Vorlage an den Landrat

1. Zusammenfassung


In den Jahren 1974 bis 1995 verfügte die Baselland Petrol AG (zur Swisspetrol-Gruppe gehörend) über das Recht, im Kanton Basel-Landschaft nach Erdöl- und Erdgaslagerstätten zu suchen (Schürfkonzession). Während im gleichen Zeitraum in verschiedenen Kantonen mehrere Bohrungen abgeteuft wurden, fanden im Kanton Basel-Landschaft lediglich seismische Messungen statt. Da die Ergebnisse der Untersuchungen vor allem wegen der mangelhaften Durchlässigkeit der Gesteine wenig erfolgversprechend waren, wurde die Forschungstätigkeit im Jahre 1994 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. In der Folge wurde die Swisspetrol-Gruppe und damit die Baselland Petrol AG liquidiert.


Als Datenverwaltungsgesellschaft wurde die SEAG Aktiengesellschaft für Schweizerisches Erdöl, Winterthur, eingesetzt. Bereits 1996 knüpfte die SEAG neue Kontakte zu amerikanischen Erdöl-Gesellschaften, welche die Exploration nach Kohlenwasserstoffen in der Schweiz wieder aufleben liessen. Grund dieser Kehrtwendung waren neue Technologien, welche in Nordamerika Erdgas aus praktisch dichten Gesteinen erschlossen. Im September 2000 reichte die SEAG ein neues Konzessionsgesuch für das Gebiet des Kantons Basel-Landschaft ein. In der Folge wurde ein Konzessionstext ausgehandelt, welcher vom Landrat zu genehmigen ist.




2. Rückblick


Am 3. September 1974 erteilte der Regierungsrat der eigens dazu gegründeten Baselland Petrol AG das Recht, innerhalb des ganzen Kantonsgebietes nach Erdöl- und Erdgaslagerstätten zu suchen (Schürfkonzession). Noch im gleichen Jahr wurde die erste seismische Kampagne zwischen Wintersingen und Belchen sowie zwischen Zeglingen und Niederdorf durchgeführt. Als seismisches Verfahren bezeichnet man die Erzeugung von Schwingungen im Untergrund mittels gezielter Sprengungen oder Vibrationen. Die so erzeugten Schwingungen werden von den verschiedenen geologischen Schichten reflektiert. Diese "Echos" werden aufgezeichnet und geben Hinweise auf Gesteinsformationen mit möglichen Erdöl- bzw. Erdgasvorkommen (sogenannte Erdölmuttergesteine). Gemäss Jahresbericht der BL Petrol AG waren die Ergebnisse dieser ersten Kampagne entmutigend. Vertieftere Auswertungen führten aber in der Folge zu leicht optimistischeren Schlussfolgerungen, so dass 1978,1979 und 1985 weitere Seismik-Programme südlich und südwestlich von Basel, im Ergolztal vom Rhein bis Oltingen sowie nördlich des Belchentunnels durchgeführt wurden. Die gesamte Untersuchungsstrecke betrug 178 Kilometer.


Von Anfang an war der forschenden Firma klar, dass die Aussicht, im Konzessionsgebiet auf wirtschaftlich lukrative Ansammlungen von Kohlenwasserstoffen zu stossen, als gering einzustufen war. Die Auswertung aller Seismik-Kampagnen bestätigte diese Prognose. Zwar wurden in einigen Gebieten Anzeichen von Kohlenwasserstoffen angetroffen, die Gesteinsdurchlässigkeit war aber für eine Förderung viel zu gering. Dies rechtfertigte beim damaligen wirtschaftlichen Umfeld keine weiteren Explorationsarbeiten. 1994 wurde die BL Petrol AG wie auch die Swisspetrol-Gruppe liquidiert und vom Regierungsrat am 17. Januar 1995 aus der Schürfkonzession entlassen. Die SEAG, als einzig überlebende Gesellschaft der Swisspetrol-Gruppe, wurde mit der Datenverwaltung beauftragt.




3. Neues Konzessionsgesuch


Wie bereits erwähnt, war die Durchlässigkeit des Gesteins für eine wirtschaftliche Kohlenwasserstoffgewinnung zu gering. In der Zwischenzeit ist aber bekannt geworden, dass in den USA und in Kanada mit ähnlich geologischen Voraussetzungen Technologien angewendet werden, die eine Produktion aus solch dichten Gesteinen ermöglichen. Bereits 1996 knüpfte die SEAG neue Kontakte mit amerikanischen Firmen. Aus diesen Kontakten entstanden Joint Ventures, welche die Exploration nach Kohlenwasserstoffen wieder aufleben liessen. Im Zuge dieser Bemühungen stellte die SEAG am 21. September 2000 das Gesuch um Erteilung einer Schürfkonzession für drei Jahre auf dem ganzen Kantonsgebiet.




4. Explorationsziele


Zurzeit arbeitet die SEAG mit der amerikanischen Firma Enron zusammen. Das Augenmerk dieser Zusammenarbeit liegt zuerst allgemein im Begutachten aller erhältlichen Daten und speziell im Erschliessen von Gesteinsformationen zwischen Bodensee und Kanton Jura. Erst aufgrund der Studienperiode wird Enron entscheiden können, ob die Exploration in der Schweiz aufgenommen wird und in welchen Konzessionsgebieten Untersuchungen stattfinden werden. Bis zur Ausübung der Option sind keine Feldarbeiten vorgesehen. Damit die Untersuchungen nach einem positiven Entscheid ohne grosse Verzögerung aufgenommen werden können, hat die SEAG vorsorglich Konzessionsgesuche in den Kantonen Basel-Landschaft, Bern, Jura und Solothurn gestellt.



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