2003-2 (1)


1. Die Vorlage im Überblick
Veranlasst durch den parlamentarischen Vorstoss von Robert Ziegler (99/268) hat der Landrat die Regierung mit der Überweisung des Postulates beauftragt, über die Bemühungen sowie den derzeitigen Stand betreffend Unterstützung von Sportvereinen zur Integration von ausländischen Jugendlichen zu berichten. Mit der Vorlage 2003/002 hat der Regierungsrat zu den konkret aufgeworfenen Fragen Stellung genommen und dabei dargelegt, dass
- das Kantonale Sportamt in Zusammenarbeit mit der Sportkommission an der Ausarbeitung eines kantonalen Sportpolitischen Konzeptes ist, in welchem auch die Integration ausländischer Jugendlicher thematisiert ist. Das Konzept lehnt sich an ein analoges Dokument auf Stufe Bund an. Im Sportpolitischen Konzept des Bundesrates ist die soziale Integration der erwähnten Bevölkerungsgruppe namentlich erwähnt, wobei Projekte für jene Sportarten im Vordergrund stehen, die vor allem von Ausländer/innen bevorzugt betrieben werden (u.a. Fussball).
- künftig in den J+S-Grundkursen wie auch in den J+S-FK(Fortbildungskurse)-Modulen spezielle Lektionen zur Integrationsthematik eingebaut sind.
- sowohl das Sportamt wie auch die Fachstelle für Integration den Vereinen bei Bedarf Unterstützung zukommen lassen.

2. Die Beratung in der Kommission
Die EKK hat die Vorlage anlässlich ihrer Sitzung vom 27. Februar 2003 in Anwesenheit von Regierungsrat Peter Schmid sowie des Leiters des Kantonalen Sportamtes, Thomas Beugger, behandelt.
Robert Ziegler hat aufgrund einer mündlichen Anfrage auf eine Anhörung verzichtet. In einer kurzen, schriftlichen Stellungnahme hat der Postulant festgehalten, dass er seinen Vorstoss im formalen Sinn zwar als erfüllt betrachte, nicht jedoch im inhaltlichen Sinn, da die in der Antwort der Regierung aufgezeigten Anstrengungen noch gar nicht umgesetzt seien. Erst wenn dies der Fall ist, wäre das Anliegen seines Vorstosses erfüllt.
Die Kommission nahm zur Kenntnis, dass mit den vorgesehenen Modul-Angeboten das getan werden soll, was im Rahmen der zeitlichen wie auch der finanziellen Möglichkeiten „drinliegt". Die Sensibilisierung der Trainer im Rahmen der J+S-Ausbildung (und diese ist zu absolvieren, wenn man an die J+S-Gelder herankommen will) ist zwar kein „Allerweltsmittel"; die Thematik geniesst unter den Kursteilnehmern wohl auch nicht das Hauptinteresse während der sechstätigen Leiterausbildung. Bemerkenswert ist ferner die Feststellung, dass die Sportverbände selber bezüglich der im Vorstoss angesprochenen Thematik bis jetzt beim Sportamt nicht vorstellig geworden sind und um Unterstützung gebeten haben. Für die Vereine wie auch die darin tätigen Trainer steht die sportliche Aktivität und der sportliche Erfolg im Vordergrund und nicht so sehr die Aufarbeitung gesellschaftspolitischer Konflikte, wobei die oftmals diskrete Einflussnahme von erfahrenen, älteren Vorstandsmitgliedern nicht unterschätzt werden darf.
Nach Ansicht der Kommissionsmehrheit ist die Problematik erkannt; es sind auch Vorstellungen entwickelt, wie man, im Rahmen der beschränken Möglichkeiten, den Sportvereinen in Fragen der Integration ausländischer Jugendlicher Unterstützung anbieten kann und will.

3. Antrag
Die EKK beantragt dem Landrat mit 8 gegen 4 Stimmen, das Postulat 1999/268 als erfüllt abzuschreiben.

Pfeffingen, den 25. März 2003

Im Namen der Erziehungs- und Kulturkommission
Der Präsident: Eugen Tanner
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