2002-271

Basel-Stadt und Basel-Land haben sich für die Erhaltung der Medizinischen Fakultät entschieden. Um die Akkreditierung der Universitätskliniken sicherzustellen und ihre hohe Behandlungsqualität zu erhalten, brauchen diese in allen Spezialgebieten bestimmte Fallzahlen. Solche Zahlen sind in gewissen Fächern nur durch Zusammenfassen von mehreren Kliniken zu einer einzigen Klinik erreichbar. Diese Zusammenfassung hat jedoch an ein und demselben Ort zu erfolgen. Eine Universitätsklinik lässt sich ohne schwerwiegende Nachteile nicht auf mehrere Standorte verzetteln, wie das Beispiel UKBB gezeigt hat.


Die gegenseitige Abhängigkeit der verschiedenen medizinischen Spezialgebiete untereinander ist heute sehr hoch; ohne permanente interdisziplinäre Zusammen-arbeit ist die Zentrumsmedizin nicht mehr denkbar. Deshalb ist nicht nur die einzelne Fachklinik - wie etwa die Kinderklinik - an ein und demselben Ort zu vereinen, sondern alle Universitätskliniken sind in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander anzusiedeln. Die Attraktivität eines Zentrumsspitals für unsere eigenen wie auch für auswärtige PatientInnen, auf die wir aus finanziellen Gründen angeblich angewiesen sind, hängt wesentlich von der permanenten Verfügbarkeit unentbehrlicher SpezialistInnen aus zahlreichen Fachgebieten ab. Die optimale Auslastung des spezialisierten Personals und der sehr teuren Infrastruktur ist nur bei Konzentration der Universitätskliniken an ein und demselben Standort möglich. Dies gilt insbesondere für ein (zu) kleines Einzugsgebiet wie die Nordwestschweiz.


Die Konsequenz dieses Sachverhaltes ist die Verlegung aller Universitätskliniken ins Kantonsspital Basel, also nicht nur der Kinderklinik sondern auch der Geburtshiflich-Gynaekologischen und der Orthopädischen Klinik.


Aus medizinischen und finanziellen Gründen ist ein partnerschaftlicher Ausgleich durch Verteilung der Universitätskliniken auf beide Kantone nicht möglich. Dieser Ausgleich muss auf andern Gebieten realisiert werden.


Die Qualität und die Finanzierung der zukünftigen Zentrumsmedizin können in unserem kleinen Einzugsgebiet nur durch verstärkte Zentrumsbildung gesichert werden.


Wir bitten den Regierungsrat, diesen Sachverhalt bei der Spitalplanung zu berücksichtigen und sachfremde "Prämissen" auszuschliessen.



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