"Heide-Hund" und Naturschutz gemeinsam

1. Zusammenfassung


Die "Reinacherheide" ist ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung und eine der wichtigsten Grundwasserschutzzonen des Kantons. Jede/r fünfte Baselbieter Einwohner/in lebt vom Trinkwasser aus der Reinacherheide. Jährlich nutzen auch 100'000 Personen die Heide als Naherholungsgebiet. Die Gefährdung der einmaligen Naturwerte des Naturschutzgebietes durch den zunehmenden Erholungsdruck bewog deshalb den Regierungsrat 1993 zum Erlass einer Schutzverordnung. Neben diversen Schutzmassnahmen enthält diese Verordnung auch eine Bestimmung, welche den Zutritt mit Hunden untersagt.


Für uns Menschen sind Hunde treue Begleiter, die uns Freude machen und in verschiedener Hinsicht wertvolle Dienste leisten. Wildtiere nehmen Hunde hingegen in einer völlig anderen ökologischen Funktion wahr. Darum werden sie für die Natur dann zu einem Problem, wenn sie zu häufig erscheinen. Dies war in der Reinacherheide der Fall, so dass ein grundlegender Zielkonflikt zwischen den Naturschutzzielen und der Naherholung mit Hunden entstand. Seitdem Hunde keinen Zutritt mehr ins Naturschutzgebiet haben, erholt sich die Natur zunehmend.



Berg-Aster


Die am 6. Dezember 1999 eingereichte nichtformulierte Volksinitiative "Heide-Hund" und Naturschutz gemeinsam" hat zum Ziel, das seit dem 1. Oktober 1993 geltende Hundeverbot in der "Reinacherheide" aufzuheben. Trotz verschiedener Gespräche und Begehungen mit Vertretern/innen der früheren IG Heidehund bzw. den Initianten/innen der Volksinitiative, einer öffentlichen Informationsveranstaltung der Bau- und Umweltschutzdirektion am 8. September 1999 sowie eines Angebotes zur Verbesserung der Fusswegverbindungen auf der rechten Birsseite beim Bau des geplanten Veloweges gelang es nicht, die Initianten/innen für die Naturschutzanliegen zu gewinnen. Angesichts der besonderen und einmaligen Verhältnisse in der Reinacherheide sind die Forderungen der Initiative unverhältnismässig, weil:


- in unmittelbarer Nähe Erholungs- und Spazierräume für Mensch und Tier zur Verfügung stehen (das Hundeverbot in der "Reinacherheide" betrifft nur einen Anteil von 1,16% der Gesamtfläche der angrenzenden Gemeinden);


- entlang des Naturschutzgebietes noch genügend attraktive Auslaufmöglichkeiten für Hunde bestehen und rechtsufrig der Birs das Wegangebot für Erholungssuchende mit Hunden wesentlich verbessert wird;


- nur wenige Personen wirklich unmittelbar betroffen sind und deswegen Privatinteressen nicht vor nationale Schutzinteressen gestellt werden können.


Eine Annahme der Initiative hätte zur Folge, dass die vom Bund vorgegebenen Schutzziele nicht mehr erreicht werden können, die bisher vom Kanton aufgewendeten Geldmittel für Pflege und Unterhalt nicht mehr der Absicht entsprechend investiert wären und sich eine Hundeversäuberung im Bereich der Grundwasserschutzzone nicht mehr ausschliessen lässt.


Fortsetzung


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