Vorlage an den Landrat


3. Begründung / Bedarf

3.1. Einleitung


Die Steigerung der Nachfrage nach Leistungen, welche auf dem Areal des Kantonsspital Bruderholz erbracht werden, ist nach wie vor ungebrochen. Im Kapitel 3.2. werden die entsprechenden Steigerungsraten detailliert dargestellt. Die Werte für das Jahr 2001, bezogen auf die Leistungen des Kantonsspitals Bruderholz, zeigen eine weitere Leistungssteigerung (141'566 Pflegetage / Vorjahr: 139'513; 38'835 amb. Aufnahmen / Vorjahr: 31'989; 1440 Mitarbeitende / Vorjahr: 1'325). Aufgrund der heute vorliegenden Daten des ersten Quartals 2002 ist mit einer weiteren Erhöhung der Leistungszahlen zu rechnen.


Diese Steigerungen der Nachfrage und der Mitarbeitenden führen zwangsläufig zu einer Steigerung der Frequenzen im Bereich des öffentlichen Verkehrs sowie einem vermehrten Bedarf nach Parkierungsmöglichkeiten für den Individualverkehr. Diese Nachfrage wird sich in den nächsten Jahren nicht wesentlich verändern und somit ist jede aktuelle Investition eine Investition in die Zukunft des Kantonsspital Bruderholz.




3.2. Heutige Situation


Ausgangslage / Baugeschichte


Die Parkinganlage beim Kantonsspital Bruderholz wurde in den Jahren 1971/72 gleichzeitig mit den Spitalneubauten erstellt. Sie besteht aus einem zweistöckigen, längsseits offenen Parkhaus mit mittlerweile 144 gedeckten und 355 ungedeckten Parkfeldern. Das vorhandene Verkehrskonzept mit Einbahnverkehr gewährleistet eine optimale Nutzung der Halle und eine hohe Verkehrssicherheit. Der gedeckte Teil steht ausschliesslich dem Personal zur Verfügung, die ungedeckten Parkflächen stehen weitgehendst den Besuchern und Patienten zur Verfügung


Die Parkierungsanlage wurde in Stahlbetonbauweise erstellt. Das gewählte Konzept erlaubt sowohl eine horizontale als auch eine vertikale Erweiterung.


Die Anzahl der Parkplätze für das gesamte Spitalareal wurde nach den damaligen gesetzlichen Vorschriften und entsprechend dem zu erwartenden Bedarf bestimmt. Mit der Betonsanierung im Jahre 1993 wurde die Parkfeldermarkierung verkleinert, sodass zusätzliche Parkplätze entstanden.


Die Änderung der Verkehrsführung erfolgte aufgrund der Regierungsratsverordnung Nr. 3489 vom 10. November 1992 über das Parkieren auf Staatsareal. Die Parkingzufahrt wurde via die Ringstrasse ums KSB neu geregelt und die Parkierungsanlage mit einem Schrankensystem versehen. Durch diese Massnahme konnten auf der Ringstrasse zusätzlich 26 gebührenpflichtige Parkplätze ausgeschieden werden. Nach der Einführung dieses neuen Parkierungskonzeptes zum ersten Januar 1994, mit der Variante "Rundweg" hat sich vorübergehend die Parkplatz-Situation am Kantonsspital Bruderholz entschärft.


Mit der neuen Ein- und Ausfahrt zur Parkierungsanlage über die Batteriestrasse, Inbetriebnahme im April 2002, wird die Entflechtung des Individualverkehrs, des Notfallverkehrs und des öffentlichen Verkehrs erreicht. Mit dieser Massnahme fielen 11 Parkfelder ersatzlos weg. Aktuell verfügt das KSB in der Parkierungsanlage gesamthaft über 499 Parkplätze.




Kennzahlen zur Leistungsentwicklung


Seit geraumer Zeit ist ein permanenter Anstieg der Fallzahlen bei den ambulanten Dienstleistungen und den stationären Patienten ersichtlich.

1) inkl. Kinderspital Bruderholz exkl. EPD und KJPD Dienstleistungen


2) inkl. UKBB Leistungen Standort Bruderholz exkl. EPD und KJPD Dienstleistungen


Parallel dazu wurde die Erweiterung der Dienstleistungen wie z.B. MTT, MRI, Caramba, etc. laufend umgesetzt.


Diese verschiedenen Tatsachen und Massnahmen haben eine dramatisch zugespitzte Parkplatzsituation zur Folge. Jeweils montags bis freitags wurde für die offiziellen Besuchszeiten, an denen das Verkehrschaos eskaliert, vom KSB ein Sicherheitsdienst beauftragt, die Verkehrs- und Parkingverhältnisse auf den Parkingebenen soweit als möglich zu regeln. Persönlich reservierte und entsprechend bezahlte Parkplätze müssen dann in Besucherparkplätze umgewandelt werden.


Ursachen


Weitere Ursachen für die bestehende Parkplatznot am KSB sind:




Resultate von Patientenbefragungen


Die Auswertung von Patientenbefragungen zeigt deutlich grosse Mängel der Parkplatzsituation im und um das KSB während den Besuchszeiten auf. Die Folgen davon sind:




Individualverkehr


Entgegen des in der Landratsvorlage 89/207 für die Sanierung des Parkdecks angenommenen Rückganges von Individualverkehr, infolge einer verstärkten Nutzung des Öffentlichen Verkehrs, muss im KSB eine gegenläufige Entwicklung postuliert werden. Der Bedarf steigt ständig und ist derzeit während den Hauptbesuchszeiten nur noch als chaotisch zu bezeichnen.


Auf Grund der zum Teil sehr unterschiedlichen Arbeitzeiten entstehen Überlappungen zwischen den Diensten, die zu Spitzenbelastungen auf der Parkierungsanlage führen.


Schichtbeginn oder -ende liegen an Zeiten an denen das Angebot des Öffentlichen Verkehrs reduziert oder nicht mehr vorhanden ist. Die Personalrekrutierung hat sich in den letzten Jahren zunehmend auf das benachbarte Ausland erstreckt. Dies führt insbesondere bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus einem entfernteren Wohnort dazu, dass sie auf die Anreise mit dem privaten PW angewiesen sind.


Eine Parkingbedarfserhebung beim Personal im Jahre 1993, im Zusammenhang mit dem RRB Nr. 3489 vom 10. November 1992, Verordnung über das Parkieren auf Staatsareal, hat seinerzeit ein Parkplatzmanko von 245 Stellplätzen bestätigt.




Öffentlicher Verkehr


Anlässlich der Eröffnung des KSB, Anfang der Siebziger Jahre, wurde die BVB-Linie 37 via Bottmingen Station - Bruderholz - bis zum Jakobsberg verlängert. In Bottmingen Station bestanden Umsteigemöglichkeiten von/auf die damalige Tramlinie 17 und am Jakobsberg auf die Tramlinie 16. Auf diese Weise waren sowohl die Stadt Basel, das vordere und hintere Leimental und via Bahnhof Basel SBB auch der übrige Kantonsteil von BL mit dem Öffentlichen Verkehr an das KSB angeschlossen.


Im April 1980 folgte mit der Einführung der Buslinie 63 (Muttenz Bhf.-Münchenstein-Bruderholz-Bottmingen Station) eine weitere Verbesserung der Erschliessung des KSB mit dem Öffentlichen Verkehr. Diese neue Tangentiallinie stellte Anschlüsse her an die Regionalzüge der SBB in Muttenz (aus Richtung Rheintal und Ergolztal), an die Tramlinie 14 in Muttenz Dorf, an die Tramlinien 10 und 11 in Münchenstein, sowie an die damalige Tramlinie 17 in Bottmingen Sta-tion. Somit wurde auch das Birstal besser an das Spital angebunden. Das vordere und hintere Leimental, sowie das vordere Rheintal und der mittlere und obere Kantonsteil von BL erhielten bessere Zugangsmöglichkeiten zum Spital, indem bereits in Muttenz Bhf. auf die Tangentialbuslinie 63 umgestiegen werden konnte.


Aufgrund einer Neuorganisation im KSB waren 1988 flankierende Massnahmen notwendig u.a. auch eine Verbesserung des Fahrplanangebotes der zum Spital führenden Buslinien. Folgende Verbesserungen wurden angeboten: Halt mit allen Kursen der Buslinie 37 vor dem Spitaleingang bis nach Mitternacht und Umstellung auf ein durchgehendes 15 Minuten Intervall an Sonn- und Feiertagen ab Schifflände bis zum Spital und zur Haltestelle Jakobsberg der Tramlinie 16. Auf der Buslinie 63 wurde die Betriebszeit abends ausgedehnt, damit Besucher und Personal die Möglichkeit hatten, nach Ende der Besuchszeit mit dem Bus in Richtung Birstal/Rheintal zu fahren. Eine weitere Verbesserung zugunsten des Spitalpersonals war die Umstellung vom 30 Minuten- auf das 15 Minuten-Intervall während der Morgenspitze von Montag bis Samstag.


In der Zeit von 1999 bis 2001 erfolgten erneut grössere Veränderungen sowohl auf BL- wie auch auf BS-Gebiet und zwar im Hinblick auf Linienverknüpfungen wie auch Fahrplanverbesserungen, die sich alle positiv auf die Erschliessung des KSB mit dem Öffentlichen Verkehr auswirkten.


Heute präsentiert sich die Situation am KSB im Bezug des Öffentlichen Verkehrs folgender- massen:


Buslinie 63:
Diese Buslinie verkehrt ab Bahnhof Muttenz (mit Anschluss an die neu im Halbstunden-Intervall verkehrenden Regio-S-Bahnlinien S1 und S3) im 30 Minuten-Intervall via Münchenstein (mit Anschluss an die Tramlinien 10 und 11, die beide neu über den Bahnhof Basel SBB verkehren), via Motorfahrzeugprüfstation (mit Umsteigemöglichkeiten von/auf die Tangentialbuslinie 60) bis zum Eingang des Kantonsspitals.


Buslinie 37:
Diese Buslinie verkehrt vom Jakobsberg (mit Anschluss an die Tramlinie 16) via Spitaleingang bis Bottmingen Station (mit Anschluss an die Tramlinien 10/17 sowie an die Buslinie 34, die von Riehen über die mittlere Brücke bis Bottmingen fährt).


Mit Ausnahme von Randzeiten fährt die Linie 37 von Mo - Fr im 7 1 / 2 Minuten-Intervall und an Sonn- und Feiertagen im 10 Minuten-Intervall. Die Betriebszeiten der Linie sind täglich von ca. 05.30 bis 00.30 Uhr.


Die Anbindung des KSB an den Öffentlichen Verkehr wurde wie oben beschrieben laufend angepasst und verbessert. Es bleibt dennoch einiges zu tun. Aus Sicht der Spitalleitung entspricht die heutige Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht dem effektiven Einzugsgebiet des Spitals und insbesondere nicht jenem der angeschlossenen Universitäts-Kinderklinik beider Basel UKBB. Es fehlen gemäss KSB insbesondere folgende umsteigefreien Erschliessungen:


- Dreispitz
- Bahnhof SBB
- Kantonsspital Basel


Die bestehenden Linien müssten intensiviert und am Abend und an Wochenenden ausgebaut werden. Trotz beharrlichen Bemühungen seitens der Spitalleitung des KSB, war eine Optimierung der Erschliessung des Spitals mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln, bisher nicht möglich. Es wurden zwar Lösungen erarbeitet, die wegen des geringen Nachfragepotenzials jedoch sehr teuer wären; deshalb konnte im Rahmen des Staatsvertrages betreffend öffentlichem Verkehr mit Basel-Stadt keine Finanzierungsmöglichkeit gefunden werden.




3.3. Künftige Situation und Ziele


Individualverkehr


In der 'KSB Aktuell' Ausgabe vom Januar 2002 wurden die Mitarbeiter aus dem Grenzgebiet aufgefordert, Fahrgemeinschaften zu bilden. Das Personalbüro KSB übernimmt die diesbezügliche Koordination, leider bis heute ohne Erfolg. Fahrgemeinschaften sind in einem Dreischicht-Betrieb mit stark variierenden Arbeitszeiten, wie sie im KSB notwendig sind, nur schwierig zusammen zu bringen.


Der zusätzlich benötigte Parkraum ist infolge der derzeitigen Situation beim KSB Parking unbestritten. Für eine nachhaltige Verbesserung der Parkplatznot auf dem Bruderholz wäre eine Überbauung des Parkdecks mit weiteren ca. 250 Parkplätzen sinnvoll. Die vorliegenden Parkplatzberechnungen haben einen Bedarf von 131 Parkplätzen, unter Einbezug aller vorhanden Parkplatzressourcen rund ums KSB, bescheinigt.


Mit einem Ausbau des Parking von weiteren 116 Parkplätzen ist die existierende Parkplatznot deutlich entschärft. Infolge der derzeit angespannten Staatsfinanzen und der vermutlichen Aussichtslosigkeit eines entsprechenden Antrags auf gesamthaft 250 Parkplätze, verzichtet das KSB auf diese wünschenswerte Variante, die vor allem auch das Quartier entlasten würde.


Ziel ist die Schaffung eines zweiten Parkdecks mit 79 Parkplätzen, das Einebnen und Befestigen der Böschung zwischen dem Parking und der Zufahrtsstrasse zur Notfallstation, was weitere 37 Kurzzeitparkplätze ermöglicht. (Die Verkehrsführung wurde bereits im April 2002 dahingehend geändert, dass die Ein- und Ausfahrt zum KSB Parking ausschliesslich über die Batteriestrasse erfolgt. So wird die Zufahrt zur Notfallstation wesentlich entlastet.)


Der Zugang zum neu zu erstellenden obersten Parkdeck wird ebenerdig zum Spitalgebäude sein. Alle drei Parkingebenen werden mit einem rollstuhl- und kinderwagengängigen Lift erschlossen.


Die neue Parkingzufahrt in die Batteriestrasse hat die erwartete Entflechtung von öffentlichem und Individualverkehr gebracht.


Die Kurzzeitparkplätze vor der Notfallstation sind mit einer zentralen Parkuhr versehen und werden täglich kontrolliert.


Die Zweiradunterstände sind in den vergangenen Jahren massiv aufgestockt worden. Situativ ist man in der Lage, sofern sich ein Zusatzbedarf abzeichnet, weitere Zweiradunterstände auszuscheiden. Im Augenblick bestehen jedoch genügend solcher Parkflächen.




Öffentlicher Verkehr


Das KSB ist Teilnehmer am Projekt Job Ticket des Kantons BL, d.h. mittels finanziellem Anreiz am Kauf des Umweltschutz-Abonnements fördert es die Benutzung des Öffentlichen Verkehrs. Seit der Einführung dieses Projektes haben sich im KSB ca. 230 Personen/Jahr um ein solches Ticket beworben, Tendenz gleichbleibend bzw. leicht steigend. Eine Aussage, ob es sich um Umsteiger (vom PKW zum ÖV) handelt, kann nicht gemacht werden. Infolge der existierenden Parkingsituation ist man jedoch eher dazu geneigt, diese Frage zu verneinen.


Es ist weiterhin das Ziel des KSB, die Mitarbeiter zur Benutzung des Öffentlichen Verkehrs zu bewegen, um dem Parkplatzmangel auch auf umweltschonende Weise begegnen zu können.


Die Änderung in der Markierung für Busse und Zulieferer im Bereich des Haupteingangs KSB im Zusammenhang mit den Kurzzeitparkplätzen hat die Verkehrssituation für die Busse nachhaltig verbessert. Grundsätzlich steht dem Busverkehr Park- und Rangierfläche für 3 - 4 Busse zur Verfügung. Damit ist auch ein weiterer Ausbau des Liniennetzes zur besseren Anbindung des KSB problemlos möglich.


Seitens des KSB ist eine direkte Verbindung zum Bahnhof SBB und eine Optimierung der Verbindungen/Taktfrequenz in der Zeit zwischen 22.00 Uhr und 0.30 Uhr sowie an den Wochenenden dringend erwünscht.


Gemäss generellem Leistungsauftrag 2001-2005 sind kurzfristig keine weiteren Verbesserungsmassnahmen bezüglich Erschliessung des KSB mit Öffentlichen Verkehrsmitteln geplant. Mittelfristig sind jedoch Fahrplanverbesserungen auf der Buslinie 63 und / oder Änderungen bzw. Erweiterungen von Linienführungen bestehender Buslinien bis oder via KSB anzustreben. Derartige Massnahmen könnten frühestens mit dem generellen Leistungsauftrag für die Jahre 2005-09 realisiert werden.




3.4. Alternativen


Aus vorgenannten Gründen ist auch mit einem allfälligen Ausbau des Angebotes des ÖV die Bereitstellung von zusätzlichen Parkplätze unumgänglich. Da im Umkreis des KSB keine weiteren Parkierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und eine Umnutzung der Grünanlage für Parkierungszwecke kaum in Frage kommt, kann nur eine Aufstockung der bestehenden Parkierungsanlage die Parkplatznot beheben.



Fortsetzung >>>
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