2002-131

Zur Zeit werden der Wegzug des UKBB aus dem Kantonsspital Bruderholz nach Basel und die Errichtung einer pädiatrischen Tagesklinik in Liestal intensiv diskutiert.
Deshalb stellt sich die Frage, welche pädiatrische Grundversorgung Baselland auf eigenem Kantonsgebiet in Zukunft braucht.
Für das obere und mittlere Baselbiet halten wir eine Notfall- und Triagestation sowie eine Kindertagesklinik im Raume Liestal für notwendig. Aus organisatorischen, medizinischen, personellen und finanziellen Gründen ist es zweckmässig beide Dienste unter einem Dach zu vereinen.
Eine private Trägerschaft für beide Dienstleistungen wäre durchaus denkbar, jedoch nur mit einem klaren Leistungsauftrag des Kantons, sowie in Zusammenarbeit mit dem UKBB und den niedergelassenen Pädiaterinnen und Pädiatern.
Eine Kindertagesklinik lässt sich gewinnbringend führen, eine Notfallstation hingegen nicht: In der Tagesklinik lassen sich Wahleingriffe, Untersuchungen und Therapien so planen, dass die Klinik ausgelastet ist. Es gibt keinen Nacht- und Sonntagsdienst, was die Personalrekrutierung erleichtert und die Personalkosten vermindert. Auf der Notfallstation hingegen ist die Belastung nicht planbar und sehr unregelmässig. Ihre Dienstleistung steht 24 Stunden zur Verfügung, auch am Wochenende, was viel höhere Personalkosten verursacht.
Deshalb soll die Kindertagesklinik als profitabler Zweig nicht aus der Pädiatrie herausgebrochen und privatisiert werden, während zwangsläufig defizitäre Bereiche, wie Notfall- und Triagestation, beim Kanton bleiben. Sonst dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Spitaldefizite immer grösser werden.


Wir bitten die Regierung abzuklären, wie die pädiatrische Grundversorgung im oberen und mittleren Baselbiet in Zukunft zu gewährleisten ist.
Insbesondere bitten wir die Regierung, die Notwendigkeit einer Notfall- und Triagestation sowie einer Tagesklinik und die Führung beider Institutionen im gleichen Spital zu prüfen.



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