2003-169 (1)


1. Einleitung

Die Bau- und Planungskommission hat die Vorlage an den Sitzungen vom 18. Dezember 2003, 29. Januar, 25. März und 29. April 2004 beraten. Ein Augenschein wurde durch die Kommission anlässlich der Beratungen zur Vorprojektvorlage durchgeführt.


Beratend standen der Kommission Frau Regierungsrätin Elsbeth Schneider, Marie-Theres Caratsch, Kantonsarchitektin, Roya Blaser, stellvertretende Kantonsarchitektin, Claudio Schmidt, Projektleiter, und Regula Nebiker, Staatsarchivarin, zur Verfügung.



2. Vorstellen der Vorlage

Am 28. Februar 2002 stimmte der Landrat, nachdem vorgängig ein Architekturwettbewerb durchgeführt worden war, der Vorprojektvorlage ( 2001/263 ) für den Umbau und die Erweiterung des Staatsarchivs in Liestal zu und beauftragte den Regierungsrat eine Baukreditvorlage auszuarbeiten.


Für die Realisierung dieses Vorhabens wurde ein Kredit von CHF 16'470'000.- beantragt.


An bestehender Lage an der Wiedenhubstrasse 35 in Liestal wird für das Staatsarchiv unter Einbezug bestehender Magazine ein Neubau geplant. Mit der Verbesserung interner Abläufe soll ein Gebäude entstehen, das langfristig den Ansprüchen an Sicherheit, Betrieb und Dienst an den Benutzerinnen und Benutzern genügen kann.


Das Staatsarchiv ist das Gedächtnis des Kantons: Die Dokumente des Staatsarchivs reichen vom Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart und werden von den Behörden, der Verwaltung, aber auch von der breiten Bevölkerung rege benutzt. Das Archiv trägt die Verantwortung für eine langfristige Überlieferung wichtiger Unterlagen unserer Zeit in die Zukunft.


Es soll genügend Archivraum für die nächsten 25 Jahre bereitgestellt werden, damit das Staatsarchiv seine rechtlich vorgeschriebene Aufgabe, das Verwahren, Verwalten und Bereitstellen archivwürdiger Dokumente, wahrnehmen kann. Die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie beeinflusst die Archivierung massgeblich und bestimmt die Zukunftsszenarien des Staatsarchivs. Diese Entwicklungen sind in den Bedarfsberechnungen, soweit sie voraussehbar sind, enthalten. Die Arbeitsräume müssen den heutigen Anforderungen an die Aufbereitung und Bewirtschaftung grosser Mengen von Archivalien auf verschiedenen Datenträgern angepasst werden. Moderne Medien werden eingesetzt, um dem Publikum kostbare Unikate und wertvolle Archivalien auf schonende Weise zugänglich zu machen. Dem Publikum sollen Arbeitsplätze für ein adäquates Studium der Akten zur Verfügung gestellt werden.


Das Bauprojekt wurde aus dem Vorprojekt weiterentwickelt. Dabei konnten räumliche und betriebliche Abläufe optimiert werden. Themen wie Minergie, Ökologie, Haustechnik und Sicherheit wurden in Zusammenarbeit mit den Spezialisten vertieft betrachtet und umgesetzt.



3. Kommissionsberatung

In den Kommissionsberatungen wurde der Bedarf grundsätzlich nicht bestritten. Es wird vor allem auf die Mehrkosten des Bauprojektes gegenüber denjenigen des Vorprojektes eingegangen. Diese fallen vorwiegend in den Bereichen Minergie, Sicherheit, Mess-, Steuer- und Regeltechnik und Teuerung an. Es handelt sich bei den Mehrkosten nicht um eine Erhöhung des Bedarfs. Massgebend sind vielmehr klimatische Anforderungen an Raumtemperatur und Feuchtigkeit, die einen entsprechenden technischen Aufwand nach sich ziehen. Zum Schutz der Archivalien und zu Gunsten eines schonenden Umgangs mit wertvollen Unikaten wird auf eine natürliche Belüftung verzichtet. Mit der Einführung einer künstlichen Belüftung kann mit zusätzlichem Aufwand neu auch das Ziel Minergie erreicht werden.


Die Kommission war bemüht, die Mehrkosten gegenüber der Vorprojektvorlage wieder einzusparen. Am Minergiestandard und dem neu erarbeiteten Sicherheitskonzept soll jedoch ebenso festgehalten werden wie an der Bauteilkühlung des Dachgeschosses, der Lüftung und Klimatisierung von Spezialräumen und der Anpassung von Mess-, Steuer- und Regeltechnik.


Für eine Senkung der Kosten wurden Konzept, architektonische Umsetzung in Volumen und Fassade, Standards und Raumprogramm mit Anzahl Arbeitsplätzen und Magazin- und Publikumsbereich hinterfragt. Man kam dabei zum Schluss, dass im sehr kompakten und gut organisierten Gebäude ohne Abstriche im Raumprogramm nur wenig einzusparen ist. Die Fassade gibt mit den geschlossenen, mit Pflanzen berankten unteren Geschossen und dem verglasten Publikumsbereich die Nutzung und die Bedeutung des Staatsarchivs wieder und soll in dieser Form belassen werden. Mit der Reduktion des Standards im Bereich Mobiliar, der verzögerten Anschaffung von Mikrofilmlesegeräten sowie dem Verzicht auf Kunst am Bau und weiteren Posten können rund CHF 400'000.- eingespart werden. Eine grosse Einsparmöglichkeit ergab sich durch Reduktion der Magazinfläche. Baulich ist dies mit Verzicht auf den im Untergeschoss liegenden, vom restlichen Bau abgesetzten, Kulturgüterschutzraum einfach möglich. Eine solche Massnahme setzt den Planungshorizont von 25 Jahren zwar auf etwa 20 Jahre herunter, anhand neuster Berechnungen und Entwicklungen der Zuwachsraten ist dies aber vertretbar. Für spätere Erweiterungen steht direkt angrenzend Land zur Verfügung. Das Konzept ist für eine Erweiterung vorbereitet und geeignet. Es ist möglich, den Kulturgüterschutzraum an einem andern Ort im Gebäude zu errichten. Auch an einem neuen Standort kann mit Subventionen des Bundes gerechnet werden.


Beim Staatsarchiv sind im Zusammenhang mit der generellen Aufgabenprüfung (GAP) keine Einsparungen möglich. Im Gegenteil hat das Staatsarchiv im Zuge von GAP unzählige Anfragen für Ablieferungen aus den Dienststellen erhalten. Die vorhandenen Akten müssen aus rechtlichen Gründen aufbewahrt werden.



4. Ergebnis der Diskussion

Für die BPK ist der Bedarf für die in der Vorlage beschriebenen Massnahmen gegeben. Die BPK ist sich einig, dass die Kosten des Bauprojekts im Rahmen des Vorprojekts liegen müssen. An den vier BPK-Sitzungen wurde wie erwähnt insbesondere die Kostensituation mit folgenden Ergebnissen diskutiert:


Die in der Bearbeitung zum Bauprojekt gemachten Entwicklungen betreffend Sicherheit, Minergie und Konditionierung der Räume für eine schonende Behandlung des Archivguts sollen beibehalten werden. Im Gegenzug soll mit dem Verzicht auf Archivraum und künstlerischen Schmuck, der verzögerten Anschaffung der Mikrofilmlesegeräte und der Reduktion von Standards die Mehrkosten aufgefangen werden. Der Kulturgüterschutzraum (KGS) soll in redimensionierter Grösse, den neuen baulichen Verhältnissen angepasst, gebaut werden.


Übersicht


Gesamthaft können die Kosten des Verpflichtungskredits von CHF 16'470'000.-- auf CHF 14'730'000.-- reduziert werden. Preisbasis bleibt der 1. April 2002.



4.1. Antrag

Die Bau- und Planungskommission beantragt der Landrat einstimmig, der Vorlage 2003/169 mit dem abgeänderten Verpflichtungskredit von CHF 14'730'000.-- zuzustimmen.



Liestal, den 27. Mai 2004


Im Namen der Bau- und Planungskommission
Der Präsident:
Peter Holinger



Back to Top