2001-132

Antrag: Die Vertreterinnen und Vertreter des Kanton Basellandschaft werden beauftragt, folgende Forderung im Oberrheinrat einzubringen: Es ist ein zukunftsorientiertes Gesamtkonzept, die Abwicklung des gesamten Flugverkehrs betreffend, zu erarbeiten. Neben wirtschaftlichen Aspekten sind insbesondere folgende Eckpunkte zu berücksichtigen:

Begründung:


2.1. Lage
Die trinationale Region Oberrhein ist ein traditionell gewachsener Lebens-, Kultur- und Wirtschaftsraum von internationaler Bedeutung. Der damals weit von Wohnzentren entfernt geplante und realisierte Flughafen Blotzheim ist mittlerweilen im östlichen und insbesondere im südwestlichen Abschnitt von dicht besiedelten urbanen Wohn- und Gewerbegebieten umschlossen. Er ist somit zu einem typischen Stadtflughafen geworden. Die nord-süd gerichtete Hauptpiste endet wenige Kilometer vor dem Gewerbe- und Industriegebiet Bachgraben in Allschwil und der Grossaglomeration Basel-West. Start und Landung führen in niedriger Flughöhe über diese Gebiete.


2.2. Ungeregelte Zunahme des Flugverkehrs
In den letzten 10 Jahren nahmen die Flugbewegungen um mehr als das 2,5fache zu. Neben den stetig zunehmenden Passagierzahlen, die zwar im letzten Quartal leicht stagnierten, ist im Vergleich zum Jahre 1997 eine Verdreifachung der Frachttonnagen festzustellen. Eine weitere erhebliche Zunahme der Entwicklung des unzweifelhaft sehr belastenden Frachtflugverkehrs kündet sich an. Politische Entscheide in Europa aus jüngster Zeit beeinflussen einschneidend die Weiterentwicklung des schweizerischen Luftverkehrs. Die Möglichkeit, dass der ausschliesslich auf innereuropäische Bedürfnisse ausgerichtete Flughafen Basel/Mülhausen/Freiburg in das interkontinentale Flugnetz vermehrt eingebunden wird, ist gross. Das wirtschaftlich sehr attraktive Leistungsangebot des Flughafens im Fracht- und Charterbereich bestätigt die Expansionsabsichten.


2.3. Emissionen:
80% der stetig zunehmenden Flugbewegungen finden während 18 Stunden über den Köpfen der Wohnbevölkerung im dicht besiedelten Südwestabschnitt des Flughafens statt. Trotz zunehmender Modernisierung der Fluggeräte ist der Fluglärm und der Ausstoß von Luftschadstoffen steigend. Nicht nur die Lebensqualität ist beeinträchtigt, sondern gesundheitliche Störungen sind durch nationale und internationale Studien bewiesen. 80% der Flugunfälle ereignen sich in der Start- und Landephase. Um dieses beträchtliche Risiko zu minimieren, sind die modernsten technischen Vorkehrungen zu treffen, um diese Flugphasen so sicher wie nur möglich zu machen.


2.4. Ein Pistenbewirtschaftungskonzept
ist mit allen Mitteln zu fordern, welches eine Belastungsumverteilung zum Ziel hat und den emissions- und gefahrenträchtigen Frachtverkehr, mit oft ungenügend deklariertem Gefahrengut, in die weniger besiedelten Gebiete umverteilt.


Zukunftsorientierte Planung:
Die Wohnbevölkerung am Oberrhein ist seit Jahrhunderten eine Schicksalsgemeinschaft. Ihre Zukunft liegt in einer grenzüberschreitenden Verständigung. Dadurch entsteht eine gegenseitige Verantwortlichkeit im Interesse der Gesamtbevölkerung. Ein geregeltes Wirtschaftswachstum garantiert Wohnqualität, gegenseitige soziale Verantwortung und somit Sicherheit. Dazu gehört auch ein geregelter Flugverkehr, der in eine Gesamtverkehrsplanung eingebettet, zum Wohle der Region zukunftsorientiert ist. Ich fordere Regierung und Parlament auf, im Interesse der zukünftigen Entwicklung der Regio TriRhena den Luftverkehr betreffend, vorstellig zu werden.



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