Vorlage an den Landrat


2. Ausgangslage

Die kantonale Steuerverwaltung setzt für ihre Informatikanwendungen den zentralen Grossrechner (Host) und die vernetzte PC-Lösung Covela ( Co mputer unterstützte Ve ran la gung, Client-Server Applikation) ein. Mit dem Host werden das Steuerregister, der Bezug der Gemeinde-, Staats- und direkten Bundessteuer und weitere Applikationen bewirtschaftet. Covela wird für die Veranlagung der natürlichen Personen bei den selbstveranlagenden Gemeinden und der kantonalen Steuerverwaltung eingesetzt und durch die Direktionsinformatik FKD betrieben. Betreiber des Host sind die zentralen Informatikdienste.




2.1. Gründe für ein neues System


2.1.1. Der Zustand heute


Die Host-Programme für den Steuerbezug und das Steuerregister stammen alle aus den Anfangszeiten der elektronischen Datenverarbeitung. Die Wartung und der Betrieb sind teuer und risikoreich. Programmerweiterungen und -verbesserungen sind praktisch nicht mehr möglich, weil das Know-how über die damalige Programmierung nur noch zum Teil und je länger desto weniger vorhanden ist. Dies hat sich beispielsweise bei der Entwicklung des Gemeindesteuerbezuges für die Laufentaler Gemeinden gezeigt.


Auswertungen über Steuerdaten und Simulationen der Steuererträge können nicht im gewünschten Umfang und nur mit grossem Aufwand und mit Hilfe externer Spezialisten durchgeführt werden.


Beim Steuerbezug muss für Fehlerkorrekturen ein viel zu grosser, manueller Aufwand betrieben werden. Einzelne Geschäftsvorfälle lassen sich nicht mehr nachvollziehen. Dies führt zu Unsicherheit und Unzufriedenheit bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und wirkt sich auf die Dienstleistungen an die Steuerzahlenden aus. Der extrem hohe Aufwand, der nur schon für die Betriebsbereitschaft der Steuerapplikationen geleistet werden muss, führt dazu, dass selbst einfache Verbesserungen nicht ausgeführt und dringend notwendige Weiterentwicklungen nicht in Angriff genommen werden können, beispielsweise die Veranlagung der juristischen Personen oder der elektronische Geschäftsverkehr.


Bezüglich Betrieb und Sicherheit ist die Situation bei dem 1996 als Client-Server Applikation erstellten Veranlagungsprogramm Covela besser. Der Aufwand für die Anpassungen an die Änderungen der Gesetzgebung und die Integration des Veranlagungsprogramms in die Host-Umgebung sind jedoch beträchtlich. Schon 1996 kostete die Entwicklung der Schnittstellen vom damals neuen Veranlagungsprogramm Covela zum Host mehr als doppelt so viel wie das Veranlagungsprogramm selber. Dies zeigt, dass nicht einzelne, alte Programmteile für sich allein ersetzt werden können. Die heutige Informatiksituation bei den Steuern muss als Ganzes beurteilt werden.




2.1.2. Die zukünftigen Anforderungen


Für eine erfolgreiche Tätigkeit im zukünftigen Steuerwesen ist der elektronische Geschäftsverkehr (Information, Kommunikation, Transaktion) von entscheidender Bedeutung. Ebenso wichtig für den zukünftigen Erfolg wird der Kundennutzen sein. Im steuerlichen Bereich bedeutet dies:


Fortschritte bezüglich Einfachheit, Verlässlichkeit und Erreichbarkeit bedingen eine Optimierung der Geschäftsprozesse. Dies ist nur mit einem soliden Unterbau von Informatikanwendungen möglich, die weniger Aufwand für den Betrieb benötigen, als dies heute der Fall ist. Dafür eignen sich der Einsatz eines integrierten Systems und Standardsoftware am besten, weil damit bereichsübergreifendes Arbeiten mit einer gleichartigen Bedienerführung möglich ist. Für den Einsatz von Standardsoftware sprechen zudem folgenden Gründe:




2.2. Gemeinsamer Bezug von Staats- und Gemeindesteuer


Schon bei der 1994 im Landrat diskutierten und per 1.1.1995 in Kraft gesetzten, neuen Aufgabenteilung zwischen Gemeindesteuerämtern und kantonaler Steuerverwaltung wurde über den gemeinsamen Bezug von Staats- und Gemeindesteuer diskutiert. In den folgenden Jahren setzte sich immer mehr die Überzeugung durch, dass der gemeinsame Bezug von Staats- und Gemeindesteuer eine hoch willkommene Vereinfachung für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ist und für die Verwaltungen ein beträchtliches Einsparungspotential darstellt. Die Finanz- und Kirchendirektion setzte deshalb 1998 eine Arbeitsgruppe mit Gemeindevertretern ein, die sich beim gemeinsamen Steuerbezug auf folgende organisatorische Rahmenbedingungen einigte:


Aufgrund dieser organisatorischen Vorgaben begann die kantonale Steuerverwaltung mit der Umsetzung. Es wurden Pflichtenhefte erstellt und mit diversen Lieferanten Abklärungen und Differenzanalysen durchgeführt. Der Informatikaufwand mit dem Jahrtausendwechsel und mit der Umstellung auf die einjährige Veranlagungsperiode waren die Gründe dafür, dass die Weiterführung der Realisierung bis zum 3. Quartal 2001 zurückgestellt werden musste. Mit der im nächsten Kapitel beschriebenen Evaluation wurde das Projekt wieder aufgenommen.



Fortsetzung >>>
Back to Top