"Heide-Hund" und Naturschutz gemeinsam

2. Ausgangslage


2.1 Inhalt und Ziel der Volksinitiative


Am 6. Dezember 1999 wurde bei der Landeskanzlei von einem Initiativkomitee die nichtformulierte Volksinitiative "Heide-Hund" und Naturschutz gemeinsam" eingereicht. Mit Verfügung vom 6. Januar 2000 stellte die Landeskanzlei das Zustandekommen der Initiative mit 1'782 gültigen Unterschriften fest.


Die eingereichte Initiative lautet wie folgt:


"Die unterzeichneten Stimmberechtigten des Kantons Baselland stellen hiermit gestützt auf § 28 Absätze 1 und 3 der Kantonsverfassung Basel-Landschaft das folgende unformulierte Begehren:


- Das Wegerecht von Arlesheim (Heidebrüggli) quer durch die Heide, ausschliesslich auf den öffentlichen Spazierwegen, bis Reinach (Schwimmbad) für Spaziergänger/innen mit angeleintem Hund zu gestatten.


- Das Wegerecht von Dornach über Arlesheim bis ARA Birs 1, linksufrig auf dem Wanderweg entlang der Birs ist für Spaziergänger/innen mit angeleintem Hund zu ermöglichen."


Die Initiative hat zum Ziel, das seit dem 1. Oktober 1993 geltende Hundeverbot im Naturschutzgebiet "Reinacherheide" aufzuheben.




2.2 Das Naturschutzgebiet "Reinacherheide"


Die "Reinacherheide" ist ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Seit 1974 steht sie unter kantonalem Schutz (Regierungsratsbeschluss Nr. 1796 vom 28. Mai 1974). Der aussergewöhnliche naturschützerische Wert des Gebietes wurde früh erkannt, so dass bereits 1908 erste Schutzbestrebungen erfolgten. Die Unterschutzstellung liess sich aber erst im Zusammenhang mit dem Grundwasserschutz realisieren. Mit dem Trinkwasser aus der "Reinacherheide" werden heute rund 50'000 Personen aus dem Birs- und dem Leimental versorgt, also jede/r fünfte Einwohner/in des Baselbietes.


Die "Reinacherheide" ist das artenreichste Naturschutzgebiet im Kanton Basel-Landschaft. Auf weniger als 1/2 km 2 Fläche kommen hier über 600 verschiedene Pflanzenarten vor. Dies entspricht der Hälfte aller in Baselland einheimischen Pflanzenarten. Die Zahl der Tierarten umfasst ein Mehrfaches davon. Viele dieser Arten sind nicht nur in unserem Kantons selten, sondern gesamtschweizerisch vom Aussterben bedroht. Deshalb bezeichnete der Bund die "Reinacherheide" 1995 als Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Sie ist auch im Bundesinventar der "Trockenwiesen und -weiden der Schweiz" enthalten. Es besteht somit ein übergeordnetes öffentliches Interesse an der Erhaltung des Naturwertes der "Reinacherheide".


Die besondere Artenvielfalt des Gebietes hängt mit dessen Lage und geschichtlicher Vergangenheit zusammen. Das Birseck befindet sich am südlichen Ende der Oberrheinischen Tiefebene und zählt deshalb zu den klimatisch wärmsten Regionen der Schweiz. Gleichzeitig war die "Reinacherheide" ursprünglich Teil der Birs-Aue. Solche Flussgebiete mit Kiesinseln, zeitweise überschwemmten Wäldern und trockenen Magerwiesen sind die artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas. Zwischen "Angenstein" und "Birskopf" ist die "Reinacherheide" der letzte, naturnahe Rest der früheren Birs-Landschaft. Der einzige, regelmässig überschwemmte Auenwald des Baselbietes kommt hier vor.



Artenreiche Magerwiese von nationaler Bedeutung


Seit 1975 sorgt die Abteilung Natur und Landschaft des Amtes für Raumplanung zusammen mit der vom Regierungsrat gewählten "Heidekommission" für eine fachgerechte Betreuung des Naturschutzgebietes. Dank gezielter Pflege- und Schutzmassnahmen gelang es, die Naturwerte der "Reinacherheide" bis heute zu erhalten. Jährlich werden dafür von Kanton und Gemeinde rund Fr. 60'000.- aufgewendet (exkl. den einmaligen Kosten für Aufwertungsmassnahmen).


Fortsetzung


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