2000-267

Ausqanqslaqe:
Der Kanton Baselland ist mit den Kantonsspitälern in den universitären Klinikbetrieb eingebunden. Neben der universitären Kinderklinik beider Basel sind die Stellen des urologischen Chefarztes in Liestal und des medizinischen Chefarztes des Kantonsspitals Bruderholz mit Ordinariaten der medizinischen Fakultät der Universität Basel verbunden. Die bisherigen Erfahrungen mit universitären Abteilungen an den Kantonsspitälern Baselland weisen auf Schwierigkeiten hin, die dringend gelöst werden müssen. Doppelspurigkeit und offensichtliche gegenseitige Konkurrenz belasten die Finanzen und somit die Zukunftsaussichten der medizinischen Fakultät der Universität Basel.


Analyse:
Die Existenz der medizinischen Fakultät der Universität Basel ist bedroht. Die Ressourcen sind beschränkt. Das für eine medizinische Fakultät notwendige Einzugsgebiet ist grenzbedingt eingeengt und auf eine Einwohnerschaft von 500'000 ebenfalls begrenzt. Grenzüberschreitende weitere Entwicklungen sind, zumindest in absehbarer Zeit, kaum möglich. Die finanzielle Belastung beider Basel in Bezug auf das universitäre Engagement ist gross und lässt kaum weitere Ausschöpfungen zu.


Lösunqsansätze:
Eine umfassende regionale Spitalplanung mit kurzfristig realisierbaren Ansätzen ist dringend gefordert. Mit Schwergewichtsbildungen im Bezug auf Behandlungsangebot und Ausbildung, können die zur Verfügung stehenden finanziellen Möglichkeiten rationeller genutzt werden. Konkurrenzierende Aktivitäten mit Doppelspurigkeit in den Angeboten zur Behandlung und Ausbildung verzehren in unverantwortlicher Art und Weise Mittel und Kräfte, die dringend für Erhöhung der Leistungseffizienz gefordert sind, Eine umsichtige, zukunftsorientierte Planung soll bereits im kommenden Jahr begonnen werden, damit die älteste medizinische Fakultät der Schweiz, mit bisher internationaler Bedeutung nicht zur Bedeutungslosigkeit absinkt.


Es ist wesentlich, dass die einzelnen Kliniken eine solide stationäre medizinische Versorgung auf traditionell hohem Niveau weiterhin garantieren. Ihre weitere Aufgabe in Bezug auf Lehre und Forschung, ist ihnen nach einem umfassenden Gesamtkonzept mit entsprechender Schwergewichtsbildung zuzuweisen. Es ist somit unumgänglich, dass bereits bei der Wahl eines Chefarztes oder einer Chefärztin die entsprechenden Profile vorliegen und die Wahl nach den somit bekannten Anforderungskriterien vorgenommen werden kann.


Um dies zu realisieren braucht es ein Fachgremium, das aus Aerzten, aus Vertretern der Lehrkörpers der medizinischen Fakultät Basel, aus kompetenten Vertretern von Klinikleitung und -verwaltung und aus Politikern der Exekutive und Legislative beider Kantone bestellt wird.


Ich fordere den Regierungsrat des Kantons Basellandschaft auf:
- Die nötigen Voraussetzungen für diese Kommission zu schaffen.
- Die notwendigen Kontaktaufnahmen mit dem Partnerkanton Baselstadt in die Wege zu leiten.
- Alles daran zu setzen, dass diese Kommission bereits im Jahre 2001 ihre Aufgabe wahrnehmen kann.



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