Vorlage an den Landrat

4. Lenkung


Die Arbeit im Suchtbereich wird zu einem grossen Teil dezentral, bei den verschiedenen beteiligten Organisationen, Institutionen und Verbänden geleistet und auch geplant. Die öffentliche Hand vollzieht die Entwicklungen in ihrer Subventionspolitik nach, wobei sie einerseits davon ausgehen kann, dass die dezentrale Programmentwicklung eine breite Abstützung und damit eine gesellschaftliche Legitimation geschaffen hat. Andererseits gestaltet sie über die eigenen Dienststellen das Angebot aktiv mit und stellt mit den Leistungsaufträgen für die nichtstaatlichen Anbieter sicher, dass sich die Aktivitäten nicht gegenseitig behindern und dass sie nicht im Widerspruch zur Politik des Kantons stehen.


Die gesamte Suchtarbeit der beteiligten Direktionen orientiert sich an den Vorstellungen und Zielsetzungen, die in der "Vier-Säulen-Politik" des Bundes formuliert worden sind (Juni 1994). Sie beinhaltet deshalb immer Elemente der Prävention, der Therapie, der Überlebenshilfe und der Repression. Eine Politik, die ausschliesslich auf eine der Säulen aufbaut, ist keine zukunftsträchtige Option. So hat die Erfahrung mit einseitiger Betonung der Überlebenshilfe in der Schweiz zu unkontrollierten offenen Drogenszenen mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der Betroffenen und für die öffentliche Sicherheit geführt. Die alleinige Repression früherer Zeiten hat diese Entwicklung noch weniger verhindern können.


Innerhalb dieses Rahmens müssen aktuelle Akzente gesetzt werden. In der Prävention gilt es, Entwicklungen wie die Ausbreitung des Alkoholkonsums unter Jugendlichen und des Missbrauchs von Tabak und Cannabis zu berücksichtigen. Im therapeutischen Bereich gehören die Alterung der konsumierenden Personen, die Familienbildung, die längeren Lebensperspektiven von HIV-Infizierten zu den aktuellen Themen. Die Überlebenshilfe muss immer wieder Antworten auf Störungen im öffentlichen Raum, auf Ängste der Menschen in ihrem direkten Umfeld finden. Ebenso vielfältig sind die Anforderungen an die mit der Repression beauftragten Polizeikräfte. Nicht nur ändern sich die Handelswege und -methoden, die Substanzen und Verteilsysteme, auch die Zusammenarbeit mit den anderen Partnern der Suchtarbeit, insbesondere der Überlebenshilfe muss fortlaufend neu gestaltet werden.


Die Leistungsvereinbarungen mit den einzelnen Leistungserbringern enthalten Indikatoren zur quantitativen Messung der Arbeit. Vereinbart wird die Zahl von Veranstaltungen oder erreichten Besuchern bei Präventionsprojekten, Beratungsgespräche oder Pflegetage im therapeutischen Sektor, die Anzahl Klienten-Kontakte in der Überlebenshilfe. Eine qualitative Überprüfung der Leistung wird durch eine Begleit-Evaluation möglich. Diese erfolgt bei nichtstaatlichen Institutionen in der Regel durch externe Fachleute. Mit diesen werden durch die subventionierenden Stellen, z.B. Gesundheitsförderung, wiederum eigene Leistungsvereinbarungen abgeschlossen.



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