Sanierung der SBB-Niveauübergänge in der Gemeinde Grellingen

5. Das Projekt Fussgängerunterführung und Verbesserung der Gleisgeometrie SBB


Seit der Ausarbeitung der Vorprojekte haben die SBB einige Anlagen im Bahnhofgebiet umgebaut. Gleis 1 (Seite Aufnahmegebäude) wurde verkürzt und wich einem neuen Perron. Beim Bahnübergang Nunningerstrasse wurde vom Kanton ein separater barrierengesicherter Fussgängerübergang realisiert. Der Fussgängerübergang zwischen Oberem und Unterem Moosweg wurde aufgehoben.


Die Stellungnahme der SBB fordert eine Verbesserung der Personenunterführung: "Einerseits tangiert sie (die PU) den Kiosk, andererseits müsste sie noch auf eine optimale Anbindung eines künftigen Aussenperrons an Gleis 3 (Option im Zusammenhang mit Einführung Halbstundentakt im Laufental) ausgerichtet werden."


Die Verkehrsabteilung der Kantonspolizei erachtet in ihrer Stellungnahme das Befahren der Unterführung für Radfahrer wegen der rechtwinkligen Linienführung als problematisch.


Ein etwaiger Doppelspurausbau der Bahnlinie wurde wegen des zu grossen zeitlichen Horizonts nicht berücksichtigt.


Die überarbeitete Kostenberechnung beruht auf vorhergehenden Projekten, Erfahrungswerten und Richtpreisen. Ebenfalls wurde in der Kostenberechnung der Mehrwertsteuersatz aktualisiert (seit 01.01.99 gelten 7.5%).




5.1 Personenunterführung


Im Sinne einer Optimierung wurden Alternativen zur Gestaltung der Unterführung untersucht: Rampe mit 6% Gefälle, Rampe mit 10% Gefälle, Treppe, Treppe/Lift. Eine Lösung nur mit Treppen ist zwar sehr kompakt, berücksichtigt jedoch die Bedürfnisse von Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern nicht. In Kombination mit einem Lift gewinnt die Treppe an Attraktivität. Eine Rampe mit 10% berücksichtigt die kantonalen Vorgaben für behindertengerechtes Bauen (max. 6% Gefälle) nicht. Es wurde deshalb beschlossen, der vorliegenden Baukreditberechnung eine Rampe mit 6% zugrunde zulegen, da diese die höchsten Investitionskosten aufweist.


Aus Platzgründen ist eine rechtwinklige Anordnung von Unterführung und Rampen notwendig. Auf beiden Seiten ist eine Rampe mit 6 % Gefälle, auf der Nordseite zusätzlich eine Treppe vorgesehen. Die Durchgangsbreite auf der Rampe und in der Unterführung beträgt 3.5 m, die lichte Höhe 2.5 m.


Um der Stellungnahme Verkehrsabteilung der Kantonspolizei Rechnung zu tragen, wird die Unterführung als reine Personenunterführung ausgebildet; Velo schieben kann gestattet werden.




5.2 Verbesserung der Gleisgeometrie SBB


Der Bahnübergang Nunningerstrasse weist in der Achse Nunningerstrasse im Gleisbereich starke Knicke in der vertikalen Linienführung auf, weil die beiden SBB-Gleise nicht in einer Ebene liegen. Verschiedentlich kommt es vor, dass tiefliegende oder schwer beladene Fahrzeuge oder das Postauto aufsitzen. Der Betrieb Postauto Nordwestschweiz spielt mit dem Gedanken, mittelfristig Niederflurfahrzeuge auf der Strecke Grellingen-Nunningen einzusetzen, so dass das Problem noch verschärft würde.


Die Verbesserung der vertikalen Linienführung der Nunningerstrasse im Bereich des Bahnübergangs kann durch eine Vergrösserung des Radius des südlich liegenden Streckengleises erreicht werden. Eine Vergrösserung von derzeit 324 m auf neu 500 m würde die Gleisachse um 1 m nach Süden drücken. Die Überhöhung auf dem südlichen Gleis geht damit von 126 mm auf 84 mm zurück, wodurch mit einer gleichzeitigen Anpassung der vertikalen Linienführung der Strasse in praktisch allen Fällen ein Aufsitzen von Fahrzeugen verhindert werden kann.


Das Streckengleis muss auf einer Länge von ca. 140 m erneuert werden. Im Zuge einer Erneuerung muss einerseits die Entwässerung sichergestellt werden (Einbau einer Sickerleitung), andrerseits ist eine Planumsschutzschicht einzubauen. Ferner müssen 3 Fahrleitungsjoche, 2 Signale und die Bahnübergangs-Sicherungsanlagen auf der Südseite versetzt werden.


Zusätzlich zu den Anpassungen im Bahnbereich muss die Strasse auf der Seite nach Nunningen angepasst werden, damit sie einen grösseren Ausrundungsradius aufweist.




6. Termine


Für die Ausarbeitung des Definitiven Projektes und den Landerwerb für das Projekt Fussgängerunterführung und Verbesserung der Gleisgeometrie SBB ist mit einer Dauer von ca. 1 Jahr zu rechnen. Die Ausarbeitung des Ausführungsprojektes und die Realisierung wird nochmals ca. 1 Jahr benötigen. Vorbehalten bleiben Verzögerungen, die sich aus dem Landerwerbs-, Plangenehmigungs- und Auflageverfahren ergeben können.




Fortsetzung


Back to Top