2001-263 (1)


1. Einleitung

Die Bau- und Planungskommission hat die Vorlage an den beiden Sitzungen vom 17. und 31. Januar 2002 beraten. Vorgängig der 2. Sitzung hat sie einen Augenschein durchgeführt.
Beratend standen der Kommission Frau Regierungsrätin Elsbeth Schneider, Marie-Theres Caratsch, Kantonsarchitektin; Claudio Schmidt, Projektleiter und Regula Nebiker, Staatsarchivarin zur Seite.




2. Vorstellen der Vorlage


Das Staatsarchiv dient dem Staat und der Gesellschaft als Gedächtnis. Es verwahrt und verwaltet archivwürdige Dokumente vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Das Archiv wird sowohl von staatlichen Stellen als auch von einer breiten Bevölkerung rege genutzt.


Das bestehende Gebäude ist inzwischen an seine räumlichen und organisatorischen Grenzen gestossen.
Neben Magazinräumen werden dringend Arbeitsräume benötigt, welche den heutigen Anforderungen an die Aufarbeitung und Bewirtschaftung grosser Mengen Archivalien gerecht werden.
Die momentanen Platzverhältnisse sind derart prekär, dass ein Ablieferungsstopp verfügt werden musste.


Bereits zu Beginn der Neunziger Jahre waren die räumlichen Verhältnisse im Staatsarchiv sehr beengt.
1998 erhielt dann die Architekturabteilung der FHBB den Auftrag, eine allfällige Erweiterung des Areals zu prüfen. Nachdem die Antwort positiv ausfiel wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Das Siegerprojekt führte zur vorliegenden Projektvorlage.


Mit dem Erweiterungsbau soll das Gebäude an Benutzer- und Kundenfreundlichkeit, aber auch an Attraktivität gewinnen. Aus einer klare Trennung der verschiedenen Bereiche sollen effiziente betriebliche Abläufe und ein sparsamer Umgang mit Ressourcen resultieren. Das Konzept sieht vor, das bestehende Magazingebäude in das neue orthogonale Gebäudevolumen zu integrieren.
Zusätzlich verfügt das Projekt über eine Erweiterungsoption.


Bei der Schätzung der Investitionskosten (15.3 Mio. Franken) wurde versucht, auch ohne Fachplaner den effektiven Kosten möglichst nahe zu kommen; die Kostengenauigkeit liegt bei +/- 20%.
Nicht abschliessend geklärt werden konnte die Art der Belüftung. Vorgesehen ist der Einbau einer mechanischen Belüftung. Einer Prüfung unterzogen wird aber auch eine natürliche Belüftung, die sich beim Staatsarchiv in Luzern bestens bewährt hat.




3. Kommissionsberatung


3.1. Standort


In Zusammenhang mit dem Ideenwettbewerb für die Bahnhofplatzgestaltung in Liestal wurde auch die Standortfrage einer eingehenden Prüfung unterzogen.


Drei wichtige Kriterien haben den Ausschlag für die Wahl des heutigen Standorts gegeben:
- Im Rahmen des Wettbewerbs für das Staatsarchiv wurde deutlich, dass ein Neubau mit gleichem Raumvolumen teurer zu stehen käme.
- Eine Einbindung in das Kulturzentrum Bahnhof, in Kombination mit Kantonsbibliothek und Kantonsarchiv wäre grundsätzlich denkbar. Wenn man aber den Ist-Zustand des Staatsarchivs kennt und weiss, dass der Planungshorizont für die Bahnhofplatzgestaltung noch mindestens zehn Jahre beträgt, ist die Realisierung eines solchen Projekts undenkbar.
- Nicht zuletzt liegt der jetzige Standort in guter Reichweite zum Zentrum und dem Oeffentlichen Verkehr. Eine optimale Anbindung würde die Realisierung eines Fussgängertunnels zwischen Bibliothek und Staatsarchiv bringen.




3.2. Erweiterungsmöglichkeiten


Eine Erweiterung zu einem späteren Zeitpunkt in Richtung Westen ist möglich. Das Volumen könnte dabei um 50% vergrössert werden. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass der Kanton, das auf der Nachbarzelle gelegene Einfamilienhaus erwerben kann. Das Amt für Liegenschaftsverkehr hat diesbezüglich mit den Eigentümern bereits Verhandlungen aufgenommen.




3.3. Sicherheit


Die in den Magazinräumen archivierten Dokumente können während der Umbauphase gegen Einbruch und Vandalismus geschützt werden. Eine Auslagerung wäre zwar denkbar, würde jedoch den Betrieb lahm legen.
Ziel ist es darum, den Grossteil der Akten im Archiv zu behalten, dies ermöglicht, den Betrieb als Provisorium aufrecht zu erhalten.
Die zur Auslagerung vorgesehenen Akten sind grundsätzlich ebenfalls gut geschützt. Nicht beeinflussbar sind im Provisorium die klimatischen Bedingungen, was im Hinblick auf die relativ kurze Lagerzeit jedoch vertretbar erscheint.




3.4. Gebäude


Aus statischen Gründen ist es nicht möglich, auf den bestehenden Archivtrakt aufzubauen. Der Aufbau erfolgt analog einer Brücke, abgestützt auf Pfeiler ausserhalb des Gebäudes.
Zu den Fragen der Oekologie und Nachhaltigkeit wurde in Zusammenarbeit mit dem AUE ein Massnahmenkatalog erarbeitet. Mit einer intelligenten Planung will man eine energetisch optimale Lösung erzielen.




3.5. Ergebnis der Diskussion


Für die BPK ist der Bedarf für die Erweiterung und den Umbau des Staatsarchivs gegeben.
Mit dem vorliegenden Projekt avanciert das Staatsarchiv zu einer besucherfreundlichen und äusserlich attraktiven Institution und die optimierten Räumlichkeiten ermöglichen effiziente Arbeitsabläufe.




4. Antrag


Die Bau- und Planungskommission beantragt dem Landrat einstimmig der Vorlage 2001/263 zuzustimmen.


Oberdorf, den 15. Februar 2002


Im Namen der Bau- und Planungskommission
Der Präsident: Karl Rudin



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