige Feier zu organisieren.


Die Vorkämpfer unserer heutigen Demokratie haben es verdient!



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