2000-174

Landrat / Parlament


Interpellation von Gerold M. Lusser: "Das Baselbiet im Belchenstau"



Geschäfte des Landrates || Hinweise und Erklärungen



Autor: Gerold M. Lusser, CVP

Eingereicht: 7. September 2000


Nr.: 2000-174





Die Sanierung der Belchen Autobahntunnel-Anlage ist eine unbestrittene Notwendigkeit und wird somit zur Tatsache. Sie bedingt, dass dadurch die eine Tunnelröhre vom September 2001 bis zum Juni 2002 dem Verkehr entzogen wird. Nach einer dreimonatigen Pause wird dann ab Oktober 2002 bis Juni 2003 die andere Röhre für den Durchgangsverkehr nicht zur Verfügung stehen. Es besteht kein Zweifel, dass der einstreifige Einröhren-Tunnel-Betrieb mit Gegenverkehr Auswirkungen auf den gesamten Verkehr auf der Nord-Süd-Juraachse für unseren Kanton haben wird. Szenarien, wie wir sie fast täglich von der Gotthard-Tunnelanlage erfahren, sind der Beweis dafür.

Das Verkehrsaufkommen auf den Nationalstrassen durch den Kanton Baselland zeigt nach wie vor steigende Tendenz. Der Güterverkehr auf der Strasse ist nach wie vor im Zunehmen begriffen. Eine weitere Zunahme des Schwerverkehrs bis zur 40 Tonnen Limite ist nach Abschluss der bilateralen Verträge zu erwarten. Diese Ausgangslage lässt Stau-Szenarien vermuten, die durchaus ein Ausmass annehmen können, die wir bis anhin noch nicht gewohnt sind. Somit wäre ein stockender Kolonnenverkehr ab Schweizerhalle nicht nur Utopie, sondern errechenbare grosse Wahrscheinlichkeit. Es ergeben sich daraus zwangsläufig zusätzliche Belastungen unseres kantonalen Strassennetzes, sowohl für den Nahverkehr, wie auch für den alternativen Durchgangsverkehr über die Jurahöhen ins Mittelland. Diese zusätzliche, den ganzen Kanton grossräumig belegende Verkehrsbelastung bedarf besonderer Massnahmen zum Schutze der Bevölkerung und ihres Lebensraumes im weitesten Sinne.


Es sind folglich seitens der Regierung und der Behörden zeitgerecht vorsorgliche Massnahmen zu treffen, um die Bevölkerung in ihrem Lebensraum über die belastenden Monate möglichst umfassend zu schützen. Dies ist insbesondere bedeutungsvoll, als dass bis dato die Schweiz, im Zentrum Europas mit wichtigen Verkehrsachsen, immer noch nicht über ein nationales Verkehrs-Lenkungsnetz verfügt.


Ich fordere daher den Regierungsrat des Kanton Basel-Landschaft auf, im Interesse der Gesamtbevölkerung zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen:


1. Welche Massnahmen beabsichtigt die Regierung zu ergreifen, um die Bevölkerung unseres Kantons während der Sanierung der Belchentunnel-Nationalstrassen-Anlage vor den verkehrsbedingten belastenden Emissionen im weitesten Sinne zu schützen?


2. Sind verkehrsplanerische Massnahmen vorgesehen, um den unvermeidlichen Durchgangsverkehr nach bestmöglichen Gegebenheiten zu lenken?


3. Wie gedenkt die Regierung einer möglichen Ueberlastung des Regionalstrassennetzes zu begegnen?


4. Sind Szenarien vorgesehen, die den Durchgangsschwerverkehr auf die Nationalstrassen konzentrieren und den Privatwagenverkehr über die Kantonsstrassen über die Juraübergängelenken?


5. Werden Alternativlösungen bearbeitet, wie beispielsweise bei Spitzenbelastungen Bahntransport (Autoverlad) durch den unteren oder oberen Hauensteintunnel?


6. Erfolgen interkantonale Absprachen mit den Regierungen der Nachbarkantone, um eine reibungslose Verkehrsübernahme zu ermöglichen?


Für die kompetente Beantwortung spreche ich meinen verbindlichsten Dank aus.


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