2000-49

Landrat / Parlament


Motion von Esther Maag: Arbeitsteilungs-Modelle bei Verwaltungskadern und Gerichtspräsidien



Geschäfte des Landrates || Hinweise und Erklärungen



Autor: Esther Maag, Grüne Fraktion (Mitunterzeichnerinnen/Mitunterzeichner Aeschlimann, Bachmann, Chappuis, Fünfschilling, Geier, Graf, Hilber, Jäggi, Joset, Krähenbühl B., Meury, Nussbaumer, Schmied, Stöcklin, Wüthrich, Wyss D. Zimmermann A. (17))

Eingereicht: 24. Februar 2000


Nr.: 2000-049





Bei der regierungsrätlichen Antwort auf den Vorstoss "Jobsharing beim Regierungsrat" war herauszuhören, dass man durchaus gewillt sei, das Thema auf Verwaltungsebene anzugehen, was uns eine sehr unterstützenswerte Intention erscheint. Zudem bekennt sich der Regierungsrat in seinem Regierungsprogramm auch ganz klar zu aktiven Förderungsmassnahmen.

Tatsächlich ist Teilzeitarbeit bei den unteren Lohnklassen weit verbreitet. In den höheren Lohnklassen und bei den Gerichtspräsidien sieht die Situation jedoch anders aus; und das obwohl viele gerne bereit wären, ihre Arbeitszeit zu reduzieren, bzw. sich aus Gründen der übermässigen zeitlichen Belastung (neben der Familie) gar nicht in der Lage sehen, eine solche Aufgabe anzunehmen oder anzustreben.


Für viele taucht dadurch das Problem auf, sich zwischen Familie (oder innovativen Formen der Lebensgestaltung) oder einer beruflich interessanten Tätigkeit entscheiden zu müssen. Ein solches "Entweder-Oder" ist gesellschaftlich und volkswirtschaftlich unbefriedigend und für den Betrieb eine verlorene Chance, gute MitarbeiterInnen, in deren Qualifikationen das Unternehmen investiert hat, auch halten zu können. Die Bedeutung flexibler Arbeitszeitmodelle als Beitrag zur Lösung liegt auf der Hand.


Dass Teilzeitarbeit und qualifizierte Arbeit "gegenläufig" sind, stellt auch die Studie "Teilzeitarbeit in der Führung" (WWZ Basel, 1996) fest. Oder anders ausgedrückt: Von den rund 53'000 untersuchten Stellen gehören rund 30% zu den qualifizierten, von allen erfassten Teilzeitstellen hingegen nur rund 12%.


Erfahrungen haben gezeigt, dass die Einrichtung von Job-Sharing vorwiegend die Betriebsorganisation, die Arbeitsmethodik und die Kooperationsfähigkeit der betroffenen Personen betrifft. Im Prinzip stellt Job-Sharing eine spezifische Form der Teilzeitarbeit mit arbeitsinhaltlichen und zeitlichen Gestaltungsmöglichkeiten dar und ist dort auch realisierbar, wo die entsprechende Bereitschaft dazu vorhanden ist. Die Zusammenarbeit bedingt - wie überall - gegenseitige Abstimmungsprozesse und gemeinsame Entscheide. Dies wiederum führt zu kreativeren Lösungen, indem mehr Ideen und Ueberlegungen einfliessen (vgl. auch Handbuch Arbeitszeit, ZH 1989, S. 111 ff).


Daraus lässt sich auch schliessen, dass bei einer ernsthaften Bereitschaft zur Einführung von Teilzeitarbeit und Job-Sharing, die Umsetzung nur noch das kleinere Problem darstellt.


Deshalb fordern wir den Regierungsrat dazu auf,
zusammen mit der PA, den Personalverantwortlichen der verschiedenen Direktionen und der FfG ein - allenfalls zeitlich begrenztes - Pilot-Projekt zu erarbeiten, das Job-Sharing auf höherer Verwaltungsebene und bei den Gerichtspräsidien ermöglicht zugunsten einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.


Insbesonders geht es darum,
- verschiedene Arbeitsteilungsmodelle auszuarbeiten.
- Vorgesetzte und Mitarbeiterinnen (insbesondere auch Männer) zur Teilnahme am Teilzeitarbeits-Pilotprojekt zu motivieren.
- zusätzliche personelle Kapazitäten für die Durchführung des Projektes bereitzustellen.
- idealerweise eine/n verwaltungsinterne/n Teilzeit-Beauftragte/n einzusetzen.
- vakante Stellen, z.B. ab Lohnklasse 8, arbeitsanalytisch bezüglich Teilzeitarbeit zu überprüfen.
- die Evaluation der Erfahrungen mit Teilzeitarbeit im Kaderbereich bekanntzugeben.


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