2000-272 (1)


1. Die Vorlage im Überblick

Im Rahmen der Behandlung des Berichts zur Wirtschaftslage hat der Landrat am 5. Februar 1998 das Impulsprogramm "Chance" beschlossen und dabei einen entsprechenden Verpflichtungskredit zur Schaffung einer Jugendberatungsstelle genehmigt. Am 1. April 1998 nahm die Institution "wie weiter?" ihre Tätigkeit auf. Das Angebot dieser Beratungsstelle richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren, welche nach der obligatorischen Schulzeit keine Lehrstelle gefunden haben oder ihre Lehre kurz nach Beginn wieder abgebrochen haben. Mit ihrer Tätigkeit will die Beratungsstelle Jugendlichen durch intensive Beratung und Begleitung, verbunden mit einem Schulungs- und Werkstattangebot, beim Einstieg in eine Berufsausbildung behilflich zu sein.


Es geht dabei nicht nur um Beratung, sondern auch darum, schulische Defizite zu beheben und allenfalls erste praktische handwerkliche Erfahrungen zu sammeln. In diesem Sinn umfasst das Zusatzangebot: Lernwerkstatt, Werkstattunterricht, Bewerbungstraining, Erlebnispädagogik, PC-Einführung und Deutsch für Ausländer/innen. Voraussetzung für den Einstieg in das Programm ist die Bereitschaft und der klare Wille sowie die Motivation, auch tatsächlich eine Berufslehre absolvieren und an den damit verbundenen Unterstützungsmassnahmen aktiv und konstruktiv teilnehmen zu wollen.


Bis heute haben über 250 Jugendliche die Beratungsstelle aufgesucht, wobei der Ausländeranteil bei rund 35 % und der Frauenanteil bei rund 40 % liegt.


Von den abgeschlossenen Beratungsfällen haben rund zwei Drittel eine Anschlusslösung in Form einer Lehre, einer Anlehre oder allenfalls eines weiterführenden Schuljahres gefunden.


Kosten: Die Beratungsstelle verfügt über eine Jahresbudget von zur Zeit CHF 412'000.- (270 Stellenprozente). Die Aufwendungen für Miete, Telefon, Strom, Reinigung, usw. betragen knapp CHF 40'000.-.




2. Die Beratung in der Kommission


Die EKK hat die Vorlage anlässlich ihrer Sitzung vom 15. März 2001 in Anwesenheit von Regierungsrat Peter Schmid sowie von Herrn Martin Leuenberger, Direktionssekretär der EKD, behandelt.


Bereits im Februar 2000 besuchte die Kommission die Beratungsstelle und machte sich dabei mittels Rundgang einerseits sowie aufgrund der Erläuterungen der verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstelle ein Bild über die Arbeitsweise und insbesondere auch über den Sinn und Zweck dieser Institution. Angesichts der weit höheren Anfälligkeit für Arbeitslosigkeit sowie angesichts des Umstands, dass Arbeitsplätze, die eine sehr geringe Qualifikation erfordern, zunehmend wegrationalisiert oder ins Ausland verlagert werden, und mit Blick auf die immer schneller werdenden Veränderungen im Bezug auf die beruflichen Anforderungen, steht es für die Kommission ausser Zweifel, dass es gesellschaftlich wie auch wirtschaftlich und bezogen auf die individuelle Befindlichkeit sehr wichtig ist, dass möglichst allen Jugendlichen der Zugang zu einer nach-obligatorischen Ausbildung ermöglicht wird (der Prozentsatz von 10-15 %, denen dies heute immer noch nicht gelingt, liegt zu hoch).


Auch wenn der zeitliche Horizont für eine verlässliche Erfolgsbeurteilung der Beratungsstelle "wie weiter?" noch viel zu kurz ist (eine Langzeitbeobachtung ist im Gange), lassen sich die bis jetzt vorliegenden Resultate durchaus sehen. Seitens der EKD wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass diese Beratungsstelle in ein paar Jahren wieder aufgehoben werden kann, sollte sie nicht mehr benötigt werden, oder dass allenfalls das Konzept überarbeitet und angepasst werden müsste. In der Diskussion wird deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es sich bei dieser Beratungsstelle um ein Glied in einer Kette von Unterstützungsmassnahmen zu Gunsten von Jugendlichen handelt (zusammen mit Brückenangebot, "E Lehr mit Kick", Lehr-stellenförderung, usw.).


Hervorgehoben wird auch, dass es sich hier nicht um eine Therapie-Institution, sondern um eine eigentliche Beratungsstelle im Hinblick auf die Inangriffnahme einer Lehre handelt. Letztlich basiert der Erfolg auf dem freiwilligen Entscheid der Jugendlichen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Voraussetzungen für das Gelingen sind zudem die Vermittlungsfähigkeit der Jugendlichen sowie die Bereitschaft von Gewerbe und Industrie, entsprechende Lehrstellen anzubieten. Der Kommission ist es ein Anliegen, dass der rechtzeitigen Information der Jugendlichen wie auch der Eltern noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird (u.a. Berufsinformationszentren).


Nicht zuletzt aus der Überzeugung heraus, dass mit dieser Institution ein echter Beitrag zur Prävention (Arbeitslosigkeit, Drogen, Alkoholprobleme, usw.) geleistet werden kann, unterstützt die EKK vorbehaltlos die Überführung der Jugendberatungsstelle vom Projektstatus in eine "ordentliche Budgetposition".


Eintreten auf die Vorlage war von allen Seiten unbestritten.




3. Antrag


Mit 10 zu 0 Stimmen und ohne Enthaltungen beantragt die Kommission somit einstimmig, den vorgeschlagenen Landrats-Beschluss unverändert zu genehmigen.


Pfeffingen, den 21. März 2001


Im Namen der Erziehungs- und Kulturkommission
Der Präsident: Eugen Tanner



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