2002-174 (1)


1. Organisation der Kommissionsberatung

Die Bau- und Planungskommission hat im Beisein von Regierungspräsidentin Elsbeth Schneider-Kenel, Roya Blaser, stv. Kantonsarchitektin sowie der Herren Hans Kaufmann, Spitalverwalter Bruderholz und Jean-Luc Perrin, Spitalverwalter-Stellvertreter, die Vorlage an ihrer Sitzung vom 30. Januar 2003 beraten.




2. Vorstellen der Vorlage


Seit längerer Zeit herrschen beim Kantonsspital Bruderholz enorme Parkplatzprobleme. Das ist einerseits auf einen markanten Anstieg der Patientinnen und Patienten und andererseits auch auf die Zunahme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zurückzuführen. Die Verlagerung hin zum ambulanten Bereich und das vermehrte Teilzeitpersonal führen zu kürzeren Aufenthaltszeiten im Spital, was sich auch auf die Parkplatzsituation auswirkt. Nachdem die ersten Parkplatzprobleme aufgetaucht sind, hat man eine Analyse im Bereich ÖV und Individualverkehr gemacht, um möglichst rasch eine Entschärfung des Parkplatzproblems zu erreichen. Als erstes wurden Verbesserungen im öffentlichen Verkehr vorgenommen. Der Bus Nr. 63 fährt heute im 30 Minuten-Takt vom Bahnhof Muttenz via Münchenstein direkt zum Bruderholzspital, der Bus Nr. 37 verkehrt im 7,5 Minuten-Takt (ausser in den Randzeiten) über den Jakobsberg und Bottmingen ebenfalls zum Spital.


Trotz dieser Verbesserungen reichen die Parkplätze beim Bruderholzspital nicht aus. Mit dem Bau eines zweiten Parkdecks entstehen zusätzlich 79 Parkplätze und durch das Einebnen und Befestigen einer Böschung können weitere 37 Parkplätze, gedacht für Kurzzeitparkierer, geschaffen werden. Damit würden in Zukunft auf dem Bruderholz 615 Parkplätze zur Verfügung stehen. Das Bauvorhaben verursacht Kosten von 1,985 Millionen Franken. Die Investition kann innert relativ kurzer Zeit über die Parkgebühren amortisiert werden, wobei eine massvolle Erhöhung der Parkgebühren vorgesehen ist.




3. Kommissionsberatung


3.1 Spitalplanung


Die BPK ist der Meinung, dass diese Vorlage nicht mit der Spitalplanung vermischt werden soll. Auch wenn die Spitalplanung später das Bruderholzspital in Frage stellen würde, so wird das noch Zeiten dauern. Das Parkplatzproblem ist aber jetzt akut und muss für die nächsten Jahre gelöst werden. Zudem wird nicht ein neues Parkhaus gebaut, sondern ein bestehendes Parkhaus auf sinnvolle Art erweitert. Der Ausbau bindet somit keine Hände für weitere Schritte in der Spitalplanung. Die BPK verlangt aber dennoch umfassende Informationen über die nächsten Investitionen, die vor einer Gesamtsanierung im Bruderholz getätigt werden müssen.




3.2 ÖV und Bruderholz


Die Kommission erachtet die Erschliessung des Bruderholzspitals mit dem öffentlichen Verkehr als zufriedenstellend. Auch wenn man umsteigen muss, so besteht doch eine gute Verbindung zum Südausgang des Bahnhofs SBB. Die Anschlüsse zwischen Tram und Bus sind so gestaltet, dass kaum Wartezeiten zu gewärtigen sind. Eine direkte Verbindung Bahnhof SBB- Bruderholzspital ist vom Parlament aus Kostengründen abgelehnt worden.




3.3 Parkierungsordnung


Die Kommission liess sich auch über die Vor- und Nachteile einer Schrägparkierung gegenüber der bestehenden Senkrechtparkierung informieren. Dabei hat sich gezeigt, dass sich bei gleicher Parkplatzlänge bei der Senkrechtparkierung mehr Parkplätze ergeben. Zudem kann bei Senkrechtparkierung in beiden Richtungen zu- und weggefahren werden, während bei Schrägparkierung im Einbahnverkehr zirkuliert werden muss. Schrägparkierungen werden in der Regel dort angeordnet wo eine beschränkte Gesamtbreite Parkstreifen/Verkehrsfläche/ Parkstreifen vorhanden ist.




3.4 Fazit


Die Vorlage ist in der Kommission praktisch unbestritten. Das bestehende Parkhaus wird auf gute Art erweitert. Die zusätzlichen Parkplätze entschärfen nicht nur die Parkplatzsituation für die nächsten Jahre, sie befreien auch das Quartier von unnötigem Suchverkehr. Die Investitionskosten werden durch die Parkplatzgebühren grösstenteils amortisiert. Die Berücksichtigung von Individualverkehr und ÖV ist gewährleistet, es werden nicht nur einseitige Verbesserungsmassnahmen getätigt. Nach kurzer Diskussion stimmt die Kommission der Vorlage zu.




4. Antrag


Die Bau- und Planungskommission beantragt dem Landrat mit 12 gegen 1 Stimme, der Vorlage zuzustimmen.


Oberdorf, 16. Februar 2003


Im Namen der Bau- und Planungskommission
Der Präsident: Karl Rudin



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