2000-60 (1)

Landrat / Parlament || Bericht vom 3. Mai 2000 zur Vorlage 2000-060


Bericht der Bau- und Planungskommission an den Landrat


Erteilung eines Verpflichtungskredites für die Unterbau- und Oberbausanierung auf der Strecke Altmarkt-Hölstein der Waldenburgerbahn AG


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





Die Bau- und Planungskommission hat die Vorlage in Anwesenheit von Frau Regierungsrätin Elsbeth Schneider-Kenel an der Sitzung vom 27. April 2000 eingehend diskutiert und verabschiedet.

An der Sitzung wurde zu den Beratungen weiter beigezogen:


- Paul Messmer, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der Waldenburgerbahn AG
- Dr. Hans-Christoph Bächtold, Leiter der Abteilung öffentlicher Verkehr


Es wurden folgende wesentlichen Themen behandelt:


1. Später Sanierungsentscheid
2. Verwendetes Material
3. Bahnübergang Gräubern




1. Später Sanierungsentscheid


Das Plangenehmigungsverfahren für das Sanierungsprojekt ist mit Ausnahme der Station Altmarkt abgeschlossen. Die Bauarbeiten werden während den Sommerferien 2000 ausgeführt. Die Arbeiten bei der Station Altmarkt können erst ausgeführt werden, wenn das Plangenehmigungsverfahren für das Projekt der Stadt Liestal für den Fuss- und Veloübergang abgeschlossen ist.


Die Krampemaschine musste bereits im vergangenen Jahr reserviert werden, weil es für diese schmale Spur (WB 75 cm) in Europa nur eine solche Maschine gibt. Zudem gibt es in der Schweiz nur 6-7 Unternehmen, die solche Arbeiten ausführen. Die Sommerferienzeit ist für Krampearbeiten sehr beliebt. So sind solche Arbeiten während dieser Zeit auch in der Region für Euroville und im Birseck vorgesehen. Aus diesen Gründen mussten die Arbeiten bereits im November des letzten Jahres vergeben werden. Die Auftragsvergabe wurde noch nach dem alten Recht (Einladungsverfahren) und korrekt durchgeführt.


Aus der Sicht der Waldenburgerbahn AG ist dieses Vorgehen nur damit zu erklären, dass die frühere Leitung der Waldenburgerbahn den Sanierungsbedarf wohl erkannte, jedoch aus Spargründen zu lange hinausgezögert hatte. Diese Sanierung ist nun seit Sommer 1999 sehr dringlich geworden. Die Verantwortung für die Sicherheit der Bahn kann von den Verantwortlichen der Waldenburgerbahn nicht mehr sehr lange übernommen werden. Das Bundesamt für Verkehr bestätigte die Dringlichkeit und fertigte in wenigen Wochen einen Vereinbarungsentwurf aus (üblich sind sonst etwa 6 Monate).


Falls der Landrat auf eine Beitragsleistung des Kantons verzichten sollte, gibt es nur zwei Lösungen: Entweder wird die Bahn aus Sicherheitsgründen sofort stillgelegt oder die Sanierungsarbeiten werden zu Lasten der laufenden Rechnung der Waldenburgerbahn AG durchgeführt. Im zweitgenannten Fall würden die Kosten über die jährliche Vereinbarung vom Kanton und den Gemeinden getragen. Auch würde der Kanton den Bundesbeitrag an die Sanierungsarbeiten von fast 1 Million Franken verlieren. (Bei einer Finanzierung über Investitionsbeiträge würden die Gemeinden nach dem Gesetz zur Förderung des öffentlichen Verkehrs nicht belastet.)


Die "Tour de France" wird für ihre Durchfahrt durch den Kanton an die Waldenburgerbahn keine Abgeltung leisten für die Einstellung des Bahnbetriebs bzw. der Sanierungsarbeiten. Das beauftragte Unternehmen hat aber alles Interesse an einem rechtzeitigen Abschluss der Arbeiten (Pönale von 8'000 Franken pro Tag Verspätung).


Der neue Präsident und Delegierte des WB-Verwaltungsrates wird künftig die mittel- bis langfristige Planung für Investitionen und Erneuerungen verbessern, damit sich ein solches "fait-accompli" gegenüber dem Landrat nicht wiederholt. Weitere Unterbau- und Oberbausanierungen bis zum Jahre 2006 werden von der Waldenburgerbahn aus Abschreibungsmitteln selbst finanziert.




2. Verwendetes Material


Bei den Schweizerischen Bundesbahnen wird beim Krampen der Schotter wiederverwendet. Bei der Waldenburgerbahn muss das bisherige Schottermaterial ersetzt werden, weil seinerzeit aus Kostengründen Schotter minderer Qualität beschafft wurde. Guter Schotter ist kantiger Schotter, der sich beim Krampen fest ineinander krallt.


Bei den Schwellen werden neue Holzschwellen verwendet. Sie bieten in Bezug auf die Lärmdämmung, den Komfort und Preis in Kombination mit schweren Schienen das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Aufgrund der Ausschreibung wird kein Schweizer Holz, sondern Holz aus den Vogesen beschafft.


Nach abgeschlossener Sanierung kann die Waldenburgerbahn nicht schneller, aber sicherer fahren.


Über eine Spurverbreiterung kann nicht schon heute, sondern erst in etwa 15 Jahren nachgedacht werden, wenn neues Rollmaterial für die Waldenburgerbahn beschafft werden muss. Eine Spurverbreiterung wurde bei den neuen Schwellen nicht berücksichtigt.




3. Bahnübergang Gräubern


Im Gebiet Wannen ist der gefährliche Bahnübergang provisorisch besser gesichert worden bis der Übergang Gräubern gebaut ist. Danach können neun Übergänge geschlossen werden. Drei Übergänge konnten inzwischen bereits geschlossen werden. Als Vorinvestition für den Bahnübergang Gräubern wird bei der vorgesehenen Trassenquerung auf Kosten der Stadt Liestal eine Betonplatte mit Rillengleis erstellt.




4. Antrag


Die Bau- und Planungskommission beantragt dem Landrat einstimmig dem unveränderten Beschlussesentwurf zuzustimmen.


Oberdorf, den 4. Mai 2000


NAMENS DER
BAU- UND PLANUNGSKOMMISSION


Der Präsident: Karl Rudin


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