Sanierung und Ausbau Kaserne Liestal; Baukreditvorlage

5. Das Projekt
5.1 Raumprogramm
Summarische Darstellung gegliedert nach Sektoren mit Angabe der Raum-Nettonutzflächen kann bei der Landeskanzlei BL bezogen werden!

5.2 Bauliche Anpassungen und Instandsetzungen
Hauptgebäude
Im Hauptgebäude werden zukünftig im Erdgeschoss anstelle der Zimmer für Sdt und Uof erweiterte Büronutzungen von Truppe, Schulkommando und Rekrutierung untergebracht bzw. konzentriert. Diese Räume werden ohne Veränderung der bestehenden Tragstruktur eingefügt. Neu wird für Fussgänger auch der Eingang von der Kasernenstrasse zentral ins Gebäude "wiederhergestellt".
Mit der Sanierung soll die vorhandene Bausubstanz erhalten und die Räume zeitgemäss ausgestattet werden. So wird das Hauptgebäude und der Annexbau aussen instandgesetzt, die Truppenschlafräume und Korridore werden renoviert und die Inneneinrichtungen wie Ablagekasten, Gestelle inkl. Mobiliar werden durch Modelle der neusten Generation vollständig ersetzt.
Daneben sind in den Obergeschossen diverse kleinere räumliche Anpassungen an das neue Nutzungskonzept notwendig. Zusätzlich zu den bereits sanierten Sanitäranlagen werden in den Uof-Schlafräumen WC und Duschen eingebaut, einerseits zur Erhöhung der Kapazität und andererseits um die Nutzung der Kaserne durch weibliche Angehörige der Armee zu ermöglichen.
Die Sanitätsabteilung ist nicht Bestandteil des Sanierungsprojektes und bleibt in deren Bestand unverändert belassen.

5.3 Umbau Kantinengebäude
Freizeitzentrum
Das bestehende Kantinengebäude wird zum Freizeitzentrum umgenutzt.
Die Gaststube, ein Restaurant und die Produktion für die Verpflegung werden im Erdgeschoss untergebracht. Die Lese- und Spielräume der Truppe, der Aufenthalt für Instruktoren und Offiziere, sowie der Essraum der Offiziere sind im Obergeschoss angeordnet. Im Keller werden die neuen Lager-, Kühl- sowie Betriebsräume eingerichtet. Vom Kantinenweg wird ein neuer Eingang direkt in die öffentlich zugängliche Gaststube führen.
Die bestehende Wirtewohnung wird saniert und umgenutzt als Wohnung für einen Betriebsangestellten.
Die Haustechnik und der Ausbau des bestehenden Kantinengebäudes muss weitgehend erneuert werden. Die schützenswerten Bauelemente werden instandgesetzt.

5.4 Neubauten
Dienstgebäude
Ein dreigeschossiger Neubau vermittelt im Osten des Areals zwischen Besammlungsplatz und zukünftiger Wohnüberbauung Quellenhof und bildet den Abschluss der städtischen Kernzone gegen die eher offenen, angrenzenden Bebauungsformen. Im massiven Unter- bzw. Sockelgeschoss befinden sich Wachtlokal, Retablierungsstände sowie verschiedene Magazine und zwei Schiesskinos. Die darüberliegenden drei Geschosse sind in Holz bzw. Holz/Beton-Verbund gebaut und beinhalten im Erdgeschoss Küchen und Speisesäle der Truppe. Zeitgemässe Theorieräume und ein Vortrags-/Filmsaal sind im 1. Obergeschoss untergebracht. Die Zimmer für Instruktoren, Offiziere Schulstab und Besucher sind im 2. Obergeschoss angeordnet. Alle Zimmer sind mit WC sowie Duschen ausgerüstet und können mit zwei Betten ausgestattet werden, um eine polyvalente Nutzung zu ermöglichen.

Magazingebäude/Einstellhalle
Unter Ausnützung der Topographie werden die Zeughaus- und Materialmagazine unter dem Besammlungs- und Aussensportplatz angeordnet, welche ebenerdig vom Parkplatzniveau erschlossen werden können. Die Betriebs- und Ausbildungsräume für den Bereich Motorwagendienst (MWD) sind ebenfalls hier untergebracht.
Zwischen den Magazinen und dem Untergeschoss des Hauptgebäudes ist eine Einstellhalle angeordnet, welche erschlossen wird über die Zufahrt zu den Magazinen.
Die Einstellhalle ist dimensioniert zum Unterbringen von militärischen Kleinfahrzeugen, Transportern wie Duros und Anhängern. Sie kann auch zu Ausbildungszwecken verwendet werden.

5.5 Bauablauf
Die Realisierung bringt erhebliche Einschränkungen der Nutzung. Eine etappenweise Umsetzung der Baumassnahmen über Jahre verbunden mit Lärm-, Schmutz- und Staubimmissionen ist auch für eine militärische Truppe nicht zumutbar.
Zusätzlich bringen die Bauplatzinstallationen auf dem Kasernenareal eine räumliche Einengung mit sich.

Aus diesen Ueberlegungen ist vorgesehen die Rekrutenschulen in der Zeit vom April 2001 bis Ende 2002 auszusiedeln.
Lediglich das Schulkommando sowie die Rekrutierung sollen nach Möglichkeit in der Kaserne belassen werden.

Für die Aussiedlung der Rekrutenschulen in benachbarte umliegende Gemeinden liegt bereits ein vom Chef Heer genehmigtes Konzept vor. Dem Projekt für eine Ausgliederung in die Region liegen im wesentlichen folgende Überlegungen zu Grunde:
- Die Ter Inf Schule Liestal soll aus regionalpolitischen Gründen auch während der Ausgliederungsphase in der Region Basel bleiben.
- Die auf die Bedürfnisse der Ter Inf zugeschnittene und mit etlichen Investitionen errichtete Ausbildungsinfrastruktur auf dem Waffenplatz Liestal soll auch während der Ausgliederung vor allem für die Grundausbildung genutzt werden können.
- Das Berufskader der Schule hat primär in der Region Baselland-Aargau seinen Wohnsitz.
- Die Anfahrtswege auf die bestehenden Anlagen des Waffenplatzes Liestal sollen möglichst kurz gehalten werden.
- Als Ausgliederungsstandorte kommen primär Gemeinden in Frage, die über oberirdische Anlagen verfügen und mit denen die Schule bereits früher während der Verlegungsperiode zusammengearbeitet hat.
- Weil eine Gemeinde allein in den meisten Fällen nicht die gesamte Infrastruktur für die Grundausbildung einer Rekrutenschule zur Verfügung stellen kann (Unterkunft, Theoriesäle, Turnhallen, Retablierungsräume etc.), soll das Prinzip der Schwesterngemeinden zum Tragen kommen, bei dem zwei Gemeinden gemeinsam ihre Infrastruktur zur Verfügung stellen.
- Für die Demobilmachung der Schule soll kein erneuter Standortwechsel erfolgen. Diese soll am Verlegungsstandort stattfinden.
Mit den entsprechenden Gemeinden Frenkendorf, Bubendorf, Ziefen, Hölstein, Bennwil, Oberdorf und Waldenburg müssen durch den Bund spezielle Verträge abgeschlossen werden.
Die Detailplanung mit den Gemeinden erfolgt vom Waffenplatzkommando beziehungsweise von der zuständigen Belegungskoordinationsstelle BELKO. Diese Planung musste frühzeitig erfolgen, weil die Truppenbelegung ausserhalb der bundeseigenen und kantonalen Waffenplätze mit dem zweijährigen Dienstleistungs-Rhythmus der WK-Truppen abgestimmt werden musste.

5.6 Denkmalpflegerische Aspekte
Die Anliegen der Denkmalpflege werden mit dem vorliegenden Nutzungs- und Bauprojekt vollumfänglich berücksichtigt, indem bei den beiden erhaltenswerten Bauten eine gleichbleibende oder eine der Struktur angepasste Nutzung vorgesehen wird.
Die wesentlichen denkmalpflegerischen Üeberlegungen sind:

Hauptgebäude
Der zentrale Haupteingang zur Kasernenstrasse wird wieder für Fussgänger eingerichtet. Im Erdgeschoss wird unter weitgehender Beibehaltung der vorhandenen Tragstruktur die neue Nutzung eingefügt. Der seitliche Durchgang zum Kasernenhof wird aufgehoben, das Gebäude wieder in seine ursprüngliche Volumetrie zurückgeführt.

Kantine
Das Gebäude wird von den Anbauten befreit und innen unter Respektierung der räumlichen, historischen Gegebenheiten umgebaut und angepasst. Das zentrale Treppenhaus bleibt erhalten, die Axialität des Gebäudes wird durch das Umbauprojekt respektiert und die Raumaufteilung erfolgt auf der Basis der Eignung und Berücksichtigung der historischen Gegebenheiten.

Neubauten
Die Neubauten übernehmen in der Materialisierung und Ausformulierung der Bauelemente die Sprache der abzubrechenden Nebengebäude und stellen Bezüge zu den bestehenden Bauten her, die städtebauliche Situation wird wesentlich verbessert, die Gesamtanlage wird zu einem integralen Teil der städtischen Kernzone.

5.7 Baubiologie und Energie
Baubiologie
Bei der Wahl der Baumaterialien werden die oekologischen und baubiologischen Aspekte gemäss Weisung des Hochbauamtes für den Einsatz von umweltschonenden Baumaterialien berücksichtigt. Beim Neubau des Dienstgebäudes bietet Holz als Hauptbaustoff zusammen mit einer sparsamen und einfachen Umsetzung der Bauaufgabe eine ideale Grundlage.

Energie/Haustechnik
Alle Gebäude der Kasernenanlage beziehen ihre benötigte Wärme-Energie ab der vorhandenen Infrastruktur im Hauptgebäude. Die Heizzentrale wurde vor rund 8 Jahren komplett saniert und stellt mit einem Blockheizkraftwerk, zwei Gas/Ölheizkesseln sowie einer Solaranlage eine moderne Energiezentrale dar.
Die vorhandene Trafostation für die Stromversorgung würde zwar in der Kapazität ausreichen. Infolge der Ueberalterung wird sie jedoch durch die Elektra Baselland ersetzt.
Die erforderlichen Haustechnikanlagen werden nach modernen einergiesparenden Gesichtspunkten konzipiert (Wärmerückgewinnung, bedarfsabhängige Steuerungen).

Wärmedämmung
Mit der vorgesehenen Wärmedämmung in den Neubaubereichen werden die gemäss Verordnung zulässigen Wärmeverluste um ca. 20 % unterschritten. Damit wird dem heutigen Trend nach verstärkter Wärmedämmung Rechnung getragen.

Regenwasser
Die im Projekt der Mehrfachsporthalle integrierte Anlage zur Nutzung von Regenwasser für die WC-Spülung wird auf das Dienst- und Hauptgebäude erweitert.

Vogelschutz
In Absprache mit dem Natur- und Vogelschutzverein Liestal wird unter dem Vordach an der Ostfassade des Freizeitzentrums ein Einflugschlitz für Mauersegler vorgesehen.
Der Natur- und Vogelschutzverein wird den dafür benötigten Brutkasten beschaffen und wird ebenfalls für die Reinigung des Einflugschlitzes sowie des Brutkastens besorgt sein.

5.8 Brandschutz
Im Haupt- und Freizeitgebäude sind im Zuge der Umbau- und Instandsetzungsmassnahmen Anpassungen und Ergänzungen im Brandschutzkonzept notwendig (Treppenhausabschlüsse, Feuerlöschposten u.a.). Die Neubauten werden gemäss den Anforderungen der Vereinigung kantonaler Feuerversicherer in Absprache mit der basellandschaftlichen Gebäudeversicherung geplant. Insbesondere ist im Dienstgebäude eine Sprinkleranlage für den Schutz der Holzkonstruktion vorgesehen.


5.9 Pläne
- Situation
- Grundriss Untergeschoss
- Grundriss Erdgeschoss
- Grundriss 1. Obergeschoss
- Grundriss 2. Obergeschoss
- Grundriss 3. Obergeschoss
- Fassaden und Schnitte


Fortsetzung


Back to Top