2002-159

Wir begrüssen die Vorlage betr. UKBB und regionale Spitalplanung, wie sie am 1.6.2002 den beiden Parlamenten vorgelegt worden ist. Trotz positiver Ansätze berücksichtigt sie zuwenig die Tatsache, dass das Einzugsgebiet der medizinischen Fakultät mit einer knappen 1/2 Million Einwohnerinnen und Einwohnern weit unter den internationalen Vergleichszahlen von 2 Millionen und mehr liegt. (Ein Teil der extremen Kostenentwicklung ist schon allein durch diese Tatsache bedingt). Die medizinische Fakultät kann folglich auf längere Sicht nur erhalten werden, wenn alle möglichen kostensparenden Synergiegewinne realisiert werden.


Wir beauftragen deshalb den Regierungsrat, folgende Anliegen zu prüfen und darüber zu berichten:


1. Schaffung eines regionalen Kompetenzzentrums für Mutter und Kind, damit Risikogeburten optimal betreut werden können.


2. Zwecks zusätzlicher Kostenoptimierung ist zu prüfen, ob auch die Bettenstation des UKBB ins KBS verlagert werden kann. Generiert doch die vorgesehene "Tunnellösung" nicht unbedeutende Kosten und Umtriebe.
Eine noch bessere Synergie für die Zusammenarbeit des UKBB an der Schanzenstrasse könnte erreicht werden, wenn mit Nachdruck absolute räumliche Nähe geschaffen wird. Nicht nur gehören Geburtsklinik und Neugeborenen-Intensiv-Station zusammen, sondern ebensosehr die intensivmedizinischen Stationen für Neugeborene und grössere Kinder. Damit liegt aber auf der Hand, dass eine "Tunnellösung" unter der Schanzenstrasse suboptimal ist. Die Unterbringung der Bettenstation des UKBB im KBS wäre deshalb sowohl aus organisatorischen, medizinischen und betriebswirtschaftlichen Gründen eine optimale regionale Lösung.


3. Im Rahmen der regionalen Spitalplanung muss geprüft werden ob, wegen zu kleiner regionaler Fallzahlen, für spitzenmedizinische Behandlungen, wie Lebertransplantationen, Herztransplantationen, Chirurgie angeborener Herzfehler usw. gesamtschweizerische Zentren geschaffen werden könnten. Bei den genannten Beispielen würde sogar je ein Zentrum genügen.


4. Chefärzte haben den Auftrag, ihre eigene Fachdisziplin zu fördern. Da aber nicht sämtliche Chefärzte der öffentlichen Kliniken gleichzeitig in Planungsgremien tätig sein können, sollten eher nicht direkt betroffene, sondern vorzugsweise auswärtige Experten für die ersten Phasen eines Planungsprozesses zugezogen werden. Dies gilt selbstverständlich nicht für die Phase der Detailplanung.


5. Die finanziellen Konsequenzen für die Investitionsrechnung der Vorlagsvariante wie auch derjenigen unseres Postulats ist zu prüfen.



Back to Top