2001-128 (1)


1. Einleitung

Die Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission hat die Vorlage an zwei Sitzungen beraten. Am 31. August 2001 erfolgte eine Einführung; Eintreten und Beschluss am 14. September 2001. Für Erläuterungen von Fragen standen uns zur Verfügung: Regierungsrat Erich Straumann; Rosmarie Furrer, Direktionssekretär VSD; Dr. R. Eichrodt, Kantonsforstingenieur; Ueli Meier, Leiter Zentrale Dienste, Forstamt beider Basel.




2. Vorlage


Der Wald in der Region Basel bedeckt rund zwei Fünftel der Kantonsfläche. Die nachhaltige Erfüllung aller Waldfunktionen setzt die gemeinsame Verantwortung und die gegenseitige Unterstützung der Waldeigentümer, der Bevölkerung und deren politischen Vertreter voraus.


Der Sturm "Lothar" war für den Kanton Basel-Landschaft das bisher grösste Waldschadenereignis. Es wurden rund 204'000 m3 Holz geworfen, was einer zweifachen Jahresnutzung entspricht. Der finanzielle Schaden, der sich nur in geringem Umfang versichern lässt, ist für die Waldeigentümer bedeutend. Dabei handelt es sich um Verluste als Folge von Bruchholz, vorzeitiger zwangsweiser Nutzung, Preiszerfall, Aufwand für die werterhaltende Holzlagerung, Kosten für die Wiederinstandstellung von Wäldern und Waldstrassen. Der Waldeigentümer erbringt über die Pflege der Wälder enorme Leistungen für die Allgemeinheit, die durch den Holzverkauf nicht gedeckt sind. Die durch den Sturm "Lothar" erlittenen Verluste sind gross, weshalb sie in einem angemessenen Umfang abgegolten werden sollen.


Die Vorlage sieht schwergewichtig folgende Massnahmen vor:


- Abgeltung des defizitären Aufrüstens des Sturmholzes
Hier handelt es sich nicht primär um das Beheben von Schäden, sondern um das Erhalten der Wirkungen im Walde. Entsprechend der definierten Zielsetzungen sollen einzig für die Aufrüstung im Nadelholz (Schutz vor Borkenkäferbefall) und zur Beseitigung von Gefahren für Menschen Abgeltungen ausbezahlt werden.


- Wert erhaltende Lagerung des Holzes
Angesichts der riesigen Mengen Sturmholz waren die Abfuhr- und Absatzmöglichkeiten begrenzt. Es galt optimale Lagermöglichkeiten zu finden.


- Wiederinstandstellung der Wälder, resp. Waldstrassen
Ziel ist es, die zerstörten Wälder mit natürlich vorkommenden Baumarten wiederherzustellen und die Waldfunktionen sicherzustellen. Obwohl die Natur sich von selbst hilft, wird die Gelegenheit gerne genutzt, bei Flächen mit Samenbäumen standortfremder Baumarten eine Bepflanzung von standorttauglichen Sorten wie Fichten, aber auch von selteneren, sehr wertvollen Baumarten wie Eichen, Elsbeeren und Speierlingen vorzunehmen.


- Zur Vermeidung eines Ungleichgewichtes in der Wilddichte
Bei den Schadenflächen handelt es sich um Verjüngungsflächen, welche ausserordentlich beliebte Orte für das Wild sind. Ein Konzept zur Verhinderung von Wildschäden liefert Massnahmen zur Ermöglichung der Jagd und gleichzeitiger Schaffung von Räumen, in denen der Mensch nicht eingreift.


- Zum Schutz des intakten Waldes vor Folgeschäden
Die heute noch intakten Wälder sollen vor weiteren Schäden durch Sonnenbrand, Pilze und Massenvermehrungen von Borkenkäfern bewahrt werden. Aufgrund der Erfahrungen aus dem Sturm Vivian muss als Folge mindestens mit rund 20'000 m3 Käferholz gerechnet werden.


Gesamthaft gesehen handelt es sich um einen Verpflichtungskredit von 6,77 Mio Franken, davon sind 4,02 Mio Franken Kantons- und 1,1 Mio Franken Bundesbeiträge. Den Waldeigentümern verbleiben 1,64 Mio Franken, die sie selber tragen müssen.




1. Kommissionsberatung


Eintreten auf die Vorlage war unbestritten. Die sehr detaillierte Offenlegung der anfallenden Kosten machen deutlich, dass es sich hier keineswegs um eine Vollfinanzierung der durch den Sturm "Lothar" verursachten Schäden handelt, sondern um die Abgeltung der Ertragsminderungen. Diese betragen nicht 20 oder 30 Prozent, sondern könnten sich eher im Bereich der 50 Prozentgrenze bewegen. Zudem schafft das Auflisten der genauen Zahlen Transparenz, zumal sich der Verpflichtungskredit über eine Dauer von fünf Jahren erstreckt.




2. Antrag


Die Mitglieder der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission anerkennen eine gewisse Dringlichkeit der Behandlung dieser Vorlage, können doch die Auswirkungen des Sturms "Lothar" für einzelne Waldbesitzer für die Existenz ihrer Forstbetriebe kritisch werden. Sie empfehlen dem Landrat mit 11 zu 0 Stimmen, dem Landratsbeschluss gemäss Beilage zuzustimmen.


Muttenz, 14. September 2001


Die Präsidentin: Rita Bachmann-Scherer



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