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2001-300

Die Konflikte in unserer Welt sind in den letzten Jahren vielschichtiger und komplizierter geworden. Auf allen Ebenen prägen sie unsere gesellschaftliche Realitäten: von Beziehungskonflikten, über alltägliche, häusliche Gewalt, Mobbing in der Arbeitswelt, Gewaltbereitschaft und -anwendung in Gruppenkonflikten und im interkulturellen Zusammenleben bis hin zur Ethnisierung von Konflikten, zu Verteilungskämpfen im Zuge der Globalisierung und der Ressourcenknappheit sowie zur Gewaltlegitimation und -ausübung durch politischen und religiösen Fundamentalismus.

Angesichts der Zunahme solcher Konfliktlagen steigt auch der Bedarf an gesichertem Wissen über Konfliktursachen , Konfliktdynamiken und wirksame Ansätze der Konfliktbewältigung und über Kooperationsstrategien . Sowohl im Hinblick auf die Prävention als auch auf die Konfliktbearbeitung und -lösung ist ein interdisziplinärer Ansatz nötig, der alle Ebenen (von der Familie bis zu globalen Konflikten) und alle Bereiche (Kultur, Wirtschaft, Politik, Soziales) einbezieht. Anwendungsfelder und zugleich Ressourcen solchen Wissens sind etwa: Psychotherapie, Psychiatrie; Pädagogische Institutionen (Gewalt an Schulen, Entwicklung der Konfliktfähigkeit); Familienberatung; Soziale Arbeit; Entwicklungs-Zusammenarbeit; Organisationsberatung (Mobbing, Diskriminierung, Sozialpartnerschaft, Arbeits- und Führungskonflikte); Politikberatung (regionale, soziale, ethnische, militärische Konflikte); Rolle der Rechtsanwendung durch Institutionen und Professionelle.


An der Universität Basel hat sich eine hochkarätige Initiativgruppe von Interessierten aus verschiedensten Disziplinen gebildet, die ein Programm für "Konfliktstudien und Konfliktbewältigung" aufbauen und in einem interdisziplinären Zentrum für Konflikt- und Kooperationsforschung mit internationaler Ausstrahlung institutionalisieren will.


(Näheres dazu ist dem beigelegten Anzug im Basler Grossen Rat von Ueli Mäder zu entnehmen.)


Es ist von elementarer Bedeutung, dass die in einzelnen Fachbereichen abgestützten Erfahrungen der Kooperationsforschung (Mediation, Entwicklungszusammenarbeit, Peacebuilding usw.) zusammengeführt, weiterentwickelt und praxisbezogen weiter vermittelt werden können. Mit der angestrebten partnerschaftlichen Trägerschaft, mit den bestehenden nationalen und internationalen Kooperationen und dem vorhandenen disziplinären Knowhow bietet die Universität Basel dafür ausgezeichnete Voraussetzungen . Ein solches Zentrum fügt sich zudem bestens ein in den universitären Makro-Schwerpunkt Kultur und verbindet diesen mit höchst relevanten, anwendungs- und zukunftsorientierten Fragestellungen.


Die Ausstattung und Finanzierung des Zentrums im Umfang von 2,5 Mio Franken pro Jahr soll angesichts der nationalen Bedeutung des Projekts zu einem bedeutenden Teil aus Bundesmitteln, zum Teil aus dem universitären Erneuerungsfonds, durch Sponsoring und Drittmittel sowie - nach einer Anfangsphase - durch Eigenmittel gedeckt werden. Für eine einmalige Anschubfinanzierung rechnen die Initianten mit einem Beitrag von 500'000 Franken, die aus den Mitteln für Makro-Schwerpunkte der Uni Basel entnommen werden könnten.


Antrag
Die Unterzeichnenden halten das vorgeschlagene Projekt für Konflikt- und Kooperationsstudien für prüfenswert. Es entspricht aktuellen Erwartungen an die Nützlichkeit universitärer Leistungen. Ein Kompetenzzentrum für Konflikt- und Kooperationsforschung könnte an der Universität Basel ein weiterer Schwerpunkt mit hohem Zukunftspotential werden.


Die Regierung wird deshalb gebeten zu prüfen und darüber zu berichten, ob sie bereit ist,

Beilage [PDF; 21 KB]



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