2000-161 (2)


1. Neue Kommissionsberatung

Anlässlich der Landratssitzung vom 14. Dezember 2000 hat der Landrat die Vorlage 2000/161 auf Antrag der Kommission selber an diese zurückgewiesen. Grund für die Rücknahme war, dass sich die Kommission nochmals mit der Variante Pflanzenkläranlage Wintersingen auseinandersetzen wollte, nachdem ein Kommissionsmitglied erfahren hatte, dass in Deutschland solche Anlagen problemlos funktionieren sollen.


Die Kommission hat anlässlich ihrer Sitzungen vom 15. Januar und 12. Februar 2001 in Anwesenheit von RR Elsbeth Schneider sowie der Herren W. Dinkel, R. Vögtli und G. Koch vom AIB die Vorlage im Hinblick auf die Variante Pflanzenkläranlage nochmals beraten.


In den vergangenen zwei Monaten haben sich sowohl Kommissionsmitglieder als auch die beteiligten Mitarbeiter des AIB eingehend mit dieser Problematik auseinandergesetzt. Seitens der Verwaltung fand auch ein Augenschein verschiedener Pflanzenkläranlagen in Deutschland, verbunden mit Gesprächen mit den Betreibern, statt. Diese Anlagen können jedoch nicht eins zu eins mit der Anlage Wintersingen verglichen werden, da bei uns im Mischsystem entwässert wird, somit einerseits mehr Wasser anfällt und andererseits ein Mischwasserbecken vorgeschaltet werden muss. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Schwermetalle sich in den Sandfiltern oder im Emscherbrunnen im Schlamm akkumulieren. Allerdings gehen die Meinungen auseinander, wann die kritischen Grenzwerte überschritten sind.




2. Antrag


Da auch nach den Zusatzabklärungen die gesamte Oekobilanz (Bau und Betrieb) einer Pflanzenkläranlage in der Grössenordnung von Wintersingen kaum besser abschneidet als bei einer konventionellen Belebtschlammanlage, zudem die Kosten wesentlich höher liegen, beantragt die Umweltschutz- und Energiekommission dem Landrat mit 12 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung, dem ursprünglichen Entwurf des Landratsbeschlusses betreffend «Bewilligung der Verpflichtungskredite für den Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen in den Gemeinden Wintersingen und Liedertswil» zuzustimmen.




3. Schlussbemerkung


Gestützt auf die neuen Erkenntnisse hat sich die Umweltschutz- und Energiekommission vorgenommen, bei der Projektierung von nächsten Abwasseranlagen - vor allem in kleineren Gemeinden - den Bau von Pflanzenkläranlagen erneut abklären zu lassen und zu fördern. Sie unterstützt mit dieser Haltung auch die Absicht der Verwaltung.


Allschwil, 22. Februar 2001


Namens der Umweltschutz- und Energiekommission
Die Präsidentin: Jacqueline Halder



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