2000-200

Ich weise auf den § 1 des Gesetzes zur Förderung des öffetlichen Verkehrs hin, in dem festgehalten ist, dass Kanton und Gemeinden einen attraktiven öffentlichen Verkehr zu fördern haben. In Hinblick auf diesen Auftrag nehmen wir zum Generellen Leistungsauftrag 2001 - 2005 wie folgt Stellung:


Buslinien 70 und 71
Die Verbindungen der Linien 70 und 71 werden von der Bevölkerung als gut angesehen. Die Gemeinde Reigoldswil ist grundsätzlich einverstanden, dass die Anzahl der Buspaare unverändert bleibt.


Buslinie 91 Verbindung Reigoldswil - Waldenburg
Die Gemeinde Reigoldswil begrüsst die zusätzlichen Buspaare. Das erweiterte Angebot kann für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Waldenburgertal als Motivation zur Benützung des öffentlichen Transportmittels dienen, sofern die Ankunfts- und Abfahrtszeiten gut mit den übrigen Linien koordiniert werden können (keine langen Wartezeiten, etc.).


Verbindung Reigoldswil - Lauwil - Bretzwil
Völlig unverständlich ist uns Reigoldswilern die Reduktion der Verbindungen nach Lauwil und Bretzwil von 18 auf 13 Buspaare. Drei Gründe sprechen dafür, Sie dringend zu bitten, diese Reduktion rückgängig zu machen:


Als Schulzentrumsgemeinde (Realschule, Sekundarschule und Progymnasium,) legen wir grossen Wert auf schülergerechte, dem Stundenplan angepasste Bus-Verbindungen. Diese sollen nicht nur die Wegzeiten kurz halten, sondern vor allem unnötige Wartezeiten verkürzen. Die in den letzten Jahren massiv zunehmenden Schäden durch Vandalismus sind eine direkte Folge solcher Wartezeiten. Das neue Schulgesetz, das modernere Unterrichtsformen bringen wird, initiiert flexiblere Unterrichtszeiten.


Diese Flexibilisierung muss Belästigungen von Passagieren und Zerstörungstaten zu vermeiden, da sonst andere Personen von der Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels abgehalten werden.


Die Buslinie 91 nach Bretzwil ist zugegebenermassen wenig frequentiert. Dies ist aber nicht eine Folge der Linienführung, sondern der ungenügenden Umsteigemöglichkeiten in Bretzwil. Wir vermissen bequeme Umsteigezeiten nach Nunningen und Seewen. Es ist in der Tat nicht motivierend, jeweils zwischen einer halben bis einer Stunde auf den Anschluss warten zu müssen. Die Verbindung nach Breitenbach und Laufen ist immerhin unser Tor zum Laufental .


Unverständlich ist die Reduktion ferner hinsichtlich des Tourismus. Die Linie 91 ist die einzige öffentliche Transportmöglichkeit, die das westliche mit dem östlichen Wasserfallen/Passwanggebiet verbindet.


Durch die massive Verschlechterung des Angebots werden viele Anstrengungen zunichte gemacht, die Besucherinnen und Besucher zum Umstieg auf das öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Ob dies ein Ziel des neuen Leistungsauftrags darstellt, wagen wir zu bezweifeln.


Generell können wir uns des Verdachts nicht erwehren, dass die - zu begrüssenden - Verbesserungen in unteren Kantonsteil und im Ergolztal auf Kosten der Randregionen und periphärer Linien "erkauft" werden sollen.


Wir befürchten auch, dass die massiven Verschlechterungen die Passagierfrequenzen weiter sinken lassen und in vier Jahren dann statistisch nachgewiesen wird, dass die Linie 91 noch weiter reduziert werden soll.


Deshalb regen wir an, dass die bisherigen 18 Buspaare beibehalten und die Umsteigemöglichkeiten in Bretzwil optimiert werden. Dies macht die Linie attraktiv und erhöht sicher die Passagierzahlen.


Ich bitte daher den Regierungsrat:


1. Den generellen Leistungsauftrag im Bereich des öffentlichen Verkehrs für die Jahre 2001 - 2005 ernst zu nehmen und nicht mit massiven Sparmassnahmen im oberen Baselbiet zu verschlechtern.


2. Die bisherigen 18 Buspaare beizubehalten und die Umsteigemöglichkeiten in Bretzwil zu optimieren.


3. Die Wartezeiten zu verkürzen.


4. Eventueller Kauf von kleineren Bussen.



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