Vorlage an den Landrat

1. Übersicht


Der Wald in der Region Basel bedeckt rund zwei Fünftel der Kantonsfläche. Er prägt die Landschaft und formt ihren Charakter. Der Grundsatz, dass der Wald dauernd und uneingeschränkt die von ihm erwarteten Leistungen erbringt, steht seit bald 100 Jahren in der schweizerischen Forstgesetzgebung (Nachhaltigkeit). Der Waldeigentümer hat den Wald so zu bewirtschaften, dass die Erholung, der Schutz vor Naturgefahren und die Holzproduktion dauernd gewährleistet sind. Die nachhaltige Erfüllung aller Waldfunktionen setzt die gemeinsame Verantwortung und die gegenseitige Unterstützung der Waldeigentümer, der Bevölkerung und deren politischen Vertreter voraus.


Am 26. Dezember 1999 hat der Sturm "Lothar" in den Schweizer Wäldern rund 13 Millionen Kubikmeter (m 3 ) Holz geworfen oder gebrochen. Dies entspricht rund einer zweieinhalbfachen normalen Jahresnutzung. Bis heute kannte man in der Schweiz kein Ereignis von solchem Ausmass. Beim Sturm Vivian, der sich im Jahre 1990 ereignet hat und als Jahrhundertsturm galt, wurden 4.9 Millionen m 3 Holz geworfen.


Auch im Kanton Basel-Landschaft handelt es sich um das bisher grösste Waldschadenereignis. Es wurden rund 204'000 m 3 Holz geworfen, dies entspricht einer zweifachen Jahresnutzung. Auf rund 400 Hektaren ereigneten sich Streu- und Flächenschäden. Besonders stark betroffen wurden die Gebiete um Brislach, Bubendorf, Gelterkinden, Grellingen, Rothenfluh und Sissach. Insbesondere der finanzielle Schaden, der sich nur in geringem Umfang versichern lässt, ist für die Waldeigentümer bedeutend: Verluste als Folge von Bruchholz, vorzeitiger zwangsweiser Nutzung, Preiszerfall, Aufwand für die werterhaltende Holzlagerung, Kosten für die Wiederinstandstellung von Wäldern und Waldstrassen.


Der Waldeigentümer erbringt über die Pflege der Wälder enorme Leistungen für die Allgemeinheit, die durch den Holzverkauf nicht gedeckt sind. Die Verluste, die die Waldeigentümer durch den Orkan Lothar erlitten haben sind gross, sie sollen in einem angemessenen Umfang abgegolten werden. Der Verlust, der den Waldeigentümern durch die verfrühte Nutzung des Holzes entstand, wird durch die Gebäudeversicherung nur in einem geringen Umfange abgegolten.


Mit einem Verpflichtungskredit von insgesamt Fr. 6'770'000.- sollen Massnahmen:
- zur Abgeltung des defizitären Aufrüstens des Sturmholzes
- zur Wert erhaltenden Lagerung des Holzes
- zur Wiederinstandstellung von Waldstrassen
- zur Wiederherstellung der zerstörten Wälder
- zur Vermeidung eines Ungleichgewichtes in der Wilddichte sowie
- zum Schutz des intakten Waldes vor Folgeschäden
unterstützt werden.


Die rechtlichen Grundlagen dazu bilden die Waldgesetzgebungen von Bund und Kanton. Die Gesamtkosten für die verschiedenen Projekte betragen Fr. 6'770'000.-, der vom Kanton Basel-Landschaft zu leistende Beitrag beträgt maximal Fr. 4'021'000.-, dieser löst Bundesbeiträge von rund Fr. 1'106'000.- aus. Die Waldeigentümer haben noch Restkosten im Betrag von Fr. 1'643'000.- oder rund 25% der Gesamtkosten zu tragen.


Mit dem Beitrag der öffentlichen Hand wird das Mögliche getan, damit der Wald seine vielfältigen Leistungen auch für zukünftige Generationen dauernd und uneingeschränkt erfüllen kann.


Damit die dringend notwendigen Massnahmen in nützlicher Frist ausgeführt werden konnten, gewährte die Regierung am 8.2.2000 (RRB Nr. 280) den Waldeigentümern ein rückzahlbares, zinsloses Darlehen. Das Forstamt beider Basel richtete eine Sturmholzzentrale ein, um den Einsatz der Arbeitskräfte zu koordinieren und um Angebote von Holzkäufern zu vermitteln.



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