2002-72

Es muss endlich einwandfrei abgeklärt werden, ob die Chemiemülldeponien Feldrebengrube, Rothusstrasse und Margelacker eine Gefährdung für unser Trinkwasser darstellen. Hierfür soll ein Obergutachten von unabhängigen Fachleuten erstellt und vollumfänglich veröffentlicht werden.

Die Feldrebengrube beherbergt schätzungsweise 13'000 Tonnen giftigen Chemiemülls, welcher von der chemischen Industrie Basels im Grundwassergebiet der Hard abgelagert wurde. Rund 100'000 Menschen in der Region Basel beziehen ihr Trinkwasser aus der Hard. Allein Basel-Stadt bezieht nach dem neuen Hardwasservertrag jährlich rund 10 Mio m3 Wasser von der Hardwasser AG. Sollte diese Trinkwasserquelle wegen Verunreinigungen eines Tages geschlossen werden müssen, dann wäre die Trinkwasserversorgung der Region Basel ernsthaft gefährdet.


Noch in den 50-er Jahren wurde mit dem Segen der Baselbieter Regierung in der Feldrebengrube Chemiemüll abgelagert, obwohl eine Gefährdung der Trinkwasserfassungen nicht ausgeschlossen werden konnte. Erst die Verschmutzung des Florin-Brunnens und harsche Kritik der Betroffenen führte dazu, dass die Deponie 1957 geschlossen wurde. Seither wurden viele offene Frage nicht angegangen. Es blieb unklar, wie der gelagerte Chemiemüll zusammengesetzt ist, wo die Sickerbrühe hinfliesst, und ob sie allenfalls in die Trinkwasserzone vordringt. Die heute bestehende Messnetze werden von Fachleuten als ungenügend, die getätigten Schadstoffmessungen als teilweise unbrauchbar eingestuft.


Endlich, im Januar 2002 wurde ein neuer Untersuchungsbericht über die Muttenzer Deponien veröffentlicht. Gemäss einem Artikel in der Basler Zeitung vom 2. März 2002 wurde jedoch der Originalbericht von Vertretern der basellandschaftlichen Behörden und der chemischen Industrie "überarbeitet". Die Glaubwürdigkeit des neuesten Berichts ist somit nicht mehr gegeben. Was angesichts der Risiken für die benachbarten Trinkwasserbrunnen somit immer noch fehlt sind glaubwürdige, unabhängige Untersuchungsergebnisse.


Deshalb ersuche ich den Regierungsrat:


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