2000-029_1.htm

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 2000-029 vom 8. Februar 2000


Erteilung eines Verpflichtungskredites für die Fortsetzung der Waldschadenuntersuchungen in den Jahren 2000-2003


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





1. Übersicht

Die in den letzten 16 Jahren gewonnenen Erkenntnisse aus den 101 Walddauer-beobachtungsflächen in den Kantonen AG, BL, BS, BE, SO, ZG und ZH stellen eine einmalige Informationsbasis dar. Unter anderem offenbarte sich in den letzten Jahren ein zunehmendes Nährstoffungleichgewicht in den Waldböden; es konnte eine zunehmende Stickstoffversorgung und eine abnehmende Phosphorversorgung festgestellt werden. Die Veränderungen in der Umwelt und die damit verbundenen Risikopotentiale müssen frühzeitig erkannt werden, um rechtzeitig entsprechende Massnahmen ergreifen zu können. Für die Überwachung des Waldes sind weitere Kenntnisse der Vorgänge in diesem Ökosystem unabdingbar.




1.1 Zusammenfassung


Von April 2000 bis März 2004 (Jahreskredite 2000-2003) soll parallel in der Nordwestschweiz und in Teilen der Kantone Bern, Zug und Zürich das gleiche Waldschaden-untersuchungsprogramm auf bereits bestehenden Dauerbeobachtungsflächen durchgeführt werden. Dabei wird auf die Resultate und Erfahrungen der Perioden 1984 bis 1987, 1988 bis 1991, 1992-1995 und 1996 bis 1999 aufgebaut und nach den internationalen Richtlinien für die Arbeit auf Dauerbeobachtungsflächen abgestellt. Das BUWAL übernimmt mehr als einen Drittel der Kosten.


Im Folgeprogramm, Walddauerbeobachtung 2000-2003, sollen wiederum Schwerpunkte innerhalb der nachfolgenden Module gelegt werden. Die bisherigen Erkenntnisse legen nahe, dass neben der Waldschadensinventur und den epidemiologischen Auswertungen die Untersuchungen über Wurzelschädigungen weitergeführt werden sollten, da die Vitalität der Wurzeln für den Baum, seine Widerstandskraft und Stabilität von zentraler Bedeutung ist. Daneben sollen aber auch für die Praxis wichtige erste Ausscheidungen von Waldstandorten vorgenommen werden, die infolge erhöhter Versauerungsgefahr einer besonderen waldbaulichen Planung und Pflege bedürfen. Die Untersuchungen bringen nicht nur Erkenntnisse für die unmittelbare Waldpflege wie sie bereits in den letzten Jahren im Forstdienst Anwendung fanden. Das zunehmende Wissen wird es auch ermöglichen, vorausschauend die meist gefährdeten Gebiete auszuscheiden und spezielle Massnahmen vorzubereiten.


Im Gegensatz zu den übrigen Kantonen profitieren die beiden Basel, die vollständig auf der Jura-Nodseite liegen, nicht vom Beobachtungsnetz des Bundes. Sie sind weitgehend auf eigene Anstrengungen angewiesen. Der Bund betreibt nur 17 Beobachtungsflächen in der ganzen Schweiz, um die nationalen und internationalen, nicht aber die kantonalen Waldschädigungsfragen abzuklären. Die Kantone können gegen Bezahlung vom Bund eine Verdichtung des Messnetzes anfordern. Allerdings verfügt der Bund über keine 16-jährige Messreihe und würde nur aktuelle Werte liefern, die nicht gewichtet werden könnten. Zudem betreibt er im ganzen Jurabogen nur eine Beobachtungsfläche am Bettlachstock, die vom Mittellandklima beeinflusst ist. Im Mittelland lassen sich die Messwerte des Bundes eher interpolieren, daher beschränken sich die Kantone Aargau, Solothurn, Zürich und Bern auf ausgewählte Kantonsteile für die Waldschaden-untersuchungen im hier vorgestellten Programm. Die Kantone Aargau und Solothurn haben sich nämlich mit ihren Gebieten nördlich des Juras dem Baselbiet angeschlossen. Soweit aber die nordwestschweizerischen Untersuchungen auch für die übrige Schweiz Bedeutung haben, beteiligt sich der Bund ganz wesentlich an den entsprechenden Kosten.


Das zu beauftragende Institut für angewandte Pflanzenbiologie in Schönenbuch hat sich in den letzten Jahren ein enormes Wissen auf dem Gebiet der Waldschäden angeeignet und stets die Kostenvoranschläge eingehalten. Diese für den Auftraggeber wesentlichen Vorteile können durch eine Ausschreibung nicht verbessert werden. Ausser der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft verfügt keine Fachinstitution in der Schweiz über das umfassende forstliche Wissen des bisherigen Auftragnehmers. Die bisherige Beobachtungszeitreihe von 16 Jahren ist einmalig in der Schweiz und gewinnt mit jeder Verlängerung an Aussagekraft. Für die nächste Periode ist ein neuer Kreditbeschluss des Landrates nötig. Über die Resultate bisheriger Untersuchungen wurde der Landrat periodisch informiert, das letzte Mal am 27. Mai 1999 mit einem Brief der Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion und der Schrift „Wie geht es unserem Wald".


Die benachbarten Kantone sind im Begriff, Ihre Anstrengungen wiederum koordiniert vorzunehmen. Die Kantonsoberförster Basel-Landschaft, Aargau, Bern, Solothurn, Zug und Zürich werden zusammen mit dem zu beauftragenden PD Dr. W. Flückiger vom Institut für angewandte Pflanzenbiologie und einem Vertreter des BUWAL die Projektleitung bilden. In regelmässigen Zwischenberichten orientiert das genannte Institut die Kantonsoberförster und nach Ablauf der vierjährigen Auftragsperiode liefert es den Kantonen einen Schlussbericht.


Der Kostenvoranschlag weist folgende Anforderungen für die Untersuchungen im Kanton Basel-Landschaft auf:


Im Vergleich zur letzten 4-jährigen Periode sind die Kosten pro Jahr um Fr. 26'300 gestiegen. Die Gründe dafür sind die notwendig erhöhte Zahl Dauerbeobachtungsflächen (von 20 auf 23), die Teuerung und die erhöhte Mehrwertsteuer. Im Budget 2000 des Kantons war ein geschätzter Betrag von Fr. 135'000.- eingestellt. Aus den genannten Gründen musste der Betrag korrigiert werden.


Fortsetzung


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