Vorlage an den Landrat

5. Zu erwartende Veränderungen


Prävention


-Förderung der Jungenarbeit (Arbeit mit jungen Männern): Justizdepartement BS, Gesundheitsförderung BL) Pilotprojekt bis 2002


- Jugendförderung: Sucht ist nur eine von verschiedenen gesundheitsschädigenden Verhaltensweisen. Um eine breitere und nachhaltige Stärkung und Förderung der Gesundheit der nachfolgenden Generation zu erreichen, sollte in Zukunft das Augenmerk von der Suchtprävention im engeren Sinne vermehrt auf die Gesundheitsförderung, das heisst auf die Stärkung von individuellen und gesellschaftlichen Ressourcen von Kindern und Jugendlichen gerichtet werden. Mit dem laufenden Projekt "Gesundheitsförderung im Frühbereich" wurden erste Schritte in diese Richtung unternommen. Auch ältere Kinder und Jugendliche sollen in ihrem Selbstvertrauen, im Umgang mit ihren Gefühlen, in ihrer Konfliktlösungsfähigkeit, ihrem Zugehörigkeitsempfinden zur Gemeinschaft sowie bei der Suche nach dem Sinn des Lebens unterstützt und gefördert werden. Sie sollen dabei die Möglichkeit haben, selber Ideen zu entwickeln und sich zu Wort zu melden. Dabei sollen sie vom Kanton, von den Gemeinden und Institutionen im Kinder- und Jugendbereich unterstützt und ernst genommen werden. Seitens des Kantons muss deshalb geprüft werden, mit welchen Strukturen er Anliegen von Kindern und Jugendlichen, bzw. von Institutionen, welche in diesen Bereichen tätig sind,, wahrnehmen und umsetzen kann.




Therapie


- In der laufenden Folgeplanung Psychiatrie II (Federführung: Kant. Psychiatrische Dienste) wird der aktuelle, ambulante und stationäre Vesorgungsstand evaluiert und werden für die nächsten Jahre neue Gewichtungen und Akzente gesetzt. Neuere Entwicklungen wie zahlenmässige Stabilisierung der Opiatabhängigkeit, Zunahme des mehrfachen Drogengebrauchs, vermehrtes Erfassen von Doppeldiagnosen, fehlende Therapieangebote für Cannabisprobleme und vermehrtes Rauschtrinken bei Jugendlichen werden berücksichtigt.


- Die Interkantonale Heimvereinbarung (IHV) wird durch die Interkantonale Vereinbarung im Bereiche sozialer Einrichtungen (IVSE) abgelöst werden, voraussichtlich ab 2003.


- Ein neues Finanzierungsmodell (leistungsbezogene Vollkostenrechnung) FISU, für stationäre Suchttherapien soll eingeführt werden. Die frühere aufwandabhängige Teilfinanzierung durch das Bundesamt für Sozialversicherung ist im Jahr 2000 gestoppt worden. Ziel ist die Einführung einer leistungsabhängigen Finanzierung bei gleichzeitiger Entlastung des Bundeshaushaltes.


- Einführung eines einheitlichen Qualitätsmanagementes für alle stationären Drogentherapieeinrichtungen.


- Heime aller Art werden neu einer Bewilligungspflicht unterstehen (Verordnung zum Sozialhilfegesetz).


- Inkrafttreten der Heroin-Verordnung: Die Substanz wird neu als Medikament gelten. (Bereits in Kraft ist der dringliche Bundesbeschluss über die heroingestützte Behandlung, der im Sommer 1999 vom Volk angenommen wurde und längstens bis 2004 gilt).


- Das Alkoholfürsorgegesetz wird mit der Einführung des Sozialhilfegesetzes abgelöst.


- Ausschreibung (gemäss Submissionsgesetz) für die ambulanten Alkoholberatungsstellen im Kanton Basel-Landschaft.


- Dezentralisierung des Beratungsangebots der Alkoholberatungsstellen von jetzt drei Standortgemeinden auf mindestens sieben bis zehn.




Überlebenshilfe


- Gemeinsame Aufsicht über die Kontakt und Anlaufstellen (Gassenzimmer) und weitere Angebote in der Überlebenshilfe in Basel durch Vertreter von BS und BL. Gemeinsamer Vertrag Sanitätsdepartement BS und Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion BL.


- Gemeinsame Finanzierung dieser Projekte ein Drittel Basel-Landschaft und zwei Drittel durch den Kanton Basel-Stadt. Geplant ist die Finanzierung nach den effektiven Zahlen der Benutzenden aufzuteilen.




Repression


- Priorität hat die Bekämpfung des Betäubungsmittelhandels mit harten Drogen auf höchst möglicher Stufe.


- Sekundär werden wir uns aber auch dem Problem Hanfläden annehmen und das gültige Betäubungsmittelgesetz vollziehen.


- Das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel wird revidiert, voraussichtlich 2002 oder 2003


- Mit der BetmG-Revision weitgehende Legalisierung des Konsums von Cannabis, aber auch von Anbau und Handel. Einführung einer strikten Altersgrenze von 18 Jahren.


- In Basel-Stadt ist die Einführung eines sozialen Ordnungsdienstes sowie einer ambulanten Rückführung und Vermittlung für auswärtige drogenabhängige Menschen geplant (2001).



Fortsetzung >>>
Back to Top