Vorlage an den Landrat

1. Einleitung und Rückblick


An seiner Sitzung vom 16. Oktober 1997 hat der Landrat des Kantons Basel-Landschaft vom Bericht Sucht- und Drogenarbeit im Kanton Basel-Landschaft zustimmend Kenntnis genommen. Er hat dem Regierungsrat empfohlen, im Sinne einer rollenden Information, in der Regel alle drei Jahre, dem Landrat Bericht zu erstatten, wobei Trends in der Kostenentwicklung aufzuzeigen seien. Zudem sei die Prävention im Frühbereich zu fördern bzw. zu verstärken. Mit dem vorliegenden Papier erfüllt die Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion die Forderung nach einem Folgebericht im Suchtbereich. Die jährliche Berichterstattung über den Projektverlauf im Frühbereich erfolgt separat und ist nicht Bestandteil des Berichtes zur Sucht- und Drogenarbeit im Kanton Basel-Landschaft.


Wie schon im ersten Bericht konzentriert sich die Darstellung auf den Bereich der illegalen Substanzen. Vor allem in den Bereichen Primär- und Sekundärprävention lassen sich die einzelnen Projekte aber ebenso wenig präzise zuordnen, wie die Grenze von der Gesundheitsförderung zur Sucht- und Drogenarbeit nicht scharf zu ziehen ist. Auch in anderen Verantwortungsbereichen wird in der Arbeit nicht mehr zwischen Sucht und Drogen getrennt. Als Teil der Suchtarbeit wird heute zudem auch die Gewaltprävention verstanden. Gewalt ist oft mit dem Konsum von Suchtmitteln verknüpft, sowohl bei Tätern als auch bei (früheren) Gewaltopfern. Der Text enthält deshalb Querverweise auf Alkohol- und Gewalt-Prävention.


Die Leitideen des ersten Berichtes - regionales, koordiniertes, professionelles und ressourcenorientiertes Vorgehen - wurden im Berichtszeitraum konsequent angewandt. Gleichzeitig wurde die vier-Säulen-Politik des Bundes, die sich in die vier Handlungsfelder Prävention, Therapie, Schadensverminderung und Überlebenshilfe sowie Repression gliedert, umgesetzt. Die Erläuterungen zu den einzelnen Aktivitäten belegen dies in eindrücklicher Weise.


Der aktuelle Folgebericht bietet zuerst einen Überblick über die laufenden Aktivitäten nach dem Raster der Vier-Säulen-Politik ("Entwicklungen und Angebote"), um im nächsten Kapitel ("aktuelle Datenlage") die zur Verfügung stehenden Indikatoren im Suchtbereich zu beschreiben. Integriert im ersten Teil sind Auszüge aus mehreren Berichten von Einzelinstitutionen, insbesondere aber auch grosse Teile aus dem Bericht der Polizei Basel-Landschaft an das EJPD über die Drogenfahndung und aus einem Bericht der Kommission für stationäre Drogentherapien an die Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion.


Es wäre vermessen, ein vollständiges Verschwinden aller Suchtprobleme als Resultat der Arbeiten im Kanton zu erwarten. Vergleicht man die heutige, stabile Situation, die durch eine stabile Zahl von Suchtpatienten im Bereich der illegalen Drogen, kontrollierte Kosten und weitgehende Entspannung bei den Sicherheitsfragen im öffentlichen Raum charakterisiert ist, mit der unkontrollierten und beängstigenden Ausweitung der Problematik Anfang der 90er Jahre, so darf die Sucht- und Drogenpolitik des Kantons, wie auch die der anderen Schweizer Stände und des Bundes, als Erfolg bezeichnet werden.



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