Vorlage an den Landrat


3. Evaluation und Entscheid für die " Ne ue St euerlösung ( NEST )"

3.1. Evaluation


Am 20. September 2001 wurde im kantonalen Amtsblatt und im schweizerischen Handelsamtsblatt die "Beschaffung und Einführung einer umfassenden Software für die kantonale Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft" ausgeschrieben (offenes Verfahren gemäss kantonaler Gesetzgebung über öffentliche Beschaffungen unter dem GATT/WTO Abkommen). 40 Interessenten forderten in der Folge das Pflichtenheft und die weiteren, detaillierten Ausschreibungsunterlagen an. An der Offertöffnung konnten sieben Offerten entgegengenommen werden. Vier von diesen sieben Offerten schieden in einer ersten Evaluationsphase aus, weil sie die publizierten Eignungskriterien nicht erfüllten. Dies war bei diesen vier Offerten insbesondere beim Eignungskriterium "Die angebotene Softwarelösung steht in der Schweiz in einem vergleichbaren Umfeld bereits im produktiven Einsatz oder in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium" der Fall. Mit den verbliebenen drei Anbietern wurde eine Detailevaluation durchgeführt. Es waren die Firmen:


Die Detailevaluation umfasste Präsentationen, Lieferantenbesuche, Kostenvergleiche, Stärken/Schwächen-Analysen und eine Punktebewertung aufgrund der publizierten Zuschlagskriterien. Das Ergebnis war ein Entscheid für die Steuerlösung NEST. Am 26. März 2002 hat der Regierungsrat das Ausschreibungsverfahren abgeschlossen und das Ergebnis den Anbietern mitgeteilt. Der Regierungsratsbeschluss erfolgte unter Vorbehalt der Zustimmung des Landrates zu dieser Vorlage und zum Kreditantrag.




3.2. Das Produkt NEST


Die Arbeitsgemeinschaft der Firmen Sesam AG und KMS AG hat ab 1996 im Auftrag der fünf Kantone GL, NW, OW, SZ und UR eine vollintegrierte Steuerlösung entwickelt, die alle direkten Steuern (ohne Quellensteuer) und den gesamten Prozess "Steuerregister-Veranlagung-Bezug" abdeckt.


In den letzten vier Jahren haben sich auch die Kantone LU, TG, SH, AI und BS für den gesamten Funktionsumfang von NEST (LU, SH, AI, BS) oder Teile davon (TG) entschieden. Aufgrund des modularen Aufbaus von NEST und der weitgehenden Parametrisierbarkeit kann diese Software in verschiedenen Organisationsformen eingesetzt und den unter- schiedlichsten Arbeitsabläufen angepasst werden. So wird NEST im Kanton OW in einem gemeinsamen Rechenzentrum des Kantons und der Gemeinden auf kantonaler und kommunaler Ebene eingesetzt, in SZ mit zentraler Veranlagung beim Kanton und dezentralem Bezug durch die Gemeinden und in NW mit dezentraler Veranlagung durch die Gemeinden und zentralem Bezug durch den Kanton.


Die wichtigsten Meilensteine der Entstehung und Entwicklung von NEST sind:


Parallel zur Weiterentwicklung der Programme für die kantonalen Steuerverwaltungen wurde auch eine Gemeindesoftware entwickelt und durch eine Partnerfirma vertrieben. Die Gemeindelösung ist in ca. 60 Gemeinden im Einsatz. Im Kanton Basel-Landschaft sind es die Gemeinden Allschwil, Arlesheim, Biel-Benken, Birsfelden, Bottmingen, Itingen, Lausen und Muttenz.


Die Zusammenarbeit unter den NEST-Kantonen ist institutionalisiert und gut. Mit der Bezahlung der Lizenzen wird der Kanton Basel-Landschaft gemeinsam mit den übrigen NEST-Kantonen zu 50% Miteigentümer der Programme. Die Eigentumsanteile der Kantone werden im Verhältnis der Einwohnerzahlen bestimmt. Der Anteil des Kantons Basel-Landschaft wäre ca. 18 %.


Die zweiten 50% Eigentum verbleiben bei den beiden Lieferfirmen. Diese bilden mit den Geschäftsleitungen der Steuerverwaltungen der NEST-Kantone einen Projektausschuss, der über die Weiterentwicklung und Strategie entscheidet. Der NEST-Ausschuss hat Ende April 2002 beschlossen, eine externe Beratungsfirma mit einem technischen Controlling und der strategischen Beratung zu beauftragen. Damit werden die mittel- und langfristige Entwicklung und die Qualitätssicherung von NEST verstärkt.


Die Kosten für die Pflege und Weiterentwicklung von NEST werden durch die Miteigentümer und die Hersteller gemeinsam getragen. Wenn sich weitere Kantone für den Kauf von NEST entscheiden, partizipieren die beteiligten Kantone an den Lizenzeinnahmen im Verhältnis ihrer Eigentumsanteile.



Fortsetzung >>>
Back to Top