2000-002_6.htm

Landrat / Parlament || Inhalt der Vorlage 2000-002 vom 4. Januar 2000


Revision des Dekrets zum Personalgesetz (Personaldekret)


Geschäfte des Landrats || Hinweise und Erklärungen





III. Überführung und Kosten

9. Überführung


9.1 Begriff


Unter Überführung wird der Prozess verstanden, der vom bisherigen zum neuen Lohnsystem führt. Es geht also um die Regelung der ersten Lohnfestsetzung im neuen Lohnsystem.




9.2 Die Überführung nach Stufen


Bei dieser Überführung gelangen folgende Regeln zur Anwendung:


- Der bisherige Jahreslohn, zusammengesetzt aus der Lohnklasse und der Dienstalterszulage, wird in die zutreffende Lohnklasse und Erfahrungsstufe überführt. Dabei wird die bisherige Anrechnung der Erfahrungsjahre übernommen.


- Sofern der bisherige Lohn unter demjenigen der neuen Regelung liegt, wird dieser in einem Schritt unmittelbar per Datum der Inkraftsetzung des Dekrets in die neue Lohnskala überführt.


- Sofern der bisherige Lohn über demjenigen der neuen Regelung liegt, kommen die Bestimmungen zum Besitzstand zur Anwendung (vgl. unten Ziffer 9.3)


- Bestehende dauernde persönliche Zulagen werden überprüft und gegebenenfalls überführt.




9.3 Besitzstand


Der Besitzstand wird bezüglich Erfahrungsanteil (früher Dienstalterszulage DAZ) für alle Mitarbeitenden, welche gemäss der neuen Regelung einen tieferen Lohn haben, gewährleistet.


- Falls der bisherige Lohn über demjenigen nach neuer Regelung liegt, wird der bisherige Lohn ausgerichtet (Besitzstand).


- Bei einer Änderung des Lohnes infolge Anhaltung des Erfahrungsanteils oder einer Änderung der Lohnklasse innerhalb der Dauer des Besitzstands gilt als neuer Besitzstand der Lohn, welcher bei entsprechender Änderung vor Anwendung der neuen Lohnordnung anwendbar gewesen wäre.


- Die Erhöhung des Beschäftigungsgrades bei einem Besitzstand führt zu keiner entsprechenden Anhebung des Besitzstandbetrages.


- Die Herabsetzung des Beschäftigungsgrades bei einem Besitzstand führt zu einer anteilsmässigen Reduzierung des Besitzstandbetrages. Eine Wiedererhöhung des Beschäftigungsgrades führt zu einer entsprechenden Erhöhung des Besitzstandbetrages, jedoch höchstens bis zum Betrag, der am 31. Dezember 2000 massgebend ist.




10. Kostenschätzungen


10.1 Erstmalige Zuweisung der Funktionen in die neuen Lohnklassen


Die erstmalige Zuweisung der Funktionen bzw. der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Lohnklassen wird vom kantonalen Personalamt in enger Zusammenarbeit mit der jeweiligen Anstellungsbehörde vorbereitet und mit den Linienvorgesetzten sowie den dezentralen Personaldiensten umgesetzt. Grundlagen für diese Zuweisung sind der Einreihungsplan sowie die Modellumschreibungen. Als Hilfsmittel dienen die Organigramme und Stellenbeschreibungen. Es ist vorgesehen, die Personalverordnung mit Bestimmungen zu ergänzen, die das Verfahren festlegen, wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter mit der Neueinreihung nicht einverstanden ist. Es soll für die Überführung eine paritätische Kommission geschaffen werden.




10.2 Systemkosten


Bei der Bestimmung der Kosten ist zu berücksichtigen:


- Überführung von der alten Regelung der Dienstalterszulagen in die neuen Erfahrungsanteile


- Neueinreihung gemäss der Funktionsklassifikation.


Die Kosten werden basierend auf folgenden Annahmen ermittelt:


- Als Berechnungsgrundlage dient die Anzahl Vollstellen Stand 12/1998


- Die Berechnung des Besitzstandes wird auf fünf Jahre ab Inkraftsetzung unter der Annahme eines unveränderten Vollstellenbestandes vorgenommen. Dies ergibt den schlechtest möglichen Fall, da Austritte von durch den Besitzstand Betroffenen nicht berücksichtigt sind und neu Eintretende keinem Besitzstand unterliegen.


- Zur Berechnung der Kosten von Neueinreihungen wurde der Bestand an Vollstellen in die neue Funktionsklassifikation überführt.




10.3 Vorgehensweise bei der Berechnung


Folgende Werte werden mit dem Berechnungsmodell ermittelt:


- Lohnkosten alt: Jährliche Lohnsumme basierend auf dem bisherigen Lohnschlüssel und dem aktuellen Bestand an Vollstellen, aufgeteilt nach Lohnklassen und Dienstalterszulage.


- Lohnkosten neu mit Neueinreihungen: Jährliche Lohnsumme basierend auf der neuen Lohnskala, ohne Berücksichtigung des Besitzstandes; die entsprechenden Mehrkosten sind in die Pensionskasse einzukaufen.


- Kosten der Besitzstandswahrung.


Ausserdem sind folgende Kostenelemente mit berücksichtigt worden:


- Zusätzliche Aufwendungen für Fälle, die im Moment nicht vorhersehbar sind (1 Million Franken pro Jahr).


- Kosten für Leistungsprämien (rund 2 Millionen Franken pro Jahr).


Bei den Überführungskosten handelt es sich um Aufwendungen, welche aus der Neuordnung der Erfahrungsanteile, den Neueinreihungen sowie aus dem Besitzstand entstehen. Als Folgeaufwendungen werden Ausgaben bezeichnet, die in den Jahren nach der Inkraftsetzung des revidierten Personaldekrets als Mehrkosten gegenüber der mutmasslichen Entwicklung gemäss heutigem System anfallen.


Zu Beginn des Überführungsjahres fallen besonders hohe Kosten an, weil die Überführungskosten praktisch verdoppelt werden müssen, da die Einkäufe in die Pensionskasse zu begleichen sind.



Fortsetzung


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